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Fünftes Ahrtaler Hospizgespäch am Donnerstag, 4. April

Ungleiche Schwestern

Die Religionspädagogin Ulrike Gresse spricht über Trauer und Depression und ihr Wirken an einer „Grabeskirche“

Ungleiche Schwestern

Ulrike Gresse.Foto: privat

26.03.2019 - 11:15

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Um Hoffnungslosigkeit und um Trauerprozesse und Depressionen, die sich nach Verlusterfahrungen entwickeln können, geht es beim fünften „Ahrtaler Hospizgespräch“ am Donnerstag, 4. April, um 18 Uhr bei freiem Eintritt im Mehrzweckraum des stationären Hospizes im Ahrtal, Dorotheenweg 6, in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Aber Trauer und Depression sind nicht gleichzusetzen, wie die Referentin Ulrike Gresse im Untertitel „Die ungleichen Schwestern“ deutlich macht. Sie berichtet auch über ihr Tun als Verantwortliche für die Trauerarbeit in der Region Mönchengladbach an der Grabeskirche Sankt Elisabeth.

Was ist eine Grabeskirche?

Ulrike Gresse: Im Grunde ist eine Grabeskirche ein konfessioneller Friedhof. In anderen Regionen spricht man auch von Kolumbarien oder Urnenkirchen. Dort werden nach einer Umwidmung oder Entwidmung des Kirchengebäudes Urnen beigesetzt. In vielen dieser Kirchen finden nach wie vor regelmäßige Gottesdienste statt.

Was tun Sie an Sankt Elisabeth?

Ulrike Gresse: Die Grabeskirche St. Elisabeth bietet „der Trauer einen Raum“: für Begegnung, Begleitung, Stärkung und Trost. Sie ist ein Ort, an dem Sterben, Tod, und Trauer zur Sprache kommen können. Es gibt feste wöchentliche Messen und monatliche Totenandachten, aber auch Gedenkgottesdienste auf Anfrage und weitere spirituelle Angebote, gemeinschaftlich und auch als Einzelbegleitungen. Neben dem biblischen Auftrag „Tote zu bestatten und Trauernde zu trösten“, laden wir auch zu kulturellen Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen ein.

Wie kam es dazu, dass Sie sich mit dem Thema Trauer beschäftigt haben?

Ulrike Gresse: Erste Erfahrungen im Umgang mit Trauernden habe ich im Begräbnisdienst gesammelt. Im Bistum Aachen können auch vom Bischof beauftragte Laien die Beerdigung und den Trauergottesdienst übernehmen. In Gesprächen mit Betroffenen sind mir viele Lebens- und Sterbegeschichten anvertraut worden, und ich fragte mich, wie eine Begleitung von Trauernden nach der Beerdigung aus seelsorglicher Sicht aussehen könnte. Aus dieser Suche hat sich der Schwerpunkt „Trauerbegleitung“ innerhalb meiner Arbeit als Gemeindereferentin zusätzlich zum Begräbnisdienst entwickelt.

Warum ist eine Unterscheidung der „ungleichen Schwestern“ Trauer und Depression wichtig?

Ulrike Gresse: Trauer ist eine verständliche Reaktion auf einen schweren Verlust, während Depression als „Krankheit“ zu sehen ist, die der Einbeziehung von Ärzten und Therapeuten bedarf. Betroffene benötigen je nachdem eine sehr unterschiedliche Begleitung bzw. eine Behandlung. Bei der Trauerbegleitung ist es wichtig, den Unterschied zu erkennen und gegebenenfalls mit entsprechenden Fachleuten zusammen zu arbeiten oder Trauernden zu einer ärztlichen Behandlung zu raten.

Wie häufig begegnet Ihnen eine Depression ausgelöst durch Trauer?

Ulrike Gresse: Etwa 25 Prozent der Trauernden, mit denen ich zu tun habe, haben eine Depression. Schon in den ersten Gesprächen wird meist deutlich, dass es neben der aktuellen Trauer um einen Menschen zusätzlich noch einen schweren „Rucksack“ gibt, den die Trauernden mit sich tragen. Das können Mehrfachverluste sein und/oder auch, dass sie kaum über Ressourcen und Bewältigungsstrategien verfügen, um ihren Weg durch die Trauer gehen zu können.

Was tun Sie in diesen Fällen?

Ulrike Gresse: Es gibt in Mönchengladbach eine gute Vernetzung von Seelsorge und Ärzten, sodass ich mich im Zweifel beraten kann. Umgekehrt verweisen Ärzte und Therapeuten auf mich und andere Trauerbegleiter, wenn sie den Eindruck haben, dass eine Trauerbegleitung die Behandlung eines depressiven Patienten unterstützt.


Zur Person: Ulrike Gresse


Ulrike Gresse, Jahrgang 1961, ist verheiratet und hat drei erwachsene Töchter. Sie ist Diplom-Religionspädagogin, Erzieherin, Trauerbegleiterin (TID) und katholische Seelsorgerin in Mönchengladbach. Weitere Infos: www.trauerseelsorge-elisabeth-mg.de. Pressemitteilung

Hospiz-Verein Rhein-Ahr e. V.

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Kommentare
Helmut Gelhardt:
Sebastian Hebeisen hat das Richtige gesagt! Lassen wir Herr Klasen toben. Das ist unerheblich. Helmut Gelhardt, Mitglied des Sozialverbands KAB
Uwe Klasen:
Wir dürfen Europa weder den linken Spaltern und Gleichmachern, noch dem Toben der zentralistischen Planwirtschaft überlassen!
Antje Schulz:
Die AfD, die sich gerne als Opfer aufspielt, macht mal wieder mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Interessant wäre auch zu erfahren, was Dr. Jan Bollinger, der Kreisvorsitzende der AfD Neuwied, dazu meint. Bollinger ist zugleich auch Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag.
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