gesponserte Artikel | 16.08.2019

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Cannabis als Medizin: Wie hat sich die Nutzung in den letzten zwei Jahren entwickelt?

Cannabis wird heute für verschiedene medizinische Zwecke eingesetzt - die Nachfrage steigt rasant. Quelle: @ Rick Proctor / Unsplash.com

In Deutschland, also auch in Rheinland-Pfalz, kann unter bestimmten Voraussetzungen Cannabis auf Rezept verschrieben werden. Diese Regelung ist seit zwei Jahren in kraft, doch welche Änderungen haben sich dadurch ergeben? Wird medizinisches Cannabis häufig verschrieben, oder gibt es noch Probleme? Und für welche Krankheiten eignet sich das Mittel überhaupt. Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Anträge auf Verordnung werden oft unterstützt
In Rheinland-Pfalz gibt es eine positive Nachricht. Im Schnitt genehmigt der medizinische Dienst der Krankenkassen jede zweite Verschreibung, beziehungsweise den ärztlichen Antrag auf Cannabis auf Rezept. Im Einzelnen bedeutet das:

  • Anträge - allein die Techniker Krankenkasse hatte bis zum Januar 2.600 Anträge auf die Kostenübernahme von medizinischem Cannabis erhalten. Rund 1.500 wurden genehmigt. Allerdings gelten die anderen Anträge nicht unbedingt als abgelehnt, oftmals waren für eine genauere Bearbeitung noch Unterlagen notwendig.
  • Eignung - bei bestimmten Krankheiten können cannabishaltige Arzneimittel sinnvoll sein. Allerdings muss hier stets der Einzelfall geprüft werden. Experten von den Krankenkassen raten dazu, sich genau mit dem Arzt zu besprechen.

Bislang wird jeder Antrag genau nachgehalten und ausgewertet. Nach fünf Jahren sollen die Statistiken überprüft werden, damit überlegt werden kann, ob Cannabis später als Regelleistung der Krankenkassen gilt oder nicht. Aktuell gibt es übrigens aufgrund der hohen Nachfrage immer wieder Lieferengpässe. Daher geht nächstes Jahr die erste deutsche Cannabis-Farm mit ihrer ersten Ernte an den Start. Momentan wird auf der Plantage noch ein Lager gebaut, damit die Engpässe künftig verhindert werden können.

Cannabis: Wogegen helfen die Produkte?
Medizinisches Cannabis und cannabishaltige Produkte wie CBD können bei einer Vielzahl von Krankheiten unterstützend helfen. Die Forschungen sind jedoch noch nicht in allen Fällen aussagekräftig. Das Problem hierzulande ist, dass Cannabis in der Vergangenheit fast ausnahmslos unter dem Gesichtspunkt der Droge untersucht und frühere Forschungen bezüglich des Gesundheitsfaktors kaum berücksichtigt wurden. Deshalb haben etliche Patienten auch Probleme, medizinisches Cannabis für ihre eigene Erkrankung zu erhalten. Oftmals wird darauf verwiesen, dass die Faktenlage noch nicht ausreichend sei. Die folgenden Erkrankungen und Symptome sind somit als Möglichkeit zu betrachten, nicht als Garantie, dass eine Verschreibung durchgesetzt werden kann:

  • Schmerzen – die Inhaltsstoffe von Cannabis haben einen positiven Einfluss auf die Schmerzrezeptoren und heben die Schmerzgrenze an. Je nach Ursache der Schmerzen kann somit Cannabis zur Linderung verschrieben werden. Einige Patienten berichten sogar, dass sie ihre herkömmlichen Schmerzmittel nicht länger nehmen müssten. In Israel wird medizinisches Cannabis sogar in Alten- und Pflegeheimen an Rheuma- und Arthrosepatienten ausgeben. Auch hier sank die Notwendigkeit von Schmerzmitteln.
  • Epilepsie – es gibt Hinweise, dass Cannabis bei Epilepsie wirkt. Wichtig ist jedoch, eine etwaige Umstellung genau mit dem Arzt zu besprechen und von diesem dauerhaft überwachen zu lassen.
  • Tourette – bei erwachsenen Patienten beugt Cannabis Ticks vor oder mildert diese ab. In diesem Bereich wird einer Verschreibung oft zugestimmt, sofern die anderen Medikamente keine ausreichende Linderung brachten.
  • Krebs – begleitend zu einer herkömmlichen Behandlung kann Cannabis eingesetzt werden. Es dient nun nicht dazu, den Krebs zu heilen, sondern die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapien einzudämmen.
  • Als CBD – dieses nicht-halluzinogene Mittel, welches von einer besonderen Cannabispflanze stammt, ist auch ohne Rezept erhältlich. Es kann bei Unruhe, Schlafstörungen, Übelkeit, fehlendem Appetit und Schmerzen eingesetzt werden.

