Politik | 02.10.2018

Betroffenen-Initiative MissBiT (Missbrauchsopfer im Bistum Trier)

Machtstrukturen der Kirche begünstigen Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Öffentliche Veranstaltung unter der Überschrift: „Wir sind empört!“ am 29. Oktober in Trier

Koblenz. Am Tag der Vorstellung der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz trafen sich Mitglieder der Betroffenen-Initiative MissBiT (Missbrauchsopfer im Bistum Trier) mit einigen PastoralreferentInnen und –referenten in Trier, um die öffentlichen Aussagen der Bischöfe auszuwerten. Folgende Fragen sind bei der Vorstellung der Studie unbeantwortet geblieben:

Die Studie war laut eigener Aussage als Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche angelegt; warum wurde dieses Ziel nicht erreicht? Statt wie beabsichtigt „so transparent wie möglich“ und „eine umfassende Vollerhebung aller Fälle und Verdachtsfälle durchzuführen“, hat nur ein Bruchteil der Diözesen teilgenommen. Wie ist das möglich? Warum wurden nicht alle Akten zu Einsicht zur Verfügung gestellt? Können vor diesem Hintergrund die Ergebnisse wie gefordert „wissenschaftlich unangreifbar“ sein? Wurden zum Beispiel im Bistum Trier alle Dokumente ausgehändigt? Ist der sogenannte „Giftschrank“ (Professor Lüdecke, Kirchenrechtler an der Uni Bonn) – das ist das Geheimarchiv der Kurie, zu dem nur der Bischof Zugang hat - geöffnet? Waren betroffene Zeugen in den Beirat der Studie berufen und an der Interpretation der Ergebnisse beteiligt? Der Leiter der Studie spricht von einer „Spitze des Eisbergs“, was bedeutet, dass viele Verbrechen, die an Kindern und Jugendlichen geschahen, unbekannt blieben. Das bedeutet aber auch, dass immer noch unerkannt Täter als Priester im Einsatz sind. Welche Priester sind das? Ist den Bischöfen klar, wie groß die Gefahr der Retraumatisierung ist und die Verletzung von Gemeinden? Wie kann der blinde Vertrauensvorschuss des Staates in die kirchlichen Institutionen aufgelöst und in einen klugen Kontrollmechanismus verändert werden? Wer übernimmt endlich die Verantwortung für die unermesslichen Schäden, die die Opfer und ihre Familien erleiden: Suizide, gesundheitliche Schäden bis schwere Behinderungen, berufliche Verluste und generationell weitergegebene Folgeschäden? Wer übernimmt endlich die Verantwortung für die schwere Glaubenskrise, in die Gemeinden und viele Gläubige geraten sind? Die Studie stellt heraus, dass es die Machtstrukturen der Kirche sind, die die Gewalt gegen Kinder und Jugendliche begünstigt haben und weiter begünstigen. Ist die Kirche bereit, sich ein neues Kirchenrecht zu geben, das bisher der Machtkonstruktion und dem Machtmissbrauch des Klerus dient – ein Kirchenrecht, das sich biblisch orientiert am Schutz der Kleinen und Schwachen und an der Gleichberechtigung aller Menschen? Die Initiative plant eine öffentliche Veranstaltung unter der Überschrift: „Wir sind empört!“ für den 29. Oktober in Trier; angefragt sind Mitarbeiter der Studie, Klaus Mertes SJ, der Kirchenrechtler Lüdecke – auch betroffene Zeugen werden im Podium sprechen.

Pressemitteilung MissBiT

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige 2026
Stellenanzeige Reinigungskraft
Andernach schmeckt
Zukunft trifft Tradition KW 26
Empfohlene Artikel
Die Straße „Am Gartenschwimmbad“ wird für 2,1 Millionen Euro fit für den Verkehr zum Are-Gymnasium und zum neuen Hallen- und Freizeitbad gemacht.  Foto: GS
252

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Rat der Kreisstadt hat die Vorplanung zur flutbedingten Wiederherstellung der Straße „Am Gartenschwimmbad“ freigegeben und die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) mit der weiteren Umsetzung beauftragt. Bestandteil der Maßnahme ist die Wiederherstellung der Verkehrsanlagen einschließlich einzelner Entwässerungseinrichtungen.

Weiterlesen

: Blick auf den trockengelegten Mühlenteich mit dem Mühlrad am Herderweg.  Foto: GS
69

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Kein Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler ohne das Thema Wiederaufbau. So wurde in der jüngsten Sitzung am Montagabend erneut die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) einstimmig mit entsprechenden Maßnahmen beauftragt. Ein Blick in die Details.

Weiterlesen

Noch ist der Ahrradweg in Sinzig ein Provisorium – temporär eben.  Foto:GS
186

Sinzig. Eigentlich ist beim Ahrradweg in Sinzig noch alles in der Schwebe. Der Weg erstreckt sich im Bereich der Barbarossastadt von der Ahrmündungsbrücke bis hin nach Bad Bodendorf zur Ehlinger Ley. Derzeit wurde der Ahrradweg im Bereich Eisenbahnbrücke bis Spessartsteg und vom Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf bis zur Ehlinger Ley temporär hergestellt. Temporär deshalb, da zum Zeitpunkt der Planung noch nicht festlag, wo die endgültige Trasse verlaufen soll.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Kaikoro – Adobe Stock
670

Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren

A3: Rechter Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt

Dierdorf/Wittgert. Auf der A3 in Richtung Köln ist zurzeit der rechte Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt. Dies meldet der ADAC. Die Sperrung befindet sich zwischen Dierdorf und dem Rastplatz Welschehahn. Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren. BA

Weiterlesen

So wird es vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände aussehen. 50000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet
1599

Kruft. Rund 15 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zu einer Informationsveranstaltung im Vorfeld der Jalsa Salana, die vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände in Mendig stattfindet. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Verkehrsführung zu den Auswirkungen der Veranstaltung auf die Anwohnerinnen und Anwohner.

Von Andreas Lung aus Kruft

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
438

Am heutigen Vormittag war es zu Stromausfällen in den Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim gekommen

27.06.: Nach Stromausfall in Koblenz: Energieversorgung in allen betroffenen Stadtteilen wiederhergestellt

Koblenz. Nachdem am heutigen Vormittag der Strom in den Koblenzer Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim ausgefallen war, konnte die Energieversorgung nach Angaben der Feuerwehr Koblenz zwischenzeitlich in allen Gebieten durch den zuständigen Energieversorger wiederhergestellt werden. Eine Ursache für den Stromausfall ist bislang nicht bekannt. BA

Weiterlesen