Politik | 25.11.2022

Kreisenergiegesellschaft Cochem-Zell GmbH nimmt Arbeit auf

(oben v. l.: Gerd Schäfer (Notar), Dirk Barbye (Werkleiter, Kreiswerke Cochem-Zell), Bürgermeister Albert Jungmitte v. l.: Bürgermeister Alfred Steimers, Bürgermeister Wolfgang Lambertz, Falko Fischer (Geschäftsführer Kreisenergiegesellschaft), unten v. l.: Bürgermeister Karl-Heinz Simon, Landrat Manfred Schnur. Foto: privat

Kreis Cochem-Zell. Bereits seit gut einem Jahr bereiten die Verbandsgemeinden Cochem, Kaisersesch, Ulmen und Zell, gemeinsam mit dem Landkreis Cochem-Zell, in einem engen Schulterschluss die Gründung einer kreiseigenen Energiegesellschaft (KEG) vor. Hintergrund ist das Ziel, die kommunale Wertschöpfung durch Partizipation an Planung, Bau und Betrieb von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen sowie Direktvermarktung des erzeugten Stroms nach Möglichkeit über das neue „Virtuelle Kraftwerk Cochem-Zell“ zu steigern.

Das Geschäftsmodell sieht eine enge Kooperation aller kommunalen Ebenen, angefangen von den Ortsgemeinden und Städten über die Verbandsgemeinden bis hin zum Landkreis vor. Neben den Kommunen sollen aber letztlich auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren, in dem sie sich beispielsweise über Bürgergenossenschaften an Projektgesellschaften beteiligen oder auch regenerativen Grünstrom aus den geplanten Energieerzeugungsanlagen (z. B. PV-Freiflächenanlagen) beziehen können. Wie dies gehen kann, zeigt die jüngste Einbindung der PV-Freiflächenanlagen der Ortsgemeinden Blankenrath und Büchel in das „Virtuelle Kraftwerk Cochem-Zell“. Bereits im nächsten Jahr soll über das „Virtuelle Kraftwerk“ ein regionaler Strommarkt entstehen, bei dem die Bürgerinnen und Bürger gezielt Strom aus diesen Anlagen beziehen können.

Gesellschafter der KEG sind die vier Verbandsgemeinden und der Landkreis mit jeweils 20 Prozent. Die Geschäftsführung übernimmt Falko Fischer vom Eigenbetrieb Klima & Energie der Kreiswerke Cochem-Zell. Die KEG soll sich dann wiederum grundsätzlich als Komplementär (Vollhafter) an Projektgesellschaften zur Umsetzung konkreter Projekte beteiligen. Dies ermöglicht die notwendige Flexibilität, um auf die jeweiligen örtlichen Herausforderungen der Projekte individuell eingehen zu können. So können sich beispielsweise dann auch die Standortgemeinden, Bürgergenossenschaften oder die in drei Verbandsgemeinden bereits gegründeten „Anstalten des öffentlichen Rechts“ (AöR) als Kommanditist an den entstehenden Anlagen beteiligen. Auch der Gesellschaftszweck ist sehr weit gefasst. Es erfolgt keine Festlegung auf eine bestimmte Technologie. Somit sind beispielsweise PV-Freiflächenanlagen, Windkraftanlagen oder sonstige, innovative Projekte (z. B. Wasserstoff, Speicher) möglich.

Die offizielle Gründung der KEG, mit notarieller Beurkundung des Gesellschaftsvertrags, wurde im Kreishaus besiegelt. Nach Abwicklung weiterer formeller Schritte wird die KEG im nächsten Jahr die operative Arbeit aufnehmen.

Spannend ist natürlich die Frage, ob es bereits Starterprojekte gibt, oder woraus die KEG Projekte generieren will? Die Konzeption setzt hier auf den lfd. Verfahren zur Anpassung der Flächennutzungspläne auf VG-Ebene auf. Eines der ersten Aufgaben der KEG ist es daher, gemeinsam mit den Kommunen, in den Planungsverfahren ausgewiesene Potenzialflächen entsprechend vertraglich zu sichern. Die Planungsverfahren befinden sich in den einzelnen VG in unterschiedlichen Stadien. Ggfs. kann bereits im nächsten Jahr ein erstes, konkretes Starterprojekt vereinbart und in die Umsetzung gebracht werden.

Landrat Manfred Schnur: „Die Kreisenergiegesellschaft wird wesentlich zur Erreichung unser Klimaschutzziele als „Null-Emissions-Landkreis“ beitragen, den Bürgern bezahlbare Energie bereitstellen und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung steigern. Zudem leisten wir auf lokaler Ebene einen aktiven Beitrag zum flächendeckenden Ausbau der erneuerbaren Energien, zur Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von globalen Entwicklungen.“

Albert Jung, Bürgermeister, VG Kaisersesch: „Die Kreisenergiegesellschaft ist ein großartiges Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit. In der Gesellschaft werden die Interessen der Kommunen im Landkreis gebündelt. Außerdem ist die Gründung ein guter Beitrag zur Erreichung der Klimaziele“.

Alfred Steimers, Bürgermeister, VG Ulmen: „Die Kreisenergiegesellschaft bietet uns eine große Chance, die regionalen Wertschöpfungspotenziale bestmöglich auszuschöpfen und unsere Wirtschaft zu stärken. Die erzielten Wertschöpfungseffekte sind elementar für eine klimafreundliche Zukunft. Die Gründung der Kreisenergiegesellschaft ist nicht nur ein Gewinn auf kommunaler Ebene, es profitieren neben allen Gemeinden auch alle Bürgerinnen und Bürger.“

Karl-Heinz Simon, Bürgermeister, VG Zell: „Die kommunale Gesellschaft eröffnet unseren Gemeinden eine weitere Möglichkeit, die Energiewende aktiv mitzugestalten, Wirtschaftskraft zu generieren und aus dem Umbau der Energieversorgung gestärkt hervorzugehen.“

Wolfgang Lambertz, Bürgermeister, VG Cochem: „´Gemeinsam sind wir stark`, ist das Motto der Kreisenergiegesellschaft, um sich mit den Ortsgemeinden, der Stadt und damit der gesamten Verbandsgemeinde den Herausforderungen der Energiewende erfolgreich zu stellen. Neben dem Erreichen der Klimaziele eröffnen sich mit ihr große Chancen für die Verbesserung der finanziellen Situation der Ortsgemeinden und der Stadt.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Cochem-Zell

(oben v. l.: Gerd Schäfer (Notar), Dirk Barbye (Werkleiter, Kreiswerke Cochem-Zell), Bürgermeister Albert Jung mitte v. l.: Bürgermeister Alfred Steimers, Bürgermeister Wolfgang Lambertz, Falko Fischer (Geschäftsführer Kreisenergiegesellschaft), unten v. l.: Bürgermeister Karl-Heinz Simon, Landrat Manfred Schnur. Foto: privat

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