Allgemeine Berichte | 21.03.2023

Großes Interesse an deutscher Historie nach 1945

Ukrainische Gäste aus Wachtberg im Haus der Geschichte

Ein gelungener Beitrag zu Integration in der neuen Heimat

Während die ukrainischen Gastkinder noch an den interaktiven Informationsständen spielten, stellten sich die Eltern unter der eigens generierten Leuchtschrift zu einem gemeinsamen Erinnerungsbild auf.  Foto: privat

Wachtberg. Das Interesse an der deutschen Geschichte seit 1945 war gleich sehr groß, als das Angebot an die ukrainischen Gäste in Wachtberg gemacht wurde: eine Einladung zu einer kostenlosen Führung im Haus der Geschichte an der Bonner Museumsmeile.

Die Organisation wurde von ehrenamtlich engagierten Bürger:innen in Zusammenarbeit mit der Ehrenamtskoordinatorin der Gemeinde Wachtberg durchgeführt. So konnten am vergangenen Samstag fast dreißig Ukrainer:innen mit ihren Kindern die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland seit 1945 authentisch nacherleben.

Anhand der im Haus der Geschichte in der Museumsmeile in Bonn chronologisch aufgebauten Szenen, die durch reichlich interaktive Informationen begleitet wurden, wurde auch die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 zu einer epochalen, wichtigen und symbolträchtigen Zwischenstation in der Ausstellung.

Die Gemeinsamkeit Deutschlands mit der Ukraine: Nur ein Jahr später wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Ukraine wieder als selbstständiger Staat anerkannt, wie er bereits 1917 für drei Jahre existierte.

Während die deutschen Einigungsverträge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik zu einer dauerhaften Einigung führten, war es in der Ukraine nicht so. Trotz der Anerkennung der Souveränität der Ukraine durch Russland wurde das Land von eben diesem 2022 militärisch angegriffen.

Eine symptomatische Karikatur aus dem Jahr 1945 gleich zu Beginn der Führung im Haus der Geschichte zeigte bereits damals deutlich den wohl nicht aufgegebenen Hegemonieanspruch Russlands auf andere Nationen.

Die hervorragende Führung von fast zwei Stunden erfolgte in Deutsch mit Übersetzung aus dem Kreise der ukrainischen Gäste. Dass auch die Kinder, die bereits erstaunlich gut die deutsche Sprache beherrschten, großes Interesse an den Exponaten hatte, zeigte sich gegen Ende der Führung, als sich viele noch interaktiv mit den Ausstellungsmodellen beschäftigten.

Nach Überzeugung der Organisatoren bietet gerade das Haus der Geschichte in der Bundesstadt Bonn einen hervorragenden Anknüpfungspunkt zur Integration und zum „Ankommen“ in der – wenn auch nur vorübergehenden – neuen Heimat Deutschland.

Während die ukrainischen Gastkinder noch an den interaktiven Informationsständen spielten, stellten sich die Eltern unter der eigens generierten Leuchtschrift zu einem gemeinsamen Erinnerungsbild auf. Foto: privat

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