Politik | 10.02.2020

Stadtrat diskutierte über gemeinsames Gewerbegebiet Andernach-Plaidt

Antrag der Grünen zum Klimaschutz sorgte für heftige Debatten

Andernach und Plaidt planen, nördlich der B 256 zwischen Miesenheim und Plaidt, ein interkommunales Gewerbegebiet anzusiedeln. Foto: UBU

Andernach. Die Stadt Andernach und die Pellenzgemeinde Plaidt planen schon seit Längerem ein gemeinsames Gewerbegebiet zu erschließen. Das geplante Gewerbegebiet erstreckt sich nördlich der B 256 zwischen Miesenheim, Obere Löhrstraße und Plaidt, Andernacher Straße.

Die Beratung über eine interkommunale Vereinbarung zur Erschließung des Gewerbegebietes führte in der jüngsten Stadtratssitzung zu heftigen Debatten. Auslöser war der Antrag der Grünen im Stadtrat, den Klimaschutz in die Präambel der Vereinbarung mit aufzunehmen. Christoph Henrichsen, Fraktionsvorsitzender der Grünen verwies auf die jüngsten Klimakatastrophen, wie die Buschbrände in Australien und die Heuschreckenplage in Ostafrika, und erinnerte mit Blick auf den Sommer 2018 daran, dass auch bei uns Extremwetterereignisse stark zunehmen.

„Wir erwarten elementare Berücksichtigung des Klimaschutzes, wie beispielsweise Begrünung von Gebäuden und ein Verbot verschotterter Flächen, sowie die Anbindung des Gewerbegebietes an den ÖPNV und das Radwegenetz“, betonte Henrichsen. Henrichsen erinnerte er an die „grotesk verlaufene Diskussion“ als es um die Vermarktung der Gewerbeflächen im Füllscheuerweg ging. Seinerzeit seien die Grünen mit ihrem Vorschlag einer Dachbegrünung im Industriegebiet II auf blankes Unverständnis und Ablehnung gestoßen. „Grün habe in einem Industriegebiet nicht verloren“, zitiert Henrichsen eines der Argumente. Die großen Parteien hätten nicht eingreifen wollen. Es reiche nicht aus, nur von Klimaschutz zu reden, bestand Henrichsen darauf, die Klimaverträglichkeit des Gewerbegebietes festzuschreiben.Henrichsen stieß mit seinem Antrag auf wenig Gegenliebe im Rat. Der Antrag sei an dieser Stelle nicht korrekt, verwies Axel Bartels (SPD) darauf, dass ein Antrag zum Klimaschutz nicht Gegenstand der Tagesordnung sei.

„Wir werden schon darauf achten, dass alle Punkte des Klimaschutzes berücksichtigt werden. Heute reden wir jedoch ausschließlich über die interkommunale Vereinbarung“, betonte Bartels. „Die SPD begrüße das geplante interkommunale Gewerbegebiet.

Es sei womöglich das letzte seiner Art in dieser Größenordnung, über das die Stadt verfügen könne“, so Bartels. Mechthild Heil, MdB (CDU) pflichtete ihrem Vorredner bei. Sie betonte, dass bis zur vermeintlichen Umsetzung des Gewerbegebietes vermutlich noch zehn bis 15 Jahre ins Land gingen. Dann werde es selbstverständlich sein, dass man bei der Erschließung von Gewerbegebieten auf den Klimaschutz achten werde.

Grünstrategie wurde beschlossen

„Wenn Klimaschutz tatsächlich so selbstverständlich ist, wieso sträuben Sie sich dann, das mit in die Vereinbarung aufzunehmen?“, konterte Henrichsen. Petra Sabel-Haux (Grüne) zeigte sich von den Reaktionen der Ratsmitglieder überrascht. „Schließlich haben wir eine Grünstrategie beschlossen“, argumentierte sie. Die Grünstrategie beinhaltet unter anderem, dass in Zukunft alle städtischen Beschlussvorlagen auf Umwelt- und Klimaauswirkungen geprüft werden. Oberbürgermeister Achim Hütten versuchte die Wogen zu glätten, und stellte den Antrag der Grünen zur Abstimmung. Erwartungsgemäß stimmten neben den drei Fraktionsmitgliedern der Grünen, lediglich zwei weitere Ratsmitglieder dem Antrag zu, der somit abgelehnt wurde.

Der interkommunalen Vereinbarung zur Erschließung des Gewerbegebiets wurde mit vier Enthaltungen und einer Gegenstimme zugestimmt.

Andernach und Plaidt planen, nördlich der B 256 zwischen Miesenheim und Plaidt, ein interkommunales Gewerbegebiet anzusiedeln. Foto: UBU

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
MAYA 2026
MAYA Azubi Messe
Unterstützeranzeige -Theisen-
Innovatives rund um Andernach
Stellenazeige ausgebildete Hauswirtschafter
Empfohlene Artikel

Kreis Mayen-Koblenz. 43 Bürgerinnen und Bürger aus den Verbandsgemeinden Maifeld, Rhein-Mosel und Vordereifel sowie der Stadt Mayen folgten in der vergangenen Woche der Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Torsten Welling zu einer Besucherfahrt in den rheinland-pfälzischen Landtag nach Mainz. Ziel der Fahrt war es, politische Abläufe vor Ort erlebbar zu machen und den direkten Austausch zwischen Bevölkerung und Landespolitik zu fördern.

Weiterlesen

Erpel. Am 4. März war die rheinland-pfälzische Staatsministerin Doris Ahnen zu Gast im Bürgersaal in Erpel. Eingeladen hatte die SPD im Gemeindeverband Unkel zu einem Gesprächsabend rund um das Thema sozialer Wohnungsbau in der VG Unkel. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Täter hatte Seniorin vor ihrer Wohnung abgepasst

05.03.: Raubversuch in Köln: Unbekannter Mann verletzt 89-Jährige

Köln. Nach einem Raubversuch auf eine 89 Jahre alte Kölnerin sucht die Polizei Köln nach einem etwa 1,75 Meter großen und etwa 25 Jahre alten Mann mit kräftiger Statur und blonden kurzen Haaren. Der Tatverdächtige hatte zum Tatzeitpunkt graue Oberbekleidung sowie ein Tuch vor Mund und Nase getragen.

Weiterlesen

Meckenheim. Eine Ermittlungsgruppe der Kripo Köln hat am Mittwochmorgen (4. März) Haftbefehle gegen zwei 36- und 27-jährige mutmaßliche Räuber in deren Wohnungen in Meckenheim (Rhein-Sieg-Kreis) vollstreckt. Gleichzeitig durchsuchten die von Bereitschaftspolizisten und Finanzermittlern unterstützten Fahnder auf richterliche Anordnung die Wohnräume und stellten Beweismittel sicher. Bei dem Jüngeren beschlagnahmten sie einen sechsstelligen Bargeldbetrag.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Start in den Frühling
MAYA 2026
Mayener Ausbildungsmesse
Imageanzeige Dauerauftrag 03/2026
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Image Anzeige für Arno Reif
Held*in Staubfeldwebel
"Zukunft trifft Tradition" KW 10