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Rhein-Hochwasser im Bad Breisig

„Land unter“ in der Quellenstadt

08.01.2018 - 15:17

Bad Breisig. So ein Hochwasser hat es in Bad Breisig schon seit ein paar Jahren nicht mehr gegeben. Am Mittwoch letzter Woche fing alles relativ harmlos an. Irgendwann war die tiefere Stelle des Rheinufers etwa ab Höhe des Hotels „Zur Mühle“ südwärts für Fußgänger und Radfahrer nicht mehr passierbar. Die Situation verschärfte sich dann am Donnerstag. Hochwasserfrei war nur noch die Bad Breisiger „Restaurant-Meile“ direkt am Rheinufer, die zum Glück etwas höher liegt. Dieses Glück hielt das Rheinwasser aber nicht auf Dauer ab. Der Rhein stieg und stieg - um 3-4 cm je Stunde.

Ab Freitag nachmittags um 16.30 Uhr konnte man von der B9 kommend, am Ende der Biergasse gerade noch so nach links abbiegen. Rechts ging nichts mehr. Das direkt an der Ecke liegende kleine Bistro (an der Rhein-Residenz), das bis vor kurzem noch Aquarium hieß, machte seinem ehemaligen Namen alle Ehre. Noch konnten die Gäste in einigen Restaurants am höher gelegenen Rheinufer zu hMittag speisen, aber dann war Schluss. Danach war entlang der Hotel-/Restaurant-Zeile ein heftiges Treiben zu beobachten. Denn jetzt wurden die Gasträume leer geräumt und die Fensterfronten verriegelt. Platten oder Bretter wurden angebracht, um das Allerschlimmste zu verhindern, denn jetzt war klar: Auch hier wird das stetig steigende Hochwasser die Uferpromenade in den nächsten Stunden erobern. Es war nur noch eine Frage der Zeit.


Vorbereitungen liefen auf Hochtouren


Am Samstag bildete das gesamte Bad Breisiger Rheinufer eine geschlossene Wasserfläche. In allen zum Rhein führenden Gassen war irgendwann Schluss für Fußgänger. Hier und da standen Kleinlaster zum Abtransport von Mobiliar bereit, weil der Rhein konstant weiter stieg. Mancher Anwohner, der gehofft hatte, ungeschoren (oder in diesem Falle besser gesagt „trocken“) davonzukommen, musste dann irgendwann doch entsprechende Maßnahmen ergreifen. Erstaunlich war die Tatsache, dass die Rheinecker Rheinfähre immer noch in Betrieb war. Die Fähre zwischen Remagen-Kripp und Linz hatte schon am 5. Januar um 17 Uhr den Betrieb eingestellt.

Im Boedikerweg, gegenüber vom Breisiger Bahnhof musste am Samstag die große Tiefgarage für die drei Wohnblocks geräumt werden, weil selbst hier direkt an der B9 ganz langsam Wasser eindrang und die Gefahr bestand, dass die Autos überflutet wurden. Am Nachmittag wurde in der Biergasse vom THW ein schwimmender Steg als Zugang zu einigen Häusern gebaut. Der Höhepunkt des Hochwassers war aber immer noch nicht erreicht. Das Wasser stieg und stieg.


Fähren stellten Betrieb ein


Am Sonntag stellte auch die Rheinfähre in Rheineck ihren Betrieb ein. In allen Gassen zum Rhein runter stieg der Wasserpegel nach wie vor weiter an. Der Pontonsteg in der Biergasse war längst zu kurz geworden und wurde um 14 Uhr vom THW um einige Meter verlängert.

In der Rheinstraße stand inzwischen auch die exklusive Wohnanlage Hausnummer 12 im Wasser. Die Treppe der Schweizer Stuben vom Hotel Vier Jahreszeiten war nicht mehr zu sehen. Der Rhein hatte sich auch im Kurpark fast bis zum Brunnen hochgearbeitet. Der alte Rheinkahn, der im Sommer als hübscher Blumenkübel dient, fühlte sich wie früher zu seinen Glanzzeiten. Er stand wieder komplett im Rheinwasser. Die Pergola gegenüber wirkte wie eine kleine überdachte Insel.

Das Südwestfernsehen war auf die Hochwassersituation in Bad Breisig aufmerksam geworden und interviewte den „singenden Wirt“ Siggi Broichhaus vom Weinhaus „Zum Hiesigen“ in der Biergasse - der Zugang für den Kameramann war nur über den provisorischen Hochwassersteg möglich. Einer der beiden Hauseingänge war frei, der andere mit Brettern und Bauschaum abgedichtet. Um 18 Uhr kam dann der Bad Breisiger Wirt in der Sendung „SWR Rheinland Pfalz aktuell“ als Einleitung zu einem Bericht über die Hochwassersituation am Rhein zu Worte. Seine „rheinisch geprägte“ Einschätzung: „Man weiß gar nicht, ob man weinen oder lachen soll, aber das Leben geht weiter“. Weil Fernsehsender auch Beiträge untereinander austauschen, kam ein weiterer Teil des Interviews um 19 Uhr in der „heute“-Nachrichtensendung im ZDF. Befragt, warum der Wirt trotz Hochwassergefahr in Bad Breisig bleibt, antwortete er: „Hier am Rhein spielt eben die Musik“.

Auch am Sonntag stieg der Rheinpegel konstant weiter an. Ein Licht am Ende des Tunnels war nicht in Sicht. Bei Redaktionsschluss hatte sich die Hochwasserlage noch nicht entspannt, doch am Oberlauf des Rheins sanken die Pegel wieder.

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Kommentare
Karsten :
Mir kommt es so vor als hätten die lieben Menschen, die eine Wohnung gekauft haben direkt den ganzen Heddesdorfer Berg mitgekauft. Was soll dieser Blödsinn? Warum beschweren sich so viele? Es wird seit Jahren da oben gebaut und nie beschwert sich jemand. Jetzt auf einmal ist ja alles soooo schlimm. Seid froh dass Kaufkraft nach Neuwied kommt!! Es sollen vernünftige Wohnungen gebaut werden die kaufkräftige Menschen nach Neuwied bringen. Das ist das was Neuwied brauch. Unfassbar diese ständige Nörgelei. Es war schon immer so geplant dass weitere Mehrfamilienhäuser dort entstehen. Wer alleine wohnen will muss aufs Land ziehen.
Dennis Mohr:
Die vorgelegten Pläne sind ein Schlag in das Gesicht der Anwohner vor allem der Erich-Kästner-Str., die mit ihren Investitionen dieses Baugebiet überhaupt erst möglich gemacht haben. Alle Stadträte, die sich für diese Änderung aussprechen, sollten sich öffentlich dazu bekennen! Versprochen wurde ein Nahversorgungsgebiet im Stile des Ringmarktes im Raiffeisenring. Jetzt wird mit 4-geschossigen Bauten das Areal weiter verschandelt und den Anwohnern die teuer bezahlte Aussicht verbaut. Und die Vertreter der Stadt lachen über die Einwände!
Uwe Klasen:
"Solarverein Goldene Meile", solche Lobbyvereinigungen haben es geschafft, dass der Strom In Deutschland am teuersten, die Umweltzerstörung im Zuge des Aushaues der sogenannten "Erneuerbaren Energien (EE)" gewaltig, dafür die Netzstabilität gering ist, bei gleichzeitig steigendem CO²-Ausstoß der im Grunde durch die in die EE investierten Milliarden verringert werden sollte!
juergen mueller:
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als hätte die STADT ein "Toilettenproblem" - siehe auch HAUPTBAHNHOF. Ob man sich mit dem Vorschlag, die städtische Toilettenanlage "rund um die Uhr" zugänglich zu machen und wenn nötig, die Verwaltung technisch nachrüsten MUSS, auch Gedanken gemacht hat, wie das alles vonstatten gehen soll oder was eine Nachrüstung kostet? Glaube nicht.
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