Politik | 18.07.2018

Straßen.NRW und Stadt Rheinbach informierten

Lärmschutzwand bei Wormersdorf soll Ende Dezember fertig sein

Sollte die Autobahn A 61 sechsspurig ausgebaut werden, könnte die Gemeinde mit deutlich stärkeren Lärmschutzmaßnahmen rechnen

Wormersdorf. Gerade einmal zwei Dutzend Wormersdorfer waren der Einladung von Straßen.NRW und der Stadt Rheinbach ins Wormersdorfer Schützenhaus gefolgt, um näheres zu erfahren über die Lärmschutzmaßnahmen entlang der Autobahn A 61. Die Arbeiten hätten mittlerweile schon begonnen, so Projektleiter Hans-Werner Seul von der Regionalniederlassung Voreifel-Ville, bis Ende des Jahres wolle man das Projekt abgeschlossen haben. Die anwesenden Wormersdorfer waren allerdings davon überzeugt, dass die Lärmschutzwand wenig bis gar nichts bringe und die geplanten Baukosten von 1,6 Millionen Euro mehr oder weniger zum Fenster hinausgeworfen seien.

Das veranlasste wiederum Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) zu der Bemerkung: „Wenn man Sie heute Abend so hört, müsste man direkt morgen bei Straßen.NRW anrufen und die Maßnahme stoppen lassen, weil sie ja eh nichts bringt.“ Es sei klar, dass noch mehr kommen müsse, die jetzt im Bau befindliche Maßnahme könne nicht das Ende der Weisheit sein. „Aber gefährden Sie doch die Maßnahme nicht!“

Sechsspuriger Ausbau im vordringlichen Bedarf

Denn es seien ja ohnehin erheblich stärkere Lärmschutzmaßnahmen geplant, wenn der schon lange geplante sechsspurige Ausbau der A 61 verwirklicht werde. Und der stehe im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030, bestätigte Projektgruppenleiter Helmut Frings von Straßen.NRW. Bis 2030 müsse demnach mit dem sechsspurigen Ausbau begonnen sein, in dem Zuge werde dann auch der Lärmschutz für die angrenzenden Ortschaften völlig neu geplant. Dann sei aller Voraussicht nach auch für Wormersdorf ein deutlich besserer Lärmschutz als der jetzt begonnene zu erwarten, denn dann sei der Lärmschutz eine Pflichtaufgabe des Bundes und nicht, wie die derzeitige Maßnahme, eine freiwillige Leistung.

„Gewisse Dinge dauern eben etwas länger“, wies Bürgermeister Raetz zu Beginn der Informationsveranstaltung auf die lange Wartezeit von etwa vier Jahrzehnten hin und dankte nochmals der Bürgerinitiative und den Kommunalpolitikern aller Couleur für ihren langen Atem in der Angelegenheit. „Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht.“ Das Projekt habe schon öfter vor der Verwirklichung gestanden, es sei aber immer etwas dazwischengekommen oder andere Projekte vorgezogen worden. Wobei Projektgruppenleiter Frings bemerkte, dass die lange Planungsphase auch von juristischen Auseinandersetzungen verursacht gewesen sei.

Lärmschutzwand wird 556 Meter lang und vier Meter hoch

Projektleiter Seul teilte mit, die Vorarbeiten seien mittlerweile alle abgeschlossen, sodass seit Anfang Juli der eigentliche Bau begonnen habe. Die geplante Lärmschutzwand sei 556 Meter lang, sie beginne etwa 100 Meter vor der Unterführung Unterdorf und ziehe sich bis zum Bauwerk über die Kreisstraße 62 Richtung Meckenheim. Von drei Metern Höhe über der Fahrbahn an den beiden Endpunkten steige die Wand über eine Strecke von jeweils 50 Metern auf vier Meter Höhe an. Das 1,5 Millionen Euro teure Projekt soll im Dezember 2018 abgeschlossen sein, so sehe es zumindest der Zeitplan vor. Während der Bauphase wolle man versuchen, möglichst alle Fahrstreifen der Autobahn zu erhalten, wenn auch in eingeschränkter Breite, um „Ausweichverkehr“ durch Wormersdorf und Altendorf-Ersdorf zu vermeiden.

Er wies darauf hin, dass es sich hierbei um eine Lärmsanierung und damit um eine freiwillige Leistung des Bundes handele. Dennoch habe man bei den Planungen die gesetzlichen Vorgaben für einen pflichtgemäßen Lärmschutz zugrunde gelegt. Damit sei rechnerisch gewährleistet, dass ein Lärmpegel von 67 dB(A) tagsüber und 57 dB(A) nachts nicht überschritten werde.

Was die Wormersdorfer allerdings nicht überzeugte, denn die wiesen darauf hin, dass das Dorf in einer aufsteigenden Hanglage in Bezug auf die Autobahn liege und man daher befürchte, dass insbesondere die höher gelegenen Straßenzüge am Ende sogar noch wesentlich mehr Lärm abbekämen als zuvor. Abgesehen davon sei die Wand auch viel zu kurz, denn insbesondere im östlichen Ortsteil Richtung Altendorf-Ersdorf komme der Autobahnlärm meist von Osten, und da gebe es auch künftig keine Lärmschutzmauer.

Politik hat keinen Einfluss auf die Höhe der Mauer

Der „Lärmschatten“ werde sich ändern und negative Auswirkungen haben. In einigen Bereichen werde der Lärm stärker empfunden werden als bisher, so die Vorhersage. Die Maßnahme sei überhaupt nicht abgestimmt und berücksichtige die örtlichen Gegebenheiten nicht. Seul entgegnete, es handele sich bei der Maßnahme lediglich um eine Lärmreduzierung und nicht um eine Lärmbeseitigung, und dabei seien die Planer nach den gesetzlichen Vorgaben vorgegangen, die nun einmal so seien wie sie sind.

Auch den Vorwurf der Wormersdorfer an die Kommunalpolitiker, sie hätten sich nicht genug für eine „größere“ Lärmschutzwand eingesetzt, wies Bürgermeister Raetz zurück: „Die Politik hat keinen Einfluss auf die Höhe der Lärmschutzmauer, das ist einzigund allein Sache der Fachleute.“ Er war der Ansicht, die Lärmschutzwand werde sehr wohl etwas bringen, „aber vielleicht nicht für jeden.“ Möglicherweise gebe es an der einen oder anderen Stelle tatsächlich eine höhere Belastung, die dann aber dennoch unter den zulässigen Richtwerten liege und daher keine Maßnahmen erforderlich mache. Sein Schlusswort: „Wir sollten froh sein, dass diese Maßnahme jetzt schon kommt und nicht erst in 20 Jahren, wenn die A 61 möglicherweise sechsspurig ausgebaut wird.“

JOST

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