Politik | 19.11.2019

Städtische Flächen sollen bald in Blühwiesen umgewandelt werden

Stadtrat zeigt sich insektenfreundlich

CDU engagiert sich für eine bienen- und insektenfreundliche Stadt - neben den ökologischen Zielsetzungen spielen auch ökonomische Aspekte eine Rolle

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Einstimmig befürwortete der Stadtrat der Kreisstadt einen Antrag der CDU, nach geeigneten Flächen für die naturfreundliche Umwandlung in Blühwiesen im Sinne einer bienen- und insektenfreundlichen Stadt Ausschau zu halten. Nach Ansicht der Christdemokraten bieten etwa die Flächen der städtischen Friedhöfe gute Möglichkeiten zu einer bienenfreundlicheren Umgestaltung, zumal in den vergangenen Jahren die nicht genutzten Bereiche aufgrund neuer Bestattungstrends stetig gewachsen seien. Außerdem gebe es weitere öffentliche Flächen, die einer extensiven Pflege zugeführt werden könnten, was in enger Abstimmung mit den Ortsbeiräten ermittelt werden soll. Wobei Christoph Kniel (CDU-Fraktionsvorsitzender) ergänzte: „Neben den ökologischen Zielsetzungen betrachten wir mittel- und langfristig auch die ökonomischen Aspekte, wenn wir für diese Flächen von der intensiven in eine extensive Pflege wechseln können.“ So könne der ehemaligen „Todesacker“ künftig in einen neuen „Lebensraum“ umgewandelt werden.

Gärtnermeister Ralf Wershofen (CDU) erläuterte noch einmal die Überlegungen hinter dem Antrag. „Unsere Welt verändert sich im Moment sehr stark. Die Ursache liegt nicht in natürlichen Klimaschwankungen, nein, die Verursacher sind wir, die Menschen.“ Es könne einem angst und bange werden, wenn man durch der Eifel fahre und fast die gesamten Fichtenbestände absterben sehe. Neben der Klimaveränderung sei das Artensterben ein weiteres Problem, weshalb die CDU bereits im vergangenen Jahr den Antrag gestellt habe: „Unsere Stadt wird insekten- und bienenfreundlich und schafft Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und Co.“, der auch beschlossen wurde.

Wenn viele Kleines tun, kann das Großes bewirken

Dabei handele die CDU mit dem neuerlichen Antrag nicht populistisch und springe auch auf keinen Zug auf, „wir sind hier mehr der Meinung, wenn viele Kleines tun, kann das Großes bewirken. Wir machen ernst damit.“ Allerdings sehe man auch, dass dies nicht überall möglich sei, vor allem auf den Friedhöfen müssen noch einmal genauer geschaut werden, welche Flächen sich überhaupt dafür eigneten. Eventuell könne man dort, wo es nicht gehe, als Alternative keine Flächen mit insektenfreundlichen Staudenmischpflanzungen etablieren. „Wir sehen aber auch die Chance, abgesehen von den Friedhöfen schon mal kurzfristig zu starten. Es gibt sicherlich Flächen in unserem Stadtgebiet, die sich dazu eignen.“ Vielleicht sei es möglich, ohne großen Kapitalaufwand und ohne große Verbindung von Kapazitäten in der Verwaltung mit kleineren Projekten zu beginnen. Denn es müsse sicherlich auch noch Erfahrung gesammelt werden, beispielsweise welche Saatgutmischungen sich am besten eigneten.

Werner Kasel (SPD) begrüßte den Einstieg in die Diskussion, war sich aber nicht sicher, ob die Friedhöfe der geeignete Ort sein, solche Flächen anzulegen. Stattdessen plädierte er dafür, ein Gestaltungskonzept zur Zukunftsfähigkeit der Friedhöfe insgesamt in Angriff zu nehmen. „Aber erst nach der Landesgartenschau“, bemerkte Bürgermeister Guido Orthen (CDU), denn vorher gebe es in der Stadtverwaltung keine Kapazität für ein solches Projekt. Ohnehin gehe es in dem Antrag hauptsächlich darum, monotone Rasenflächen wiesenartig umzuwandeln und damit den Lebensraum für Insekten zu verbessern. Deshalb schlage die Stadtverwaltung vor, bei der Suche nach geeigneten Flächen zunächst die Ortsbeiräte einzubeziehen. Dabei sollen etwa Luftbilder der jeweiligen Friedhöfe betrachtet werden, die bereits Flächenvorschläge der Verwaltung enthalten. Parallel dazu solle der für die Unterhaltung zuständige Betriebshof bezüglich der Auswahl weiterer öffentlicher Flächen mit den Ortsbeiräten gesondert Kontakt aufnehmen. Bei allen Flächen, die zur Diskussion stünden, aber insbesondere auf den Friedhöfen, müsse man nicht zuletzt auch ästhetische Aspekte und insbesondere die Akzeptanz diskutieren. Beispielsweise könnte der Samenflug auf benachbarte Gräber zu Irritationen führen.

JOST

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