Hocheifel Realschule plus mit Fachoberschule

Erfolgreiche Schulprojekt Patenschaft „Honerather Bach“

Erfolgreiche Schulprojekt
Patenschaft „Honerather Bach“

Der Honerather Bach hielt viele spannende Entdeckungen bereit. Foto: Winfried Sander

15.11.2017 - 09:50

Region. Der anfängliche Regen war nur von kurzer Dauer: Dr. Jochen Mölle – Projektleiter aus der Kreisverwaltung Ahrweiler für das bundesweit bedeutsame Naturschutzgroßprojekt „Obere Ahr-Hocheifel“ – konnte am Honerather Bach 19 erwartungsfrohe Schülerinnen und Schüler der Klasse 9.1 von der Hocheifel Realschule plus mit Fachoberschule in Adenau sowie ihre beiden Lehrerinnen Dagmar Schöttler-Baur und Nicole Ackermann begrüßen. Neben den Erkenntnissen über die komplexen Zusammenhänge im System „Bach“ und der Maßnahmen im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes steht den Bachpaten körperliches Arbeiten bevor.


Winfried Sander aus Leimbach begleitete auch dieses Mal das Projekt aktiv für das Landesamt für Umwelt in Mainz. Er initiiert und betreut landesweit schulische Bachpatenschaften.


Naturnahe Form als Ziel


Der kleine Bach verläuft bisher auf einer Strecke von gut 100 Metern schnurgerade über ein fest gefügtes Bett, eine so genannte „Steinstickung“, die von Menschenhand vor Jahrzehnten zum schnelleren Abfluss des Gewässers erstellt wurde. Das Ziel der Arbeit für eine Gruppe kräftiger Jungen: Wenn sie die fest verankerten Steine im Bachbett allmählich abschnittweise entfernen und einzelne Steine oder Steinreihen bewusst als Strömungslenker im Bachbett belassen bzw. neu einbringen, dann kann sich das Gewässer wieder frei bewegen. Es kann Windungen und Schleifen anlegen, in die Breite gehen und langsamer fließen und damit allmählich wieder naturnahe Form annehmen. Zudem sollen sich damit auch Fauna und Flora im und am Bach wieder passend ansiedeln.

Zur Arbeit gehört auch die Konstruktion von anderen Strömungslenkern. So zum Beispiel die Erstellung und Einbringung von Raubäumen ins Gewässer. Raubäume sind dickere Äste von Weiden oder Schwarzerlen, die in einem flachen Winkel in Strömungsrichtung in das Wasser und tief in das begleitende Ufer eingebaut. Die abgelenkte Strömung prallt auf die andere Bachseite und bringt so die ehemals geradlinige Strömung zum Schwingen und damit zur gewünschten Seitenerosion. Zugleich bietet das Gebilde Schutz für Fische und andere Lebewesen. Gleiches gilt für die locker eingebrachten Steine. Allerdings: „Dieser Vorgang braucht Zeit und vor allem Hochwasser“, merkt Sander an: „Ein Projekt, das mehr als ein Schuljahr andauert!“ Andere Schülergruppen untersuchen anhand eines Rasters die Gewässerstrukturgüte des Baches und stellen über die Analyse der tierischen Wasserbewohner die biologische Gewässergüte fest. Da lässt sich erkennen, dass sich diese Parameter seit Beginn der Arbeiten vor einem Jahr schon verbessert haben. Jedoch wartet in den nächsten Jahren noch viel Arbeit rund um das Gewässer, damit der Bach die Möglichkeit hat, sich wieder zu einem naturnahen Fließgewässer umzuwandeln.Daher ist diese schulische Bachpatenschaft in gemeinsamer Arbeit der Hocheifel Realschule plus mit Fachoberschule und dem Erich-Klausener-Gymnasium in Adenau auch auf mehrere Jahre angelegt. Die beiden Schulen sollen in wechselnden Aktionstagen die Veränderungen des Baches dokumentieren und durch Naturschutzmaßnahmen begleiten. Die Aktionen finden mit der großzügigen Unterstützung der Kreissparkasse Ahrweiler statt, die den beteiligten Schulen aus der Verbandsgemeinde Adenau Projektmittel für das notwendige Material und die Auswertung der Ergebnisse bereitstellt.

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Kommentare
Manfred Möser22:
Hier sollten lieber Bäume gepflanzt werden, die brauchen CO 2 und erzeuven noch Sauerstoff. ...
juergen mueller:
In (fast) perfekter Logistik haben die Deutschen schon immer einen Spitzenplatz eingenommen. Aber was nützt das alles, wenn es an einem Bestandteil fehlt, der diese Logistik erst zum Blühen bringt. Dieses deutsche "Perfekt" hat noch immer einen Haken, wie auch jetzt, gehabt. Aber das spricht man,...
juergen mueller:
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