Wer sich für CBD interessiert, da er unter gesundheitlichen Problemen leidet, sollte trotz allem zuerst einen Arzt aufsuchen. Länger andauernde Appetitlosigkeit, Übelkeit, aber auch Unruhe und Schlafstörungen können ernsthafte Hintergründe haben, die unbedingt untersucht werden sollten.

Wie kann Cannabis konsumiert werden?
Medizinisches Cannabis kann auf verschiedenen Wegen eingenommen werden. In der Regel entscheidet der Patient, welche Variante für ihn am besten ist. In anderen Fällen bedingt das Symptom die Anwendeart:

  • Rauchen/Dampfen – medizinisches Cannabis kann ebenso geraucht werden, wie das als Droge bekannte Cannabis. Die meisten Konsumenten drehen sich jedoch keinen Joint, sondern nutzen eine in der Apotheke erhältliche Pfeife. Flüssige Formen des Cannabis können zudem gedampft werden. Auch hier funktioniert das Prinzip ähnlich einer E-Zigarette. Das Öl wird auf den Verdampfer geträufelt, erhitzt und nun eingeatmet.
  • Tabletten/Kapseln – zugleich gibt es Kapseln und Tabletten. In den Kapseln befindet sich meist das Öl, welches wirkt, sobald sich die Kapsel im Magen auflöst.
  • Öl – CBD wird oft als Öl genutzt. Hier findet die Einnahme auf verschiedenen Weisen statt. Das Öl kann auf einen Löffel geträufelt und geschluckt werden, aber auch auf ein Stück Brot gegeben. Darüber hinaus ist es möglich, das Öl als Einreibemittel zu nutzen. Wer beispielsweise schmerzende Kniegelenke hat, kann diese mit dem Öl einreiben. Das Cannabis wird nun über die Haut aufgenommen.
  • Salbe – sie unterscheidet sich nicht vom Einreiben mit Öl, ist allerdings weniger vielseitig, da sie aufgrund der Inhaltsstoffe nicht zum Verzehr geeignet ist.

Patienten sollten sich genau mit ihrem Arzt besprechen und gemeinsam mit ihm überlegen, welche Form der Anwendung für einen selbst gut geeignet ist. Wer beispielsweise nie im Leben rauchte, der mag oft nur ungern zur Pfeife oder zum Verdampfer greifen. Auch kann es sein, dass je nach Erkrankungen von den Kassen bestimmte Cannabis-Varianten bevorzugt werden. Eine kleine Ausnahme bilden die Salben und das CBD-Öl. Da diese auch ohne Rezept erhältlich sind, entscheidet der Nutzer ganz allein über die Anwendung, sofern sie die Ursache ihrer Probleme ärztlich haben prüfen lassen. Von der dauerhaften Selbstmedikation muss – wie auch bei einfachen Kopfschmerztabletten – abgeraten werden.

Medizinisches Cannabis wird heute in verschiedenen Formen angeboten. Quelle: @ Get Budding / Unsplash.com

Medizinisches Cannabis wird heute in verschiedenen Formen angeboten. Quelle: @ Get Budding / Unsplash.com

Fazit – steigende Nutzung
Angesichts der Tatsache, dass medizinisches Cannabis knapp wird, lässt sich vermuten, dass die Zulassungszahlen immer weiter steigen. Zwar hat nicht jeder Patient Glück, eine Bewilligung zu erhalten, dennoch erweist sich Cannabis für viele Patienten als nützlich. Sollten die Erfahrungen positiv bleiben, ist es gut möglich, dass alle Krankenkassen medizinisches Cannabis in wenigen Jahren in die üblichen Regelleistungen aufnehmen. Wer sich als Betroffener für diesen Behandlungsweg interessiert, sollte unbedingt seinen Arzt auf die Möglichkeit ansprechen. Nicht jeder Arzt ist so gut mit der Materie befasst, als dass er das Arzneimittel direkt vorschlagen würde.

Cannabis wird heute für verschiedene medizinische Zwecke eingesetzt - die Nachfrage steigt rasant. Quelle: @ Rick Proctor / Unsplash.com

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