Parkautomaten verändern das Parkverhalten in Bad Breisig

Gebühren als Teil der Konsolidierung

11.10.2021 - 08:45

Bad Breisig. Die Parksituation in Bad Breisig hat sich jüngst entscheidend verändert. Grund dafür ist die Umsetzung der vom Stadtrat beschlossenen Installation von Parkautomaten in der Quellenstadt - unter dem Monsterwort „Parkraumbewirtschaftung“. Diese Entscheidung hatte nichts mit „wollen“ zu tun, sondern mit „müssen“. Sie entstand vielmehr durch den Druck der Kommunalaufsicht, ein Haushalts-Konsolidierungskonzept vorzulegen, das den Stadtsäckel der hoch verschuldeten Quellenstadt entscheidend entlasten soll. Und hier fehlt Bad Breisig aufgrund der topografischen Lage leider als Alternative die Möglichkeit, wie andere Städte durch die Veräußerung von Baugrundstücken oder die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe die fehlenden Einnahmen aufzustocken. Man muss also wohl oder übel in den sauren Apfel beißen mit der Kritik von Anwohnern, die sich ihrer gewohnten kostenlosen Parkmöglichkeiten beraubt oder „wieder einmal abkassiert“ fühlen, leben.


„Watt dem Eenen sin Uhl, is den Annern sing Nachtigall“ sagt der Volksmund. Und das trifft gerade beim Thema Parkraumbewirtschaftung den Nagel auf den Kopf. Einerseits ärgern sich viele Einwohner darüber, dass sie seit dem 1. Oktober ihren fahrbaren Untersatz nicht mehr kostenlos auf einem der Parkplätze wie z. B. Im Brinken, auf dem Edeka Parkplatz, dem Parkplatz im Kurpark, an der Schmittstraße, neben der Post oder vor dem Bahnhof abstellen und als Dauerparker benutzen können. Andererseits freuen sich andere Autofahrer, dass sie dort für ihre Erledigungen einen Parkplatz finden, wo sonst Dauerparker die Plätze blockieren. Gerade am Parkplatz Im Brinken, wo die Parkautomaten -Lösung von den Anwohnern recht kritisch gesehen wird, hören wir von einer älteren Dame Folgendes: „Jetzt sind die Dauerparker und Anhänger weg und ich kann hier wieder einen Parkplatz finden, wenn ich zum Friedhof rüber gehe“. Sonntags ist hier übrigens keine Parkgebühr fällig, was Gottesdienstbesuchern entgegenkommt.


Gebührenpflicht am Wochenende


Es lohnt sich, am Wochenende auf der Stirnseite des Parkautomaten auf dem Schildchen „Gebührenpflichtig“ nachzuschauen, ob der jeweilige Parkplatz sonntags gebührenfrei ist oder nicht. So ist der Automat an den Römer Thermen auch an Sonntagen zu füttern, weil hier der Betrieb über’s Wochenende auf vollen Touren läuft. Man parkt während des Thermen-Aufenthalts aber trotzdem kostenlos, weil die Parkgebühr gegen Vorlage des Tickets beim Eintritt zurückerstattet bzw. mit dem Eintrittspreis verrechnet wird. Auch hier sprechen wir mit Parkplatz-Besuchern die einhellig sagen, endlich sind die Dauerparker weg und wir müssen beim Besuch des Bades nicht mehr ringsherum auf Parkplatzsuche gehen. Auch auf dem Kurpark-Parkplatz gibt es einen ähnlichen Effekt, weil hier Anwohner nicht nur PKW, sondern Betriebe auch ihre Transporter abstellten, oft übers Wochenende, wo die Parkplätze ohnehin knapp waren. Breisig-Besucher finden jetzt wieder Platz.

Wer sich um die Parkgebühren bei den täglichen Einkäufen Sorgen macht, wird sich über die sogenannte Brötchentaste (einmal die grüne Taste drücken) freuen, die eine faire kostenlose Parkdauer von immerhin einer Stunde bietet. In manchen Städten ist das nur eine Viertelstunden-Taste. Auch auf dem Parkplatz vor der Edeka wird die Brötchentaste für eine größere Fluktuation auf den Parkflächen sorgen.


Parkplatz am Bahnhof


Die kostenlosen Parkmöglichkeiten wurden hier auch von Autofahrern umliegender Orte genutzt. So kamen beispielsweise gerne PKW-Fahrer aus Sinzig extra nach Bad Breisig, um von hier aus die tägliche Bahnfahrt zur Arbeit anzutreten und den Wagen ganztägig kostenfrei abzustellen. Das bedeutete nicht nur ein langes Blockieren von Parkplätzen, sondern auch ein zusätzliches Verkehrsaufkommen in der Stadt zu den Stoßzeiten. Seitdem der Parkplatz neben dem Bahnhof nun mit einem Parkautomaten bestückt ist, sind tagsüber deutlich weniger Autos dort abgestellt.


Zahlungsmöglichkeiten


Wer kein passendes Kleingeld an Bord hat, kann die Parkgebühr (je angefangene Stunde 50 Cent, Tagesgebühr fünf Euro) auch per Karte bezahlen. Und mit der Aufschrift „Parken per App - Handyparken“ weist die Säule der Automaten seitlich rechts auch auf digitale Zahlungsmöglichkeiten in Kooperation mit der Initiative „smartparking“ mit den Anbietern EasyPark, moBILET, Yellowbrick/flowbird, paybyphone, Parkster und PARCO hin.

KMI

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Na ja, eben "Gaga" sonst nix. Kann mir nicht vorstellen, das die Frau das ernst gemeint hat. Vielleicht hat sie schon Alzheimer und das bedeutet auch "Altersbosheit"- da kann sie nicht mal was für-aber man muß auch nicht mit dem Hammer dran. Da hätte man vielleicht besser einen Arzt gerufen. Angriff...
Gabriele Friedrich:
[ Zitat ] .... auf dem frei zugänglichen, unbefestigten Parkplatzgelände eines Autohauses ....[ Zitat Ende ] Das schadet euch gar nichts ! Selber schuld- wie kann man denn? *Mitsubishi...PAH ! Mercedes wär das nicht passiert. Versicherungsprämie wird höher- das ist doch wohl klar. Ihr rafft...
Gabriele Friedrich:
Kann ja mal einer in Mayen anrufen, die raffen das da nicht, das es hier auch so einen Bus braucht- auch kleiner. Muss ja nicht so ein Riesending sein. Mobiler Impfdienst- muss hier hin. Mayen ist rückständig und ich bin da stinksauer drüber. ...
 

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