Allgemeine Berichte | 13.04.2018

Landrat unterstützt Kreisbauern und Weidetierhalter

„Wenn die Gesellschaft den Wolf will, muss sie auch den Schutz für die Weidetiere finanzieren!“

Betroffene fordern Ausweisung eines Präventionsgebietes Wolf

von links nach rechts: Georg Groß (Kreisvorsitzender Bauern- u. Winzerverband Altenkirchen), Ulrich Schreiber (Kreisvorsitzender Bauern- u. Winzerverband Neuwied; Werner Neumann (Vorsitzender Landesverband der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter e.V.) und Achim Hallerbach (Landrat Kreis Neuwied). Foto: Kreisverwaltung

Kreis Neuwied. Die aktuelle Wolfsattacke auf eine Damwildhaltung in Leutesdorf haben die Kreisbauernverbände Neuwied, Altenkirchen und Westerwald zum Anlass genommen, um zu einer Pressekonferenz auf den Hof Meerheck in Heimbach-Weis einzuladen und ihre Sorge über die Zukunft der Weidetierhaltung vorzutragen. Werner Neumann, Gastgeber und Vorsitzender des Landesverbandes der Schaf- und Ziegenhalter in Rheinland-Pfalz, konnte neben den Vorsitzenden der Kreisbauernverbände und Vertretern der Veterinär- und Landwirtschaftsbehörde der Kreisverwaltung Neuwied auch den Landrat des Kreises Neuwied, Achim Hallerbach begrüßen. Mit eindringlichen Worten schilderte Werner Neumann die Gefahren für die Weidetierhaltung, die sich aus der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ergeben. Zwar gebe es Entschädigungen für gerissene Tiere, und nach Ausweisung eines Präventionsgebietes auch Zuschüsse zur Errichtung von Wolfsschutzzäunen, doch längst habe sich gezeigt, dass die vorgegebenen Schutzzäune in ihren Dimensionen nicht mehr ausreichten, um Schafe, Rinder und Pferde vor dem Wolf zu schützen. Zudem wird eine attackierte Herde jeden noch so stabilen Zaun überrennen. „Wer haftet für die Schäden, wenn die Tiere in Panik auf eine Autobahn laufen? …im Zweifelsfalle der geschädigte Autofahrer selbst!“, gibt er zu bedenken. „Damit ergibt sich nicht nur eine Gefahr für die Weidetierhaltung sondern auch für die Allgemeinheit“, so Neumann. „In Deutschland leben mittlerweile mehr Wölfe als im dünn besiedelten Schweden“, erklärte Rainer Wulff, Geschäftsführer des Landesverbandes der Schaf- und Ziegenhalter. Er schilderte die Situation der Schafhalter in Niedersachsen in Gebieten mit größeren Wolfspopulationen. Gerissene Tiere oder ausgebrochene Schafherden führen bei immer mehr Betrieben zur Aufgabe der Schafhaltung. „Zudem ist es unmöglich, die Weiden von Rindern durch Zäune wolfssicher zu bauen!“ erklärte Ulrich Schreiber, Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Neuwied. Mit seinen Kollegen Heribert Metternich aus dem Westerwaldkreis und Georg Groß aus Altenkirchen ist er sich einig: „Der Wolf muss ins Jagdrecht übernommen werden! Nur so können Weidetierhalter auch künftig ihre Tiere ohne Angst auf den Weiden halten!“

„Die Rückkehr des Wolfes wird unsere Landschaft an Rhein, Wied und Westerwald gravierend verändern, wenn wir keine ausreichenden Schutzmaßnahmen treffen“, erklärte Achim Hallerbach. In einem Schreiben an die Umweltministerin Ulrike Höffken hatte er bereits die Einrichtung eines Präventionsgebietes gefordert, um damit die Entschädigungsgrundlage für notwendige Schutzzäune zu schaffen. „Es ist sicherlich positiv, wenn unsere gemeinsamen Bemühung um die Renaturierung unserer Landschaften zahlreiche Früchte tragen. Aber wenn die Gesellschaft den Wolf will, muss auch der Schutz für die Weidetiere – die ebenfalls einen festen Bestandteil unserer Naturräume darstellen - finanziert werden. Der Tierhalter allein kann das nicht stemmen. Nur so können wir auch den Erhalt unserer Kulturlandschaft durch Beweidung sicherstellen“, lautet seine Forderung an die Landesregierung.

von links nach rechts: Georg Groß (Kreisvorsitzender Bauern- u. Winzerverband Altenkirchen), Ulrich Schreiber (Kreisvorsitzender Bauern- u. Winzerverband Neuwied; Werner Neumann (Vorsitzender Landesverband der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter e.V.) und Achim Hallerbach (Landrat Kreis Neuwied). Foto: Kreisverwaltung

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Kommentare
25.04.201817:04 Uhr
juergen mueller

Stimme Ihnen voll und ganz zu,Herr Gelhardt.
Familiensinn,Geduld,Freude,Nähe,Harmonie,Autorität,Trauer, Akzeptanz - alles Dinge,die den WOLF auszeichnen,Dinge,die den meisten in unserer heutigen Gesellschaft völlig abgehen.
Wer sich,wie ich,glücklich schätzen kann,renomierte u.weltweit anerkannte Menschen kennen zu dürfen,die sich der Lehre des Wolfes verschrieben haben sind nicht umsonst der Auffassung:"Wölfe lehren mich täglich,die Welt mit anderen Augen zu sehen!"
Damit meine ich NICHT diejenigen,die,wie z.b. ein Herr Faß, Gründer des Wolfscenter DÖRVERDEN,der sich als Wolfskenner bezeichnet,dessen Hauptziel es jedoch ist,mehr durch profit- u.vergnügungsorientierte Maßnahmen als durch fundierte Sachkenntnis zu glänzen,ein Jagdfetischist,der durch gewaltgeprägte Ausbildungsmethodik an einem durch den Mensch bereits geschädigten,verhaltensgestörten Schäferhund monatelang die Medien beschäftigte.Sogen. Betroffenen geht es nicht um TIERRECHT,sondern nur um ihren PROFIT.

24.04.201820:06 Uhr
Helmut Gelhardt

Wer sich objektiv, profund und gleichwohl verständlich über das
Thema Wolf informieren möchte, dem dürfen z.B. die nachfolgend aufgeführten Abhandlungen/Broschüren etc. empfohlen werden, die alle im Internet zugänglich sind:
"Willkommen Wolf! Gekommen um zu bleiben." Broschüre des NABU.
"DBBW Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf"
"Der Wolf ist zurück in Deutschland", BUND e.V.
"Böser Wolf? Zeit für einen Neuanfang!", BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Im Übrigen: Es sollte nicht mit frei konstruierten - zwar theoretisch möglichen, aber eher sehr seltenen - Verkehrs-Gefahrensituationen eine Gefahr des Wolfes für die
Allgemeinheit herbei phantasiert werden. Es gibt seriös betrachtet keine Gefahr des Wolfes/durch den Wolf für die Allgemeinheit. Wer unter den gegenwärtig vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen eine 'Überführung des Wolfes in das Jagdrecht' als einzig sinnvolle Lösung fordert, steht zweifelsfrei für Unverhältnismäßigkeit und Überreaktion!

23.04.201819:26 Uhr
juergen mueller

Es stellt sich hier garnicht erst die Frage,wer ist die Gesellschaft (das sind wir alle),sondern vielmehr,wie sich diese zum Nachteil von Natur-,TIER- u.Umwelt verändert hat.Wer behauptet,dass die Wälder gerne als Naherholungsorte,zum Wandern,Sport treiben etc.genutzt werden,der hat zwar recht,hat aber nichts begriffen.Der Mensch ist bis dato der Meinung,dass ihm alles gehöre u.er das Vorrecht besitze,alles dafür zu tun,was nur ihm alleine gerecht werde.Er war es,der dem Wald neuen Ackerboden abrang (der Wald wurde um die Hälfte auf seinen heutigen Bestand gerodet),Sumpfgebiete trocken legte,es entstanden neue menschliche Siedlungen,die Jagd nahm im Laufe der Jahrtausende entscheidenden Einfluss auf die menschliche Kultur ... und engte damit den Lebensraum z.b.des Wolfes bis zu seiner Ausrottung immer mehr ein.2017 wurden deutschlandweit ca.1000 Schafe durch Wölfe gerissen - damit der MENSCH Fleisch zu fressen hatte ca. 16 Millionen Schafe getötet.
Unter TIERRECHT fällt auch der WOLF!

20.04.201816:29 Uhr
Helmut Gelhardt

Die künstlich geschürte Aufregung um den Wolf ist so real wie das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein oder Rotkäppchen. Der Wolf ist bewusst artenschutzrechtlich qualifiziert geschützt - und das ist gut so und muss so bleiben! Selbstverständlich sind den Schäfern vom Wolf ggf. gerissene Tiere angemessen zu entschädigen. Da kann es gar kein Vertun geben. Doch hier eine Panikstimmung gegen den Wolf zu erzeugen ist populistisch und unverantwortlich! Man kann nur hoffen, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner
sich fachkundigen Rat bei ausgewiesenen Wolfsexperten einholen wird.

19.04.201808:00 Uhr
Uwe Klasen

Zitat:"... wenn die Gesellschaft den Wolf will ..." --- Es stellt sich hier die Frage, wer ist die Gesellschaft? Sind es wir alle, als Gemeinschaft oder doch nur einige wohlmeinende Menschen, denen die Lebensweise des Wolfes vor dem Allgemeingut Tierrecht (hier: die gerissenen Tiere) gilt? Was passiert, wenn ein Wolf, aus welchen Gründen auch immer, einmal einen Mensch angreift? Die Wälder werden Heutzutage gerne als Naherholungsorte genutzt, Menschen, die Wandern und sonstigen Sport darin treiben, könnten einem oder mehreren Wölfen vielleicht ins Beuteschema passen. Setzen wir heute schon gewisse, ideologiefreie, Maßstäbe im Zusammenleben Wolf - Nutztiere - Mensch, dann kann es funktionieren, dass diese Tiere sich dauerhaft und mit geringstmöglichen Problemen wieder ansiedeln.

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