Politik | 04.12.2019, 19:00 Uhr

Leserbrief zur Ausschusssitzung am 26. November

Nicht konsequent angewendet

Die Grünen und das „Cradle-to-Cradle“-Prinzip

Berkum. In der Sitzung am 26. November des Ausschusses für Bau, Vergabe und Umwelt der Stadt Meckenheim wurde ein Antrag der Ratsfraktion der Grünen zu umweltbewusstem Bauen diskutiert.

Die Grünen schlugen vor, die Verwaltung zu beauftragen, zukünftig bei jedem städtischen Bauprojekt die Umsetzung der Cradle-to-Cradle-Strategie (C2C-Strategie), wann immer zu vertretbaren Kosten möglich, zur Anwendung zu bringen.

Durchgängige Kreislaufwirtschaft

Was „Cradle-to-Cradle“ist, das erklärten die Grünen in ihrem Antrag: „Das Cradle-to-Cradle-Konzept (C2C) steht für eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft im Bereich des Bauens und beruht auf zwei Kreisläufen: 1.) Den Kreislauf biologisch abbaubarer Verbrauchsgüter. 2.) Den Kreislauf wiederverwendbarer Gebrauchsgüter. Im Ergebnis dieser Kreislaufwirtschaft wird bei einem Abriss eines Gebäudes kein Müll im bisherigen Sinn beziehungsweise Umfang anfallen. Die Ressourcen sollen also einer Wiederverwendung zugeführt werden. Wesentliche Anforderungen hierfür sind, dass die eingesetzten Bauprodukte chemisch und toxikologisch unbedenklich und auch recyclingfähig sein müssen. Zusätzlich sollen die Energiebilanz, Wassermenge und -qualität sowie die Einhaltung sozialer Kriterien bei dem Herstellungsprozess zum Tragen kommen.“

Problematik von Lithium-Batterien

Vom Grundsatz her ist das verständlich und löblich. Die Frage, die sich aber nach meinem Verständnis hierzu stellt, ist: Nach diesem Prinzip müssten die Grünen absolut gegen die E-Mobilität sein. Lithium für Auto-Batterien werden unter absolut umweltschädlichen Bedingungen abgebaut, die vom Abbau benötigten Wassermengen vernichten in Südamerika ganze Landstriche und vernichten die Existenzen der dortigen Bevölkerung.

Lithium-Batterien sind derzeit nicht recycelbar. In Swisttal steht derzeit ein ausgebrannter Tesla, den kein Unternehmen entsorgen möchte. Kein Einzelfall.

Mein Fazit: Cradle-to-Cradle ist ein durchaus betrachtbarer Ansatz. Dann sollte man aber auch so konsequent sein, dieses Prinzip auch konsequent anzuwenden und zu vertreten. Rolf Böhmer,

53343 Wachtberg

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