Politik | 30.10.2020, 16:27 Uhr

Bürgerliste Ich tu´s

Steuererhöhung auf 610 Prozent nicht tragbar

Neuwied. Die Neuwieder Bürgerliste wird die einseitige Abwälzung der Schuldenfrage auf die Bürger nicht unterstützen. Nach eingehender Beratung ist die Bürgerliste Ich tu´s zu dem Schluss gekommen, die von der Papaya-Koalition geforderte Erhöhung der Grundsteuer B auf 610 Prozent als Hilfe zur Abtragung der Schulden nicht mitzutragen. „Wir haben uns ausführlich mit den Gründen der Verschuldung und den Auswirkungen der geforderten Steuererhöhung beschäftigt“, kommentiert Dr. Etscheidt als Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste die Beratungen. Einen Grund für die chronische Unterfinanzierung der Kommunen sieht die Bürgerbewegung darin, dass Gelder von Bund und Land nicht nach unten weitergereicht werden an die Kommunen, denen es zusteht. Seit Jahren fordert die Landesregierung, vertreten durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), alle Kommunen auf, mehr Steuern bei den Bürgern einzutreiben, um die Verschuldung zu senken. „Dabei sollten sie zuerst einmal vor ihrer eigenen Haustür kehren. Schließlich haben wir einen Großteil der Schulden den Gesetzen von Bund und Land zu verdanken“, kritisiert Dr. Etscheidt und spielt damit auf die vielen Pflichtausgaben der Stadt an, die ständig anwachsen, aber nicht ausreichend finanziert werden. „Wer bestellt, muss auch bezahlen. Dies schreibt das Konnexitätsprinzip unseres Staatsrechts vor“, schließt sich Bernd Dillenberger an. Er ist für die Neuwieder Bürgerliste in den Ausschüssen für Jugend und Soziales tätig und hat die gerade in diesem Bereich ständig gestiegenen Kosten im Blick. Als Beispiel nennt er die Beitragsfreistellung und den Ausbau der Kitaplätze. „Die entsprechenden Gesetze sind gut und richtig, müssen aber dann auch vom Land finanziert werden. Kitabau und –erweiterung kosten die Stadt Millionen, die für andere Projekte fehlen“.

„Schulden, die Landesprojekte bei uns generieren, ausschließlich vor Ort einzutreiben, halten wir für schamlos“, ist Fred Kutscher als Fraktionsgeschäftsführer der gleichen Meinung. Er wartet gespannt auf das Urteil zu der Klage der Stadt Pirmasens, die diese Art der Unterfinanzierung juristisch klären lassen möchte. „Eine Erhöhung der Grundsteuer B wird Hausbesitzer genauso treffen wie Mieter, auf die diese Steuer umgelegt wird, und das mitten in der zweiten Welle der Corona-Krise.“ fügt er hinzu. „Wir verstehen die Argumentation der Papaya-Koalition, unserer Stadt durch eine Steuererhöhung endlich wieder Spielraum in den eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen, werden aber eine derart einseitige Lösung des Problems in dieser Höhe nicht mittragen“, ist sich die Fraktion der Bürgerliste einig. Sie erwartet von der Landesregierung ein eindeutiges Signal zur Verbesserung der Finanzausstattung der Kommunen, bevor die Bürger belastet werden.

Pressemitteilung

Bürgerliste „Ich tu´s“

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
60

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
81

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
13. Koblenzer Patiententag 2026
Konfetti & Ahoi
Bratapfelsonntag
Titelanzeige
Weitere Artikel
Symbolbild
6161

A61 ab November mit Einschränkungen

Ab dem 09.11.: Einspurige A61 - Fahrzeit einplanen

Sinzig. Die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes plant umfangreiche Gehölzpflegearbeiten auf der A61 zwischen dem Autobahndreieck Sinzig und der Anschlussstelle Niederzissen in Richtung Koblenz/Ludwigshafen.

Weiterlesen