Allgemeine Berichte | 06.02.2019, 11:05 Uhr

Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises

„Wir gehen zur Hölle, aber nicht nach Meckenheim“

Kommunale Neuordnung im Praxistest

Rhein-Sieg-Kreis. „Wir gehen zur Hölle, aber nicht nach Meckenheim“, äußerte der damalige Bürgermeister Felten der Gemeinde Arzdorf. Anlass war ein Treffen verschiedener Räte mit Vertretern des Kreises, bei der es mal wieder um die kommunale Neugliederung ging. Fühlte man sich doch durch Tradition und Geschichte Wachtberg verbunden. Zudem gab es Sorgen, ob durch den Zusammenschluss mit der größeren Stadt Meckenheim die Belange der Gemeinde angemessen vertreten sein würden, ob ein Gleichgewicht der Interessen hergestellt werden könnte. Dieser Kampf der Arzdorfer, Fritzdorfer und anderer Gemeinden, die sich bei der kommunalen Neugliederung 1969 gegen eine Eingemeindung in das Amt Meckenheim wehrten, war erfolgreich. Heute gehören sie zur Gemeinde Wachtberg.

Ein andere Kampflinie aber, die Bildung eines neuen Kreises mit Verwaltungssitz Siegburg, konnte nicht erfolgreich gezogen werden. Nach der Auflösung des ehemaligen Landkreises Bonn, setzte sich die Bildung eines „Kreises Bonn“ mit Bonn, Bad Godesberg, Beuel, allen Gemeinden des Landkreises Bonn sowie den Städten Königswinter und Bad Honnef nicht durch.

Am 17. September 1968 brachte der Innenminister seinen Gesetzentwurf im Landtag Nordrhein-Westfalens ein; am 10. Juni 1969 wurde das Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn im Gesetz- und Verordnungsblatt verkündet.

Anschaulich erfahren interessierte Leserinnen und Leser in dem Artikel „Ort aus der Retorte? Aus dem Amt Meckenheim wird eine neue Stadt“ von Ingrid Sönnert Wissenswertes über die ehemaligen kommunalen Strukturen der Dörfer, Gemeinden und Städte von und rund um Meckenheim, Rheinbach und Wachtberg. Über ihre Bemühungen, sich gegen die von oben verordnete kommunale Neugliederung zu wehren, die örtlichen Traditionen zu wahren, sich aber auch dem Unvermeidlichen und Notwendigen mit neuen Strukturen, wie beispielsweise der ehemaligen Entwicklungsgesellschaft Meckenheim-Merl (EMM), gegründet am 14. März 1962, zu stellen. Die EMM stellte Rahmenbedingungen her, Wohnmöglichkeiten und neue Infrastrukturen zu schaffen, angesichts des Zuzugs der vielen in den Ministerien und Behörden arbeitenden Menschen. 2009 fusionierte die EMM mit der Meckenheimer Entwicklungs- und Wohnungsgesellschaft mbH.

Heute „kann das Ziel der kommunalen Neugliederung, die Bildung einer gemeinsamen neuen Stadt, als erfolgreich bezeichnet werden. Wobei jeder Ortsteil seine charakteristischen Züge behalten hat“, lautet das Resümee der Autorin.

Das Jahrbuch ist in der Edition Blattwelt von Reinhard Zado erschienen und im Buchhandel erhältlich.

Pressemitteilung

Rhein-Sieg-Kreis

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