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Marienschule Bad Hönningen nahm an der Rallye des Weltladens in Koblenz teil

Erkundungstour durch den Fairen Handel

02.02.2016 - 12:21

Koblenz. Die 800 deutschen Weltläden sind mehr als nur Fachgeschäfte des Fairen Handels. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören Informations- und Bildungsarbeit. Das gilt auch für den Koblenzer Weltladen am Josef-Görres-Platz 13, der schon Ende 1979, damals noch als „Dritte-Welt-Laden“ in der alten Bahnhofsunterführung, gegründet wurde. Am Görresplatz besteht er seit Ende 2011.

Im Rahmen seines Bildungsauftrags bietet der Weltladen Koblenz gelegentlich Erkundungstouren durch den Laden für Schüler aus dritten und vierten Klassen an - ein Projekt, das mit Unterstützung des „Entwicklungspolitischen Landesnetzwerkes ELAN e.V.“ und mit Mitteln der „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH“ gefördert wird. Susanne Schwandt, die einzige Honorarkraft im Weltladen, begrüßte aus diesem Grund 16 Kinder aus der Klasse 4a der Marienschule Bad Hönningen, die sich mit ihren Ethik-Lehrerinnen Annabell Zierau und Laura Sieger für die Rallye angemeldet hatten. Bevor der lehrreiche Spaß beginnen konnte, erklärte Susanne Schwandt zunächst den Begriff „Fairer Handel“ am Beispiel von zwei Bananen und Texten dazu, die sie die Kinder vorlesen und analysieren ließ. Beide Bananen stammen aus Ecuador, aber von ganz unterschiedlichen Plantagen.

Die Kinder erfuhren auf diese Weise, dass Erzeuger für fair gehandelte Produkte einen festgelegten, gerechten Mindestpreis erhalten, es zudem für sie und ihre Arbeiter sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen gibt, da beim Anbau weder Kunstdünger noch umweltschädigende Pestizide zum Einsatz kommen. Susanne Schwandt erläuterte: „Stellt Euch vor, nur zwei Euro verdient der Arbeiter pro Tag in der großen Plantage. Davon kann er nicht genug zu essen kaufen und seine Kinder nicht zur Schule schicken“. Außerdem werde er krank durch den ständigen Kontakt mit den mit Gift bespritzten Bananen, machte sie deutlich. Selbst wenn der andere Arbeiter immer noch viel ärmer als sie, die Kinder, sei, lebe er gesünder und seine Familie habe aufgrund der Fairtrade-Bedingungen ein weit besseres Auskommen.


Wissen spielerisch erweitern


Nach diesen Informationen waren die Kinder gewappnet für die Rallye. An fünf Stationen, die im Verkaufsladen und im angrenzenden Raum eingerichtet waren, erweiterten sie gruppenweise ihr Wissen um den Fairen Handel spielerisch. Für jede Station hatten sie ungefähr zehn Minuten Zeit. Mit Feuereifer waren sie dabei. Der CD-Player an der Station „Mangobauern“ spielte einen Text ab mit einer ähnlichen Geschichte wie der über die Bananenplantagen. Wenn die Kinder gut zugehört haben, konnten sie die Fragen eigentlich leicht beantworten und durften nebenbei noch getrocknete Mangospalten naschen. Die zweite Station, ein Brettspiel, befand sich direkt neben der Kasse auf dem Ladentisch. Wer mit seiner Spielfigur auf ein rotes Feld kam, musste eine Fragekarte ziehen, auf der nach Antworten rund um den Koblenzer Weltladen gesucht wurde.

