Politik | 16.04.2019

Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler tagte

Mitglieder waren sich beinahe einig

Für die Landesgartenschau 2022 sollen 10,8 Millionen Euro ausgegeben werden – Budget wird leicht überschritten

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Fast einstimmig befürwortete der Stadtrat die Entwurfsplanung und die Kostenberechnungen der Landesgartenschau gGmbH bezüglich der Umgestaltung der Parkanlagen für die Landesgartenschau 2022. Allerdings ohne die Pläne vorab noch einmal gesehen zu haben, das war lediglich dem Aufsichtsrat der Landesgartenschau-Gesellschaft in seiner Sitzung am Vormittag vorbehalten. Nur Dr. Jürgen Lorenz von der Wählergruppe Jakobs war dagegen. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 10,8 Millionen Euro, womit das zur Verfügung stehende Budget um rund 250.000 Euro überschritten würde.

Malte Stellmann vom Berliner Architekturbüros bbz stellte die Pläne vor. Demnach liegt der Kernbereich der Landesgartenschau 2022 in den bereits vorhandenen Parkanlagen Bad Neuenahrs, deren Potenzial man aufgreifen, sie aber dennoch einer umfassenden Verjüngungskur unterziehen möchte. Natürlich werde auch die Ahr als bestimmendes und verbindendes natürliches Landschaftselement die Gartenschau prägen.

Neue Akzente für den Kurpark neben bewährten Elementen

So sollen im Kurpark neue Akzente gesetzt werden, wobei aber seine bewährten Elemente erhalten bleiben. Allerdings wird die ursprünglich geplante Renaturierung des Mühlenteichs fallengelassen, denn das wäre schlicht und einfach zu teuer geworden. Auch die Wegeführung bleibt aus Kostengründen grundsätzlich so, wie sie ist, was einen ursprünglich angedachten Neubau von Brücken ebenfalls überflüssig macht. Neu gestaltet wird der Kneippbereich, der künftig zu einem „intimeren Ort“ werden soll, so Stellmann.

Der Springbrunnen wird nach Norden verschoben, damit eine hinreichend große Freifläche für die zahlreichen Veranstaltungen während der Laga entsteht, wobei der neue Brunnen nach dem Vorbild des bestehenden entstehen soll.

Den südlichen Abschluss des Kurparks soll künftig hinter dem großen Sprudel ein Kräutergarten bilden. Weil das Kurpark-Café nun wohl doch bis nach der Landesgartenschau erhalten bleibe, seien in diesem Bereich auch einige Umplanungen notwendig.

Der Dahliengarten soll in seiner jetzigen Struktur erhalten werden. Lediglich das Sträucherband will man neu anlegen, während die vorhandenen Wege lediglich eine neue, wassergebundene Oberfläche erhalten. Die noch relativ junge Allee vor dem Dorint-Hotel soll allerdings aufgelockert werden, um ihre bisherige Anmutung als Barriere zu verlieren. Den Antrag von Dr. Jürgen Lorenz (Wählergruppe Jakobs), die Allee intakt zu belassen, wurde mit großer Mehrheit bei sieben Ja-Stimmen und drei Enthaltungen abgelehnt.

Fußweg und Radweg im Rosengarten getrennt

Im Rosengarten ist eine deutliche Trennung zwischen Fußweg und Radweg vorgesehen. In Zukunft werden die Fahrradfahrer auf einem eigenen Radweg an der Nordseite des Parks durch den Rosengarten fahren und dann anschließend den neuen Radweg am Rande des Auguste-Viktoria-Parks nutzen können. Die Führung des Fußwegs am Ahrufer soll leicht verändert werden. Auch in Zukunft sollen die Rosenbeete als zentrale Elemente im Rosengarten erhalten bleiben, die Rosenpflanzungen sollen allerdings kompakter als bisher ausfallen, weil man sie dann besser pflegen könne. Zudem ist vorgesehen, sie mit Sträuchern zu durchmischen, damit die Fläche in der Zeit, in der die Rosen nicht blühen, immer noch ansehnlich ist.

Der Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park bleibt ebenfalls in seiner Grundstruktur erhalten, allerdings soll der Mühlenteich renaturiert und sein Ufer abgeflacht werden. Dort soll auch ein Radfahrer-Rastplatz entstehen, während die Lindenallee erhalten bleiben und von Wiesenflächen ergänzt werden soll. Als erlebnisorientierte Attraktion soll zusätzlich ein Mehrgenerationenspielplatz entstehen, der in zwei Bereiche aufgeteilt wird. Zudem wird eine neue Brücke am Übergang zur Georg-Kreuzberg-Straße geschaffen, die die bisherigen beiden getrennten Brücken für Fußgänger und Radfahrer zusammenfassen soll.

Park aus einem Guss als zentrales Element

Ein weiteres zentrales Ensemble der Landesgartenschau sollen der Lenné- und der Kaiser-Wilhelm-Park werden, die zu einem „Park aus einem Guss“ zusammengefasst werden. Zu einem verbindenden Element soll der renaturierte Bachlauf des Mühlenteichs werden, der Schwanenteich soll in den Uferbereichen umgestaltet werden und erhält ein Teichpodest, das den Besucher an die Wasserfläche heranführt. Zum neuen Konzept gehört auch ein Matschspielplatz, der zu einer Attraktion für Kinder werden soll. Der ursprünglich ebenfalls vorgesehene Wasserspielplatz in der Nähe des neuen Twin wird allerdings nicht gebaut, weil er zu viel kosten würde. Dem Lennéschlösschen wird in der umgestalteten Parklandschaft eine zentrale Rolle zugewiesen, der benachbarte Lindenhain soll aufgefüllt und vor dem Lennéschlösschen vier Staudenbänder gepflanzt werden. Durch die Ahr soll eine Furt aus Trittsteinen entstehen zum gegenüberliegenden Sportpark, wo Schaugärten und ein futuristischer Minigolfplatz entstehen sollen.

Über die künftige Gestaltung der Ahrpromenade müsse noch diskutiert werden, denn die ursprüngliche Planung mit der Fällung zahlreicher Alleebäume wurde vorerst hintangestellt. Was aber schon klar ist: Die Treppenanlage zur Ahr hinab entfällt, weil sie mit gut 150.000 Euro einfach den Etat sprengen würde. Engelbert Felk (FWG) wollte sich damit nicht anfreunden und schlug vor, die Treppenanlage wieder in die Planung mit einzubeziehen, wenn irgendwo Mittel frei werden sollten.

Diesen Vorschlag stimmte der Rat bei einer Enthaltung zurück. Auch der Vorschlag von Wolfgang Schlagwein (Bündnis 90/Die Grünen) wurde bejaht, die Landesgartenschau-Gesellschaft möge eine Bilanz erstellen, wie viele Bäume gefällt und wie viele dafür neu gepflanzt werden sollen. Das Ergebnis dürfe auf keinen Fall negativ sein, fand nicht nur Bürgermeister Guido Orthen (CDU).

JOST

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