Allgemeine Berichte | 30.10.2013

Editha Pröbstle zeigt ihre Kunstwerke in Nevers

Mit den Klappraden auch „die Zeit“ erobert

Ein Holzschnitt von Editha.privat

Koblenz. Zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Koblenz-Nevers wurde die Koblenzer Bildhauerin und Grafikerin Editha Pröbstle mit einer Ausstellung von Farbholzschnitten, Klappraden und KUULlus nach Nevers in die Médiathèque Jean Jaurès, Ville de Nevers eingeladen.

Die Künstlerin hat dazu auch die 7-teilige, handgedruckte Farbholzschnitt-Serie „Koblenz“ dazu ausgewählt. K wie Schloss, O wie Deutsches Eck, B wie Plan, L wie Festung, E wie Florinsplatz, N wie Florinskirche und Z wie Alte Burg zeigt schon in der Titelgebung, mit wie viel Humor Pröbstle den Zyklus im Jahre 2010 geschnitten hat. Tradition und Moderne paaren sich in ihren Bildern. Gewünscht wurde von der Mediathek Jean Jaures, welche die Ausstellung bis zum 28. November zeigt, Kunstarbeiten mit Schrift oder Literatur. Beide Wünsche konnten erfüllt werden; so können die Gäste der Schau auch die Illustration zu Brentano-Märchen und aus der Reihe Literatur z.B. „das Brot“ von Borchert betrachten. Und Evelyn Haslers „Wachsflügelfrau“ ist als Klapprade nun auch in Nevers zu sehen. Klappraden kann man umstecken und so entsteht immer wieder durch den Akteur eine andere Sicht auf das Kunstwerk.

Der Kustus des Basler Museums sagte damals bei der Eröffnungsrede: „Das Schneiden, Zerteilen und vereinzeln der Bildelemente spielt bei Editha Pröbstle eine zentrale Rolle. Die Künstlerin findet sich nicht mit der Zweidimensionalität des Holzschnittes ab. Indem sie die Farbholzschnitte auf in eigenen Formen gebrachte Holzplatten kachiert, diese dann in einem räumlichen Stecksystem zusammenfügt, greift sie in den Raum, schafft sie Objekte, die sich zwischen Fläche und dem ganz dinglich gefüllten Raum bewegen. Die Variabilität dieser Skulpturen sind unbegrenzt, da deren Einzelteile beliebig ja endlos miteinander verknüpfbar sind. Ihre Skulpturen profitieren von der leichteren Lesbarkeit und der bildnerischen Aufnahmefähigkeit des Farbholzschnittes. Jedem Blick, auch dem flüchtigen, entbietet sich eine bestimmte Anzahl von Gliedern, die man zunächst noch von der Seite erblickt und von denen nun die Kante der Holzplatte sichtbar ist und dann erscheinen sie in einen anderen Blickwinkel. Der neugierige Betrachter wird also beim Herumgehen immer weitere Abschnitte entdecken und, wenn er die Statue auch von der Rückseite her betrachten kann, wird er plötzlich ein anderes Gesicht sehen und erkennen, zwei- und mehransichtige Raffinesse erkennen. Es ist überraschend genug, dass die Künstlerin spielerisch einfach die Zweidimensionalität des Holzschnittes mit der dritten Dimension der Skulptur vereint.“

Doch mit Eroberung der Raumdimension hat die Künstlerin noch nicht alle Mittel ausgeschöpft, denn Editha Pröbstle nutzt ihr schöpferisches Potential noch weiter aus und erobert mit ihren Klappraden sogar eine vierte Dimension: nämlich die Zeit. Diese Sprengung von Grenzen und Möglichkeiten ist das, was sie an diesen mehrdimensionalen Kunstwerken besonders fasziniert, sowie der Umstand, dass die Klappraden die spielerische Phantasie und Kreativität ihrer Schöpferin auf den Betrachter, der zu einem solchen Dialog bereit ist, übertragen wird.

Ein Holzschnitt von Editha. Foto: privat

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