Politik | 07.09.2019, 13:32 Uhr

Grüne sagen „Ja“ zu 1-Euro-Busticket

Ein klares „Nein“ zu unüberlegtem Aktionismus

Koblenz. In der letzten Sitzung des Stadtrats reichte die WGS einen Antrag für ein 1-Euro-Ticket ein und stieß auf breite Ablehnung. Warum hat die Fraktion der Grünen ihre Zustimmung zu diesem Antrag verwehrt, wenn es doch ursprünglich ihre Forderung war? Die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN freut sich, dass die WGS die Idee der Grünen aus dem Wahlkampf aufgegriffen hat. Der ÖPNV ist in Koblenz ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Luftqualität und sollte für die Bürger*innen attraktiver gestaltet werden. Dies wird nur mit einem fundierten Konzept funktionieren. Eine Reduzierung des Fahrpreises für 2020 hat bereits der vorherige Stadtrat beschlossen. Ab dem 12. Dezember 2020 sollen die Ticketpreise um rund 30 Prozent gesenkt werden, Wochen- und Monatskarten um 15 bis 20 Prozent. Das eTicket wird weiterhin mit attraktiven Vergünstigungen angeboten. Da der ÖPNV keine Pflichtaufgabe der Verwaltung ist, sondern eine „freiwillige“ Leistung der Stadt, muss geprüft werden, inwieweit sich die Preisreduzierungen auf den Haushalt der Stadt auswirken und einen erhöhten Zuschussbedarf generieren. Die Fraktion der Grünen wird das Thema bei der neuen Verkehrsgesellschaft koveb, die sich gerade in der Gründung befindet, aufgreifen und erhofft sich Zuschüsse aus dem Bundesprogramm zum Klimaschutz. „Der ÖPNV ist ein wichtiger Faktor, um den Bürgern bezahlbare Mobilität zu ermöglichen, den Klimaschutz voranzutreiben und die Luftqualität in der Stadt deutlich zu verbessern. Das Thema muss fundiert angegangen werden. Schnellschüsse sind gut gemeint, bringen uns unserem Ziel aber nicht näher. Der Antrag der WGS hätte nur eine Prüfung der Sachlage nach sich gezogen. Wir wollen konkrete Anträge für konkrete Ziele. Erst auf der Grundlage gesicherter Zahlen kann eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen werden“, so Carl-Bernhard von Heusinger, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Detlef Knopp fügt hinzu: „Wir wünschen uns einen Konsens mit allen beteiligten Akteur*innen. Wir möchten die Verwaltung mit ins Boot nehmen und sie von unserer Idee überzeugen.“

Pressemitteilung von

Bündnis 90/DIE GRÜNEN

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