Politik | 13.04.2021

Leserbrief von Martin Kallweitt (AfD) zur Verlegung der Landesgartenschau 2022

„Wer trägt die politische Verantwortung?“

In einer außerordentlichen nicht öffentlichen Sitzung am 07.04.2020 wurde der Stadtrat vom Bürgermeister Guido Orthen über die vorgeschlagene Verschiebung der Landesgartenschau von 2022 auf 2023 informiert und in Kenntnis gesetzt. Die Beschlussvorlage wurde im Vorfeld allen Fraktionen im Stadtrat bekannt gegeben. Entgegen dem gesetzlichen Gebot der Transparenz wurde ich jedoch erst im Laufe der Sitzung von der geplanten Verlegung in Kenntnis gesetzt. Vielleicht auch damit ich mich im Gegensatz zu den anderen Ratsmitgliedern nicht vorbereiten konnte und somit auch keine unangenehmen Fragen im Rahmen der Sitzung stellen kann?

Als Grund für die Verlegung wurde unter anderem vom Bürgermeister angeführt, dass die drei Ausschreibeverfahren im Lenne-Park, Kaiser-Wilhelm-Park sowie dem Kurpark nicht zur Vergabe der Bauleistungen an Firmen geführt haben weil das von der Stadt vorgegebene geschätzte Auftragsvolumen schlicht weg weit überschritten wurde und teilweise in den Angebotsunterlagen des Mindestbietenden vergaberechtliche Fehler enthalten seien und in der Folge dessen alle drei Vergabeverfahren neu zu wiederholen sind. Eine zeitliche Umsetzung der geplanten Bauvorhaben bis zum Beginn der Laga im April 2022 war somit nicht mehr einzuhalten und eine Verlegung unvermeidlich. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hat sich im Kalenderjahr 2016 auf Initiative des Bürgermeisters und dem Stadtrat seinerzeit um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2022 in Rheinland-Pfalz beworben und auch den Zuschlag erhalten.

Üblicherweise werden Landesgartenschauen auf größeren ungenutzten und freien Brachflächen etwas außerhalb des Stadtkerns ausgerichtet. In dem Bewusstsein nicht über diese ungenutzten freien Flächen im Stadtgebiet zu verfügen haben sich die politischen Entscheidungsträger dafür entschlossen die Landesgartenschau an verschiedenen räumlich voneinander getrennten Stellen mitten im Stadtgebiet durchführen zu lassen. Dies erschwert zugleich ungemein die Planung und Umsetzung einer Gartenschau und gleicht einer Operation am „offenen Herzen“ und ist im Grunde genommen schon von vorherein zum Scheitern verurteilt.

Die Bürgerinnen und Bürger sind seit geraumer Zeit durch ständige Baumaßnahmen in der Stadt und Nichtzugänglichkeit zu den vorhandenen Parkanlagen und Spielplätzen mittlerweile genervt. Zudem sinkt mit jedem aufgrund der Landesgartenschau gefällten gesunden Baum in den betroffenen Stadtgebieten die Akzeptanz für dieses kostspielige Prestigeobjekt der politischen Entscheidungsträger.

In meiner Zeit der Zugehörigkeit im Stadtrat seit 2019 geht es bei der Vergabe und Planung von Teilabschnitten der Landesgartenschau im Stadtgebiet immer nur um „noch schöner, noch größer und noch teurer“. Die Stadtspitze, politischen Fraktionen und Ratsmitglieder haben aus meiner Sicht jegliches Augenmaß in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Planbarkeit und Umsetzung verloren.

Auch die Nichtvergabe der drei Bauabschnitte, die nun nach Angabe des Bürgermeisters das Fass zum Überlaufen gebracht haben, sind aus den Gründen der Übersättigung des hiesigen Marktes zurückzuführen.

Die zeitlichen und personellen Kapazitäten der in Frage kommenden Gartenbaufirmen die im Vergabeverfahren nun die kostenmäßigen Vorgaben der Stadt nicht erfüllt haben sind längst überschritten, da diese bereits an anderen Teilabschnitten der Landesgartenschau noch länger zeitlich gebunden sind.

Die Verlegung der Landesgartenschau von 2022 auf 2023 wird nun voraussichtlich zu Mehrkosten in Höhe von mindestens 1,4 Millionen Euro für die Stadt führen. Auch steht in den Sternen, ob die einkalkulierte notwendige Besucherzahl von 800.000 zur Finanzierbarkeit auch nur annähernd erreicht werden kann. Ich befürchte am Ende der Landesgartenschau ein riesiges finanzielles Desaster für das die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler am Ende geradestehen werden müssen.

Ich appelliere daher an die politischen Entscheidungsträger im Stadtrat entweder eine Landesgartenschau in deutlich abgespeckter Version mit angepassten Eintrittspreisen durchführen zu lassen oder aber zu prüfen, ob es nicht aus finanziellen Gründen besser ist gänzlich die Landesgartenschau komplett abzusagen.Auf jeden Fall stellt sich schon jetzt die Frage nach der politischen Verantwortlichkeit der bisherigen Fehlplanungen und welche persönlichen und personellen Konsequenzen aus diesem Desaster gezogen werden.

Martin Kallweitt (AfD)

Mitglied im Stadtrat

von Bad Neuenahr-Ahrweiler

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
Dauerauftrag 2026
Heizölanzeige
Schulhausmeister
Maifest Gönnersdorf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Tank leer?
Save the Dates
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Gesundheit im Blick
Empfohlene Artikel
17

„Saubere Flüsse bieten Schutz vor Hochwasser“ lautete die Überschrift eines Berichts in der Ausgabe 14/2026 des BLICK aktuell. Darin hieß es u.a.: „Während die Verbandsgemeinde Bad Breisig die öffentlich-rechtliche Verpflichtung zur Gewässerunterhaltung wahrnimmt, obliegt den Grundstückeigentümern die zivilrechtliche Verkehrssicherungspflicht für Uferbereiche und Bewuchs.“

Weiterlesen

Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
355

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Die CDU Rheinbreitbach freut sich auf viele Gäste beim Burgfest am 26. April.  Foto: Heinz-Werner Lamberz
34

Rheinbreitbach. Der CDU-Ortsverband Rheinbreitbach lädt ein zum Burgfest am Sonntag, 26.04.2026 ab 15:00 Uhr in und um die Obere Burg, Schulstraße 7a in Rheinbreitbach. Angeboten werden leckere, von Mitgliedern gebackene Kuchen, selbstverständlich auch Kaffee, Tee sowie andere alkoholische und alkoholfreie Getränke. Natürlich besteht Gelegenheit zu Gesprächen untereinander sowie mit Abgeordneten und Kommunalpolitikern.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
70

Weisel. Am Abend des 23. April 2026 ereignete sich gegen 19:15 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall auf der Landstraße 339 zwischen Kaub und Weisel. Beteiligt waren ein Motorradfahrer und ein PKW, die in entgegengesetzte Richtungen unterwegs waren. Der Zusammenstoß führte zu einer vollständigen Sperrung der Straße, die bis in die Nacht bestehen blieb.

Weiterlesen

Symbolbild.
18

Blaulichtmeile Koblenz am 09.05.2026

Thementag Kriminalprävention und Karriere in Koblenz

Koblenz. Die Polizei Koblenz lädt gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt, der Berufsfeuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz am Samstag, den 09.Mai 2026, ab 10:00 Uhr zu einem abwechslungsreichen Thementag am Löhrrondell in Koblenz ein.

Weiterlesen

Imageanzeige
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Anlagenmechaniker
Floristik Meyer
Praxis an neuem Standort
Stellenanzeige Auszubildung zum/zur Umwelttechnologen/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Handwerker im Außendienst
Gesundheit im Blick Lahnstein
Innovatives rund um Andernach
Verwaltung Immobilien