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Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters von Sinzig

Der nächste Bürgermeister Sinzigs heißt Andreas Geron

71,5 Prozent der Sinziger Bürgerinnen und Bürger stimmten für den parteilosen Kandidaten Andreas Geron, der diese Wahl gegen den Christdemokraten Martin Braun gewann, für den 28,5 Prozent der Wähler votierten

09.10.2017 - 11:18

Sinzig. Der nächste Sinziger Bürgermeister heißt Andreas Geron. In der Stichwahl setzte sich der 52-jährige Jurist am Sonntag mit 71,5 Prozent der Stimmen gegen den CDU Kandidaten Martin Braun durch, der es auf 28,5 Prozent brachte. 6684 der 13.741 wahlberechtigten Sinziger waren am Sonntag zur Urne gegangen. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 48,6 Prozent. So klar der Sieg von Geron ist, so unterschiedlich ist die Einschätzung der Wahlbeteiligung in der Stadt. Sieht man die Wahlbeteiligung im Lichte vergleichbarer „Solo-Bürgermeisterwahlen“ dann sind 48,6 Prozent eigentlich ein fast schon gutes Ergebnis. Das politische Sinzig und auch wohl die Nutzer der sozialen Netzwerke hatten sich angesichts des „großen Getöses“ im Vorfeld der Wahl aber wohl eine höhere Wahlbeteiligung versprochen. Zentrum des politischen Geschehens war am Sonntagabend der Sitzungssaal im Rathaus, wobei per Beamer die einlaufenden Ergebnisse auf eine große Leinwand projiziert worden. Viele Sinziger waren gekommen, um die Auswertung ihrer Bürgermeisterwahl sozusagen live mitzuerleben. Bereits um 18:00 Uhr war der Sitzungssaal gut gefüllt. Die erste Trendmeldung kam dann um 18:14 Uhr aus Franken. Dort hatte sich Geron mit 61,8 Prozent durchgesetzt und spätestens mit dem Eintreffen der Wahlergebnisse aus Bad Bodendorf war ein Trend gesetzt, der sich am Abend nicht mehr umkehren sollte.

Dabei war der Ratssaal wohl auch fest in der Hand von Geron-Fans, wie immer wieder aufflammender Applaus und anschließend Standing Ovations für den erfolgreichen Kandidaten dokumentierten. „Ich kann das gar nicht so richtig glauben und bin noch etwas sprachlos“, so die erste Reaktion des zweifachen Familienvaters. Ein großes Dankeschön ging an alle Wahlhelfer die Mitarbeiter der Verwaltung seine Familie und ein großes Unterstützerteam. Geron selbst will nach sehr anstrengenden Wochen nun zunächst einmal zur Ruhe kommen und sich dann Anfang Januar voller Elan als seinen auf seine neue Aufgabe als Bürgermeister stürzen. Erster Gratulant war Sinzigs Amtsinhaber Wolfgang Kroeger. Der verkündete als Wahlleiter um 18:45 Uhr das vorläufige Endergebnis und beglückwünschte Andreas Geron zum Wahlsieg.


Wechselstimmung in allen Stadtteilen


„Die Wähler wollten einen Wechsel“, kommentierte Kroeger das Wahlergebnis kurz und bündig. Angesichts des deutlichen Resultates blieb die Politik in Sinzig grundsätzlich bei dieser Formulierung. Der klare Sieg Gerons bedeutet aber auch eine deutliche Niederlage für die Sinziger Christdemokraten. Die hatten in den vergangenen fünf Jahrzehnten sozusagen mehr oder weniger automatisch stets den Bürgermeister gestellt. Der Schock war der CDU am Abend deutlich anzumerken. Innerhalb der Christdemokraten hatte man wohl die Entwicklungen der vergangenen Wochen und auch die Stimmungslage in der Stadt falsch eingeschätzt. Denn wie das Wahlergebnis deutlich zeigt, hatten die Sinziger nicht nur in der Kernstadt deutliche Vorbehalte gegen CDU in Sachen Bürgermeister und Verwaltung. Dies konnte man in den vergangenen Wochen feststellen, wenn man genau in die Gefühlsgemütslage der Sinziger hinein spähte.


Christdemokraten blieben hinter den eigenen Erwartungen


Denn eigentlich konservative Rentner taten nicht nur laut und sehr öffentlichkeitswirksam ihre Kritik an Verwaltung und Bürgermeister kund, sondern unterstützten auch noch ganz offensichtlich den Kandidaten Andreas Geron. Es war wohl eine einmalige Situation, dass die Sinziger Christdemokraten Teile ihre eigenen Anhänger bei dieser Bürgermeisterwahl nicht mobilisieren konnte. Dies wird für die Sinziger „Schwarzen“ noch im Detail aufzuarbeiten sein. Und dabei dürfte es auch heftig im Gebälk der Sinziger CDU krachen. Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Christdemokraten haben in Sinzig nicht ihr Wählerpotenzial verloren, wie dies auch die Ergebnisse der Bundestagswahl vor zwei Wochen zeigen. Nur in Sachen Bürgermeister trauten die Sinziger den Schwarzen nicht mehr über den Weg. Dies galt ebenso für die Kernstadt wie für alle Stadtteile. Denn Geron lag in allen Wahllokalen deutlich vorne und auch meist über 70 Prozent. Gegenkandidat Andreas Braun holte mit 37,8 Prozent sein bestes Ergebnis in Löhndorf, dass es fast traditionell auch auf die höchste Wahlbeteiligung im Stadtgebiet brachte. Wenn Andreas Geron am 2. Januar seinen Job als Bürgermeister antritt dann kommen auf die Stadt Sinzig wohl sehr spannende Zeiten zu. Denn im Wahlkampf gab es viele Versprechungen und Geron zeigte klare Kante und trat dabei auch wohl fast allen Fraktionen im Rat auf die Füße. Wie sich das Verhältnis des neuen Stadtchefs zum Stadtrat gestaltet, wird in Sinzig im kommenden Jahr eine ganz spannende Frage werden. Zunächst einmal können die Geron-Fans aber ausgelassen feiern und die CDU wird viel Zeit brauchen um ihre Wunden zu lecken. BL

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Völlig unverständlich.
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Uwe Klasen:
Fr. Merkel sagte vor kurzem in der Sitzung der Unionsfraktion: „Die Union müsse endlich Schluss machen mit ihrem „Pillepalle“ in der Klimapolitik – es brauche jetzt Beschlüsse, die zu „disruptiven“ Veränderungen führten.“ ---- Wir Bürger / Wähler müssen aufpassen (!) dass daraus kein „grünes Ermächtigungsgesetz“ wird!
Uwe Klasen:
"Regierung arbeitet auf Hochtourenn" ----- Die Politikdarsteller in Berlin arbeiten an ihrer eigenen Demontage!

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Zum Leserkommentar von Patrick Baum: Ja, man kann sich daran erinnern, wie euphorisch Joachim Paul und die AfD nach dem Burkini-Verbot waren. Die ganze Angelegenheit wurde schön plakativ vermarktet. Aber es ist ein Rohrkrepierer. Weil Paul und die AfD die Sache mit dem Burkini-Verbot nicht zu Ende gedacht haben. Das "nicht zu Ende denken" ist typisch für Joachim Paul. Paul denkt eben nur bis zum nächsten Facebook-Posting oder bis zur nächsten Pressemitteilung. Ob Joachim Paul und die AfD Koblenz etwas daraus lernen? Wohl kaum.
Patrick Baum:
Und wieder ist die AfD in Koblenz mit Joachim Paul bei einem ihrer spärlichen Vorhaben kläglich gescheitert. Gerade Joachim Paul hat das vorübergehende Burkini-Verbot in Koblenzer Bädern in AfD-Pressemitteilungen groß gefeiert und als riesigen AfD-Erfolg dargestellt. Wieder einmal ist Paul gescheitert. Aber es ist zu erwarten, daß der Verlierer Joachim Paul die Nachfolge von Uwe Junge als AfD-Landesvorsitzender antritt.
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Hallo, ich war gestern mit meinem Enkel in der Zirkusvorstellung des Zirkus Krone. 1. waren überhaupt keine Elefanten da und 2. keine 40 Löwen und Tiger. Die Hälfte kommt hin. Bei der Wahrheit muss man schon bleiben! Ich bin auch kein Freund von Wildtieren oder überhaupt Tieren im Zirkus und hatte mir Mandana etwas anders vorgestellt. Dachte, dass keine echten Tiere, dafür Menschen mit Tierkostümen darin vor kommen würden. Mein Enkel war natürlich begeistert von der Show mit den Löwen und Tigern. Ich selbst war in meinem Leben drei Mal im Zirkus und habe noch nie eine Show mit Großkatzen mit einer solchen Harmonie und Sanftmut gesehen! Sie sind ja nicht frei geboren und daher zahm, obwohl immer ein Restrisiko bleibt. Trotz der tollen Show bin auch ich für einen Zirkus ohne Tiere! Sie können halt nicht Art gerecht gehalten werden. Die restlichen Shows und Clownerien waren so toll, dass es keine Tiere braucht! In einem modernen Zoo wird man den Tieren wenigstens annähernd gerecht.
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