Politik | 25.09.2019, 13:48 Uhr

Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Cochem-Zell

„Wir sitzen auf einem Pulverfass“

Aachener Friedenspreisträgerin Dr. Elke Koller war beim Stammtisch zu Gast

Die Aachener Friedenspreisträgerin Dr. Elke Koller in Cochem.Foto: privat

Cochem. „Es ist dringender denn je, das Thema Atomwaffen wieder ganz nach oben auf die politische Agenda zu setzen“, so die Grünen im Landkreis Cochem Zell. Sie hatten die Aachener Friedenspreisträgerin Dr. Elke Koller vom Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel zu ihrem monatlichen Stammtisch eingeladen. „Wir sitzen auf einem Pulverfass. Wenn etwas passiert , sind wir die Opfer. Es ist nicht nachzuvollziehen: Statt vor den Bomben haben viele Menschen der Region Angst, ihre Arbeit zu verlieren. Die Arbeitsplätze am Fliegerhorst in Büchel sind auch ohne diese bedrohlichen Waffen nicht gefährdet. Auch wenn die Atomwaffen abgezogen werden, bleibt ja der Fliegerhorst bestehen“, so Koller. Jetzt soