Politik | 25.01.2020, 10:59 Uhr

Gemeindeversammlung in der Freirachdorfer Kirche

Wie sieht die Zukunft des Gemeindehauses aus?

Freirachdorf/Roßbach. Soll das evangelische Gemeindehaus verkauft werden? Und soll der Erlös für die Sanierung der Kirchenruine in Roßbach verwendet werden? Ein Artikel in der Westerwälder Zeitung vom 14. Dezember 2019 hat bei den Einwohnern von Freirachdorf zu einigen Irritationen geführt. Um diese auszuräumen, hat die Willkommensgemeinde Freirachdorf – Roßbach zu einer Gemeindeversammlung in die Kirche Freirachdorf eingeladen. Dieser Einladung sind zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger gefolgt, sodass die Kirche nahezu voll besetzt war. In ihrer Begrüßung hat Pfarrerin Ilona Fritz zunächst einige einleitende Worte zur Kirchenruine gesagt und auch auf einen Rechtsstreit zwischen Landeskirche, dem Land Rheinland Pfalz und Kirchengemeinde hingewiesen. Auch die Landesregierung ist involviert, denn unter der Ruine befindet sich ein alter Stollen. Eine beabsichtigte Prüfung auf dessen Zustand, was in der Verantwortlichkeit des Landes liegt, ist bisher aber noch nicht erfolgt, weil erst ein Zugang geschaffen werden muss. In dem Artikel sind Aussagen von Pfarrerin Ilona Fritz zitiert worden, die bei dem Leser den Eindruck erwecken konnten, dass bei der Kirchengemeinde schon konkrete Pläne vorhanden sind, durch Einsparungen an anderer Stelle sowie dem Verkauf des Gemeindehauses in Freirachdorf die Sanierung der Kirchenruine zu finanzieren. Ilona Fritz und die Vertreter des Kirchenvorstandes stellten jedoch klar: Es gibt einen Beschluss, kein Geld für die Sanierung der Ruine ausgeben zu wollen! Der Kirchenvorstand machte auch klar, dass es keinerlei Überlegungen zu einer Gegenfinanzierung einer Sanierungsmaßnahme durch den Verkauf des Gemeindehauses gibt. Die Sicherung des Geländes, um Gefahren für Dritte auszuschließen, müsse jedoch gewährleistet werden. Da die Landeskirche immer weniger Geld zur Verfügung stellt, müssen insbesondere zu den vorhandenen Gebäuden Möglichkeiten gefunden werden, wie diese erhalten werden können. Die Überlegungen dazu hat der Kirchenvorstand mit der Landeskirche im Rahmen eines Gebäudeworkshops besprochen. Da es im Jahr 2015/2016 bereits Gespräche mit dem Gemeinderat über eine mögliche Übernahme des Gemeindehauses gab, wurde angeregt, diese wieder aufzunehmen. Damals wurden die Verhandlungen gestoppt, da die Kommune bereits die Planungen für andere Projekte wie Neubaugebiet und Solarpark in Arbeit hatte. Und das ist der derzeitige Stand zum Gemeindehaus in Freirachdorf. Der Austausch mit der Kommune soll dann auch zeitnah erfolgen. Nachdem durch den Kirchenvorstand zahlreiche Fragen der Zuhörer zu bestehenden Details eines möglichen Verkaufs, einem Vorkaufsrecht für die Gemeinde, den Einnahmen aus Vermietungen, der Möglichkeit von Kosteneinsparungen bei der Ruine, der Kriterien zur Auswahl des Gemeindehauses als Verhandlungsobjekt und den zukünftigen Aufgaben zu den vorhandenen Gebäuden beantwortet worden sind, ist von einigen Zuhörern darauf hingewiesen worden, dass das Gemeindehaus sowohl mit dem Kindergarten als auch mit der Kirche eng verbunden ist. Die Versammlung ist mit einem Abendgebet beendet worden. Als Ergebnis dieser Gemeindeversammlung kann festgehalten werden, dass die Irritationen durch den Artikel ausgeräumt worden sind und das Gemeindehaus Freirachdorf nicht als Subventionsobjekt für die Kirchenruine dienen wird. Vielmehr ist klar geworden, dass nach wie vor der eindeutige Wille vorhanden ist, die Zukunft des Gemeindehauses so zu gestalten, dass es der Gesamtgemeinde zur Verfügung steht.

Jörg Greb

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