Da musste Doris Seitz helfen. Sie ist eine von 30 sich hier ehrenamtlich Engagierenden. Sie weiß, wo die Kinder die Öffnungszeiten des Ladens finden und besonders gut, welche Arbeiten sie und die anderen Mitarbeiter zu erledigen haben. „Rumstehen und warten“, wie ein Junge glaubte, gehört jedenfalls eher selten dazu. Dekorieren, Einräumen, Kunden beraten, Kassieren und - ja, auch das mal - Putzen. Wenn doch alle hier umsonst arbeiten, was passiert dann mit dem Geld, das durch den Verkauf eingenommen wird? Nun, seit 2012 fließt ein Großteil der Überschüsse zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen des 2004 gegründeten Trägervereins „Gerechte Welt e.V.“ und mit Spenden an das Netzwerk für Gerechtigkeit und Entwicklung in dem westafrikanischen Staat Sierra Leone, eine Partnerorganisation von „medico international“.

Die dritte, für die kleinen Rallye-Teilnehmer besonders spannende Aufgabe beschäftigte sich mit den Weltladen-Produkten. Die Kinder sollten eines heraussuchen, das ihnen besonders gut gefällt und beispielsweise feststellen, aus welchem Land es kommt, aus welchem Material es gemacht ist oder woran man erkennt, dass es ein fair gehandeltes ist. Beim Stöbern entdeckten sie viele interessante Dinge. Mal an einer Vanillestange riechen? Puh - das stinkt. Aber das große Sortiment an Schokolade ist natürlich „voll cool“. Da gibt es sogar eine eigene Koblenz-Schokolade „Koblenz FAIRändert“. Und hinten in der Ecke die Rasseln, Panflöten und Trommeln. „Ich kauf meiner Schwester das hier“, rief ein Junge und hielt einen mit rosa Pailletten beklebten Mini-Notizblock in die Höhe. „Und was sind Räucherstäbchen?“ - so etwas kennen die Kinder gar nicht.

An der vierten Station sollte das Fairtrade-Zeichen abgemalt und Produkte im Laden benannt werden, auf denen es zu finden ist. Außerdem sollte je ein Produkt von vier Weltladen-Lieferanten wie „GEPA“ oder „dwp“ gefunden und aufgeschrieben werden. An der letzten Station galt es, anhand eines ausliegenden Textes vier Merkmale des Fairen Handels zu notieren und von den vorgegebenen Supermarkt-Namen diejenigen zu nennen, die fair gehandelte Produkte anbieten. Die Kinder, die alle Aufgaben gelöst hatten, konnten auf einer großen Weltkarte die Herkunftsländer für Kaffee, Mangos, Kakao oder Orangen farbig ausmalen.


Die Welt ein wenig besser machen


Zum Rallye-Abschluss gab es eine Fairtrade-Orange für jeden und Susanne Schwandt besprach die gefundenen Antworten, um zu sehen, ob alles gut verstanden wurde. Noch einmal betonte sie die im Weltladen ehrenamtlich erbrachte Arbeit und dass alle stolz seien, mit diesem Engagement den Kunden sogar normale Öffnungszeiten anbieten zu können. Außerdem wies sie abermals darauf hin, dass im Weltladen nur Ware von den knapp 70 Lieferanten verkauft wird, die vom Weltladen-Dachverband als fair handelnde anerkannt sind. „Merkt Euch den fairen Handel und was ihn auszeichnet und erzählt anderen davon“, gab sie den Kindern als Rat mit auf den Nachhauseweg. Sie sollen bedenken, dass sie mit dem Kauf fair gehandelter Produkte dazu beitragen können, die Welt ein wenig besser zu machen.

Bevor die Gruppe dann wirklich den Laden verlies, bildete sich eine lange Schlange an der Kasse, denn jedes Kind wollte eine Kleinigkeit kaufen - für sich selbst oder für die Familie. Schließlich galt es, sich zu sputen, um den Zug nach Hause nicht zu verpassen und auf dem Rückweg vielleicht noch im Weltladen in Linz vorbeizuschauen.

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Kommentare
Jürgen Müller:
Der Bitte/Forderung von Anwohnern/Herrn Altmaier ist seitens der STADT zu folgen, die bisher KEINE Weitsicht und Kompetenz gezeigt hat - im Gegenteil.Die Reaktion von Herrn Langner ist mehr als bedenklich und kindergartenmässig.Die Auswüchse von alkohol- und feierwütigen Unbelehrbaren in Coronazeiten hat er NICHT im Griff - auch NICHT seine offensichtliche Eitelkeit und Reaktion auf berechtigte Kritik.
Gabriele Friedrich:
Alkoholverbot in der Öffentlichkeit, ob mit oder ohne Corona. Was in anderen Ländern hervorragend funktioniert, scheint in Deutschland unmöglich. Auch die Pizza-Esserei auf der Straße, da braucht man sich nur einmal die städtischen Müllkörbe anzusehen. Wann raffen die Politiker endlich mal, das sie sich auch unbeliebt machen dürfen, wenn es Sinn macht. Keine Chance den Alkoholikern und so schützt man auch Jugendliche, die ohnehin schon zu viel "saufen" Wenn der OB sich beschwert, soll er halt seine Arbeit machen und zwar so, wie die Wähler das wollen.
Jean Seligmann:
Verbote, Verbote und nochmals Verbote, könnt ihr nichts anderes mehr? Es ist doch klar Erkennbar das die Menschen diese immer mehr unterlaufen, lt. einer Studie haben sich 2/3 der Menschen in Deutschland nicht an die Corona-Verbote gehalten! Es geht auch anders, schaut euch Schweden an, sinkende Infektionszahlen! Und das ohne Panik schüren, Verbote, Strafe, hier wurden ganz wenige Maßnahmen ergriffen, die Freiheit der Menschen wurde nicht eingeschränkt!
Gabriele Friedrich:
Bei der AfD ist es eben schwierig die Leute auszusortieren, die rechtes Gedankengut haben. Ich finde auch, das man nicht generell alles ablehnen sollte, was von dieser Partei kommt. Lieber wäre mir, es würde sie gar nicht erst geben. Zu verdanken haben wir das der versagenden Bundespolitik und auch Landespolitik. [ Zitat] Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung [ Zitat Ende] "Das" können Sie auch ganz normal in Arztpraxen, Krankenkassen, öffentliche Stellen, auf der Straße und eigentlich überall erleben, wo Menschen sich begegnen. Ganz normale Deutsche diffamieren andere Deutsche, nur weil sie sich gegen etwas wehren, etwas einfordern wollen oder einfach nur freundlich behandelt werden wollen. Auch wer eine "andere" Meinung hat, wird verbal niedergetrampelt oder verächtlich gemacht. Deutschland ist nicht unbedingt mehr das Vorbild für andere. Die Menschen haben noch niemals aus der Vergangenheit gelernt, die Fehler geschehen immer in der Gegenwart!
Jean Seligmann:
"auf allen Ebenen der kommunalen politischen Arbeit Anträge der AfD abzulehnen, wurde dabei einstimmig beschlossen." So sieht das demokratische Verständnis der anderen Parteien also aus, INTOLERANT wäre noch geschmeichelt, hier werden Menschen diskriminiert ob ihrer politischen Ansicht, obwohl diese durch Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz im Grunde ausgeschlossen sein sollte. Aber soviel Verständnis für Andersdenkende darf von den anderen Parteien und im besonderen von GRÜNEN nicht erwartet werden! Wo die Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung von anderen Menschen hinführt, dass hat uns die Geschichte hinlänglich gelehrt!
juergen mueller:
Dieser sogenannte "Handlungsbedarf" wurde über JAHRE ignoriert. Jetzt, wo die Kacke am Dampfen ist, wird man munter. Dieses plötzliche Umdenken ist das was Politik ausmacht - erst dann, wenn die Öffentlichkeit auf etwas aufmerksam macht, was über Jahre vernachlässigt wurde, (vermeintlich) aktiv werden. Man sucht sich halt zu seinem persönlichen Vorteil das aus, was eben zur eigenen Profilierung gerade passt. Widerlich und anbiedernd.
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