Allgemeine Berichte | 17.12.2018

Förderverein Evangelische Kirchengemeinde Mendig

Vier Jahre Kaffee Kunterbunt in Mendig

... mehr als nur ein Treffpunkt für Bedürftige und Flüchtlinge

Petra Wienpahl, links, mit Flüchtlingsfamilien und einem Teil des regelmäßigen Helferstabs im Kaffee Kunterbunt vor dem Kleidershop. Privat

Mendig. Im Jahre 2014, noch vor der großen Flüchtlingswelle, hatte die Mendigerin Petra Wienpahl die Idee, den ankommenden Flüchtlingen durch Sachspenden und Kleidung eine erste Grundausstattung für ihre neue Heimat anzubieten. Zunächst alleine, später kamen weitere Helfer dazu, wurden die hilfsbedürftigen Menschen aus dem Kofferraum versorgt. Doch schon nach wenigen Wochen stellte der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, für die Petra Wienpahl ehrenamtlich in vielen Funktionen tätig ist, einmal pro Woche die Räumlichkeiten des Gemeindehauses zur Verfügung.

Das Kaffee Kunterbunt war geboren.

Insbesondere Menschen, die aus Angst vor Krieg, Verfolgung und Repressalien nach Europa fliehen, fehlt es oft an den dringendsten Utensilien des täglichen Lebens. Die staatliche Hilfe reicht in den ersten Wochen des Ankommens in einer neuen fremden Welt oftmals nicht aus. Besonders die Schwierigkeiten beim Zurechtfinden in der neuen Umgebung, vor allem bedingt durch mangelnde Sprachkenntnisse, sind die größten Hindernisse, die Asylsuchende zu überwinden haben.

„Aber auch allen anderen, deutschen oder nichtdeutschen ansässigen Familien und Menschen aus der Region, die unverschuldet in Not geraten sind und sich an uns wenden, versuchen wir so unbürokratisch zu helfen, wie es uns möglich ist“, ist die Devise von Petra Wienpahl und ihrem inzwischen großen Helferstab. Denn genau hier setzt die Idee und die Funktion des Kaffee Kunterbunt ein, Treffpunkt und Kommunikationsplattform zu sein, aber auch Anlaufstation für hilfesuchende Menschen jeglicher Herkunft.

Doch bereits Mitte 2015 reichte der Platz im evangelischen. Gemeindehaus nicht mehr aus. Dankenswerterweise stellte die Stadt Mendig das Gebäude einer gerade geschlossenen Metzgerei vorübergehend zur Verfügung. Inzwischen konnten die Betreiber von Kaffee Kunterbunt nun in die ehemaligen Räume des Jugendtreffs in der unteren Pellenzstraße umziehen. Hier steht jeden Dienstag von 12.30 bis 14 Uhr die Tür offen für hilfesuchende Menschen. Petra Wienpahl, die federführend diese großartige Organisation von Beginn an leitet und hierfür den größten Teil ihrer Freizeit ehrenamtlich zur Verfügung stellt, sagt „Hier gibt es keine räumlichen oder ideologischen Grenzen. Wer unverschuldet in Not geraten ist, findet bei uns Hilfe und Gehör.“

Was können die Menschen im Kaffee Kunterbunt alles erwarten? Neben einem Kleidershop finden sie hier vieles, was in jedem Haushalt benötigt wird, angefangen von Töpfen, Pfannen, Ess- und Kochgeschirr, Essbesteck, elektrische Küchen- und Haushaltsgeräte, aber auch Wand- und Tischdeko, Teppiche, Bettwäsche, Lampen, Kleinmöbel und vieles mehr.

Jeden zweiten und vierten Freitag im Monat geöffnet.

Darüberhinaus ist das Kaffee K. jeden zweiten und jeden vierten Freitag im Monat von 11 bis 14 Uhr geöffnet und bietet neben dem kostenlosen Materialangebot auch Kaffee und Kuchen für alle Gäste an.

Auch bei der Grundeinrichtung von Wohnungen ist die Organisation behilflich. Neben einem personellen Stamm von regelmäßigen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die während der Öffnungszeiten zur Verfügung stehen, gibt es noch einige freiwillige Helfer im Hintergrund, die zum Beispiel Fahrräder kostenlos reparieren, Möbel transportieren, Schränke und Küchen ab- und wieder aufbauen und so weiter.

Alles, was im Kaffee K. kostenlos an die hilfesuchenden Menschen abgegeben wird, stammt aus privaten Spenden, größtenteils aus Haushaltsauflösungen oder aus Familien, die ihre aussortierten gut erhaltenen Gegenstände und Kleider nicht wegwerfen möchten.

Inzwischen kann die Organisation auf mehrere kostenfrei zur Verfügung gestellten Lagerräume zurückgreifen, um die vielen Sachspenden, Fahrräder und Möbel zwischenzulagern, bis sie neue Besitzer gefunden haben.

Viele der Menschen, die vor zwei oder drei Jahren als Asylsuchende nach Mendig gekommen sind, finden sich inzwischen hier selbst gut zurecht. Dennoch suchen immer wieder viele Menschen aufgrund des mittlerweile aufgebauten Vertrauens zu Petra Wienpahl und ihren engsten Mitstreitern die Hilfe bei scheinbar unüberwindlichen Hindernissen, zum Beispiel beim Verstehen und Ausfüllen von Formularen, bei der Suche nach Sprachunterricht, bei Behördengängen, bei Arzt- und Bankbesuchen und so weiter. Besonders die Anliegen, die beim Ausländeramt, bei der Kreisverwaltung oder beim Jobcenter für Asylbewerber große Hürden darstellen, können oft durch die Hilfe des Kaffee K. überwunden werden. Das Netzwerk von ehrenamtlichen Helfern, die kommunalpolitisch vernetzt sind, haben schon manchen Weg geebnet und manche Brücke gebaut.

Für kleinere Anschaffungen, die aber oft die finanziellen Möglichkeiten der hilfesuchenden Menschen übersteigt, greift Kaffee K. auch manchmal auf das hierfür eingerichtete Spendenkonto der evangelischen Kirche zurück. Gerne werden auch weiterhin Geldspenden entgegen genommen. Bankverbindung: Förderverein evangelischen. Kirchengemeinde Mendig;

IBAN: DE95 5776 1591 0522 2913 00 / BIC: GENO DED1 BNA

Verwendungszweck: Kaffee Kunterbunt Flüchtlingshilfe.

Petra Wienpahl, links, mit Flüchtlingsfamilien und einem Teil des regelmäßigen Helferstabs im Kaffee Kunterbunt vor dem Kleidershop.Foto: Privat

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