ISEK: Stadtrat Sinzig gibt grünes Licht für städtebauliches Entwicklungsprojekt
Sinziger Innenstadt soll spürbar aufgewertet werden
Sinzig. Bis hierhin war es langer, aber auch beispielloser Weg: In der letzten Stadtratssitzung vor Weihnachten wurde das städtebauliche Entwicklungsprojekt ISEK von den Mandatsträgern beschlossen. Beispiellos war der Weg deshalb, weil von Anfang an die Bürgerinnen und Bürger Sinzigs in die Projektentwicklung einbezogen worden waren. In verschiedenen Workshops, den sogenannten Planungswerkstätten, wurden zahlreiche Ideen vorgebracht. Das war 2018, und endlich steht der Rahmen für den grundlegenden Wandel der Barbarossastadt zum Positiven. Über die Einzelprojekte informierten bei der Ratssitzung, die als Online-Konferenz durchgeführt wurde, Gudula Böckenholt von der Cima Management und Beratung GmbH sowie der Stadtplaner Joachim Sterl. Im Fokus der Planungen, die bis 2035 umgesetzt werden sollen, stehen 29 Schwerpunktprojekte im Gebiet zwischen Bahnhof, Innenstadt und Schlosspark. Der gesamte Katalog der Einzelmaßnahmen ist weitaus reichhaltiger. Abgesegnet wurden die Ideen bereits durch die ADD. Bürgermeister Andreas Geron freute sich über den Tagesordnungspunkt: „Auf diesen Tag haben wir lange gewartet“, so Geron gegenüber den virtuell Anwesenden.
Sterl und Böckenholt stellten einige Projekte exemplarisch dar. So soll von der Innenstadt zur Ahr eine „qualitätsvoll gestaltete Freiraumachse“ entstehen. Grün und gleichzeitig urban soll diese Verbindung anmuten. Sinnvoll sei, so Sterl, hierzu einen Planungswettbewerb auszurufen. Auch das Sinziger Schloss wurde in die Überlegungen mit einbezogen. Wie Gudula Böckenholt betonte, habe das Schloss zwar den Status eines Wahrzeichens für die Stadt – an einem klaren Nutzungsprofil mangele es jedoch. Die Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes soll hier Abhilfe schaffen. Angedacht ist, die Räume des Schlosses verstärkt für Kleinkunst, aber auch für Tagungen und Seminare zu nutzen. Probleme gibt es mit den Grünanlagen am Schloss. In der öffentlichen Wahrnehmung gelte der Schlosspark nämlich als „Angstraum“. Ein neues Beleuchtungskonzept soll das Areal aufwerten und sicherer gestalten. Geht es um die Parkanlagen Sinzigs, soll auch der Lunapark mit generationsübergreifenden Treffpunkten aufgewertet werden. Denkbar wären ein Kneipp-Becken oder eine Boulebahn.
Die Alte Druckerei soll künftig ein Ankerpunkt für die gesamte Innenstadt werden. Das Gelände soll ein Kultur- und Bildungszentrum werden, das von gastronomischen und touristischen Angeboten ergänzt werde. Die Alte Druckerei könnte somit die Funktion einer „kleinen Stadthalle“ übernehmen. Als unschön stelle sich derzeit das Gebiet um die B9-Brücke dar. Es soll geprüft werden, wie das Areal aufzuwerten sei. Auch Kirch- und Marktplatz sollen attraktiver werden.
Des Weiteren soll ein Verfügungsfonds eingerichtet werden. Ziel ist es, gute Ideen und Initiativen von Privatleuten mitzufinanzieren, zum Beispiel kleinere Konzerte. Das Thema Musik spielt bei der städtebaulichen Entwicklung ohnehin eine große Rolle. So könnte Sinzig in der Zukunft den Untertitel „Musikstadt“ tragen. Tragende Säule für diese Konzept wären regelmäßig stattfinde Veranstaltungen wie Mitsing-, Fahrrad- oder Picknickkonzerte. Auch eine „Musikroute“ sei geplant, die Einwohner wie Besucher zu markanten Punkte der Sinziger Musikgeschichte führen soll.
Zusätzlich soll Sinzig an der Außenwirkung feilen: Es soll ein neues Parkleit- und Beleuchtungskonzept geben, auch die Fahrradinfrastruktur soll besser und attraktiver werden. Auch die Ausschreibung der Stelle eines Citymanagers wurde empfohlen. So könnte eine Verknüpfung zwischen Verwaltung und Handel geschaffen werden. Finanziell müsse die Stadt die Maßnahmen nicht alleine tragen. Würden die Ideen umgesetzt, könne umfangreich gefördert werden, wie Böckenholt ergänzend erläuterte.
ROB
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