Bald gilt der neue Staatsvertrag für das Glücksspielwesen

Bald gilt der neue Staatsvertrag für das Glücksspielwesen

Wenn der neue Glücksspielstaatsvertrag im Juli 2021 in Kraft tritt, können alle Online-Casinos sich um eine legale Glücksspiel-Lizenz bewerben. Damit hat die derzeit für alle Seiten sehr unbefriedigende Situation mit Lizenzen aus anderen EU-Staaten ein Ende. Foto: Pixabay © besteonlinecasinos (CC0 Public Domain)

12.08.2020 - 09:41

Online-Casinos und Casino-Apps sind bald bundesweit zulässig. Bislang bewegten sich Online-Casinos in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone, beriefen sich auf die Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union. Es gab nur aus Schleswig-Holstein gültige Glücksspiel-Lizenzen und nur die Spieler aus diesem Bundesland konnten ganz legal im Internet dem Glücksspiel frönen. Das ist bald nicht mehr notwendig, denn die Bundesländer haben sich nach jahrelangen Diskussionen auf einen neuen Glücksspielstaatsvertrag geeinigt. Ab Juli 2021 sind Black Jack, Roulette, Poker und viele andere Glücksspiele in den Online-Casinos legal.

Bald gilt der neue Staatsvertrag für das Glücksspielwesen

Derzeit sind Roulette und Co eigentlich noch illegal. Durch die europäische Dienstleistungsfreiheit können die Online-Casinos mit Lizenzen von Malta oder Gibraltar dennoch ihre Dienstleistung in Deutschland anbieten, ohne dass die Behörden einschreiten. Foto: Pixabay © AidanHowe (CC0 Public Domain)


Reformierte Regeln für Online-Casinos und private Sportwettenanbieter


Der „Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens“ reformiert die Regeln für private Sportwetten- und Online-Casino-Anbieter. Bis zur Ratifizierung soll den Anbietern eine großzügige Übergangsregelung helfen, ein legales Glücksspielangebot zu schaffen. Dabei geht es vor allem um die Anbieter, die schon heute die Regeln einhalten und als zuverlässig gelten. Dabei verfolgt der neue Glücksspielstaatsvertrag gleich mehrere Ziele. Die wichtigsten dabei sind Spielerschutz und Suchtprävention. Durch die Neuregelung entsteht zudem ein oft unerwähnter Nebeneffekt: Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Eine der besten online casinos websites hat dazu interessante Zahlen in einem Blogbeitrag veröffentlicht. Im Jahr 2018 gab es etwa 45 Milliarden Euro Umsatz in den Online-Casinos. 2008 waren es 17 Milliarden. Das ist ein Zuwachs von 270 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Davon können viele andere Branchen nur träumen.


Rheinland-Pfalz ist für eine moderate Öffnung des Glücksspielmarktes eingetreten


Rheinland-Pfalz hat sich bei den Diskussionen um den neuen Staatsvertrag für eine moderate Öffnung des Glücksspielmarktes eingesetzt. Einige der Bundesländer wollen ein totales Verbot, andere forderten eine komplette Liberalisierung. Die Verhandlungen waren daher sehr schwierig. Derzeit boomt noch der Schwarzmarkt. Rheinland-Pfalz wollte keines der Extreme, sondern wählte einen Mittelweg. Die Staatskanzlei hat erkannt, dass die Kunden ein zeitgemäßes Angebot fordern. Mit einem geordneten Rahmen will die Regierung dem Rechnung tragen und lizensierte, attraktive Angebote bieten. Nur so ließen sich Schwarz- und Graumarkt wirkungsvoll einschränken, so der Chef der Mainzer Staatskanzlei Hoch. Alle Behörden wollen gemeinsam zum Schutz der Spieler eine zentrale Glücksspielbehörde einrichten.

Bald gilt der neue Staatsvertrag für das Glücksspielwesen

Die Spielautomatenbranche erhofft sich ebenfalls Vorteile, wenn das Glücksspiel in Deutschland legalisiert wird. Foto: Pixabay © AidanHowe (CC0 Public Domain)


Spielautomaten-Branche erhofft sich ebenfalls einen Boom


Die Spielautomaten-Branche hofft, ebenfalls etwas von dem digitalen Kuchen abzubekommen. Einer der größten Gerätehersteller, das Unternehmen Löwen Entertainment, hat seinen Sitz in Bingen. Durch die strengeren Regeln für Automatenaufsteller und die Konkurrenz aus dem digitalen Glücksspielbereich sind die rund 4500 Jobs in Rheinland-Pfalz unter Druck geraten. Die Anbieter erfüllen hohe Qualitätsanforderungen und erhoffen sich, dass sie sich ebenfalls um entsprechende Lizenzen bewerben können.


Deutsche Spieleentwickler könnten in den lukrativen Glücksspielmarkt einsteigen


Deutsche Spieleentwickler sind bislang noch nicht sehr aktiv im Bereich Online-Glücksspiel. Die anstehende Legalisierung könnte zur Folge haben, dass auch sie in diesen lukrativen Markt einsteigen und beispielsweise bereits bestehende Spiele mit einer Komponente für das Glücksspiel aufrüsten. Vor drei Jahren hatte sich der Industrieverband der deutschen Computerspiele-Industrie klar von der Sparte Online-Glücksspiel distanziert.

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12.08.2020 14:13 Uhr
Spieler

Ein wirklich "armes Deutschland" bei dieser Leseschwäche. Aber wo mehr als 83% schon bei der Umfrage "Debatte in Bundesländern um Abschaffung der Maskenpflicht - Was sagen Sie?" versagen (diese 83% möchten also keine Debatte!), was soll man da anders erwarten?



12.08.2020 13:15 Uhr
armesDeutschland

ist ja super, dann haben wir demnächst noch mehr Mitmenschen die Ihr Haus und Hof verspielen, der einzige der hier profitiert der Staat und die Casinos.



12.08.2020 10:09 Uhr
Spieler

Gut das dieses rechtliche Hick-Hack endlich beseitigt wird und die Nutzer nun legal diese Dienste verwenden könen. Ein Stück mehr Rechtssicherheit.



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juergen mueller:
Warum immer so kompliziert - 30 Grad Differenz - wen interessiert`s. Steingärten sind optisch monoton und ökologisch = 0. Die NACHTEILE - Teuer in Anschaffung und Pflege, Insekten,Vögel u.andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum, Schnell unansehnlich durch Algen und Pflanzenaufwuchs, Regelmäßiges Reinigen nötig - Einsatz von Laubbläsern, Hochdruckreiniger kostet Energie und schädigt Kleinlebewesen, Einsatz von Pestiziden tötet Lebewesen, Schotter heizt sich im Sommer auf, Feinstaub wird nicht gefiltert, Staubbelastung steigt, Lärm wird verstärkt, Boden wird verdichtet u.zerstört, später aufwendige Renaturierung nötig, Wasser kann gar nicht oder nur schwer versickern. Das muss reichen, um dagegen zu sein, oder?
juergen mueller:
Was für Träumereien - ein Neubau, etwas was der ein oder andere in diesem Leben eh nicht mehr erleben wird, Hauptsache,darüber geredet - wie lange schon?. Und die Frage ist - WOFÜR? Vor Jahrzehnten ABENDSPORTFEST ... ade FUSSBALL ... ade Also - WOFÜR eine neue Tribüne, Herr NAUMANN?
juergen mueller:
Seit wann setzen vor allem CDU und SPD auf Transparenz?Dieses Wort gibt es nicht in deren Wortschatz.Die leben ihre undurchsichtige Politik nach wie vor nach dem Motto aus:"Bürger*innen dürfen zwar alles essen, aber nicht alles wissen".Politik lässt sich nicht in die Karten schauen.Da wird vertuscht,getäuscht,gelogen und verarscht und das auf einem sprachlichen und gestikreichen absolut unterem Niveau - man schaue sich auf FACEBOOK den Senf der SPD-Fraktion einmal näher an.Ein Herr Biebricher/CDU zerreißt sich das Maul immer nur dann,wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist - inhaltlos,verständnislos,absolut desorientiert,uninformiert,selbstgefällig,von seiner eigenen unwichtigen Wichtigkeit überzeugt,das Bild eines Möchtegern-Politikers,der seine Abwahl als Landtagsabgeordneter immer noch nicht verkraftet hat,weil ihm vom Wähler aufgezeigt wurde,dass es dafür dann doch nicht reicht - die SPD mit eingeschlossen. BÜRGERBETEILIGUNG - BÜRGERNÄHE = eine verlogene POLITIK.
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