Sprengung der Kronprinz-Wilhelm-Brücke
Vor 81 Jahren: Brückensprengung und Todesopfer am 9. März 1945
Engers. Am Montagmorgen, pünktlich um 7:30 Uhr läuteten die Kirchenglocken in Urmitz und Engers. Das Glockenläuten erinnerten an die Sprengung der Kronprinz-Wilhelm-Brücke am 9. März 1945.
Zum Gedenken an der Erinnerungstafel am 1. Brückenpfeiler auf Engerser Seite begrüßte Werner Johann Keßler für die Initiativgruppe "Erinnerungskultur" zahlreiche Gäste, u.a. Natalie Wilke für die evangelische und Peter Dörrenbecher für die katholische Kirchengemeinde und Ortsvorsteher Dieter Neckenig.
Nach einem Flötenspiel von Peter Laubenthaler betonte Keßler, wie wichtig für die Zukunft die Erinnerungskultur ist in einer Zeit, in der 80% der deutschen Bevölkerung das Gedenken an den Holocaust nicht mehr für notwendig erachten und jeder zweite Jugendliche die genaue Zeit der Nazi-Herrschaft nicht benennen kann. Versöhnung muss möglich sein, so Frau Wilke im Hinblick auf die Versöhnung nach dem 2. Weltkrieg mit dem Erzfeind Frankreich. Herr Dörrenbecher nannte die Bedeutung von Brücken und das Wiederherstellen von Verbindungen erstrebenswert und das gelte auch für persönliche Beziehungen wie die Versöhnung von Esau und Jakob im Alten Testament belegt.
Jürgen Friedrich Donecker war als 15-jähriger Hitlerjunge Zeuge der Brückensprengung und es war sehr bewegend, als er mit nun 96 Jahren davon berichtete. Das gemeinsame Beten des Vater unser beendete die Gedenkfeier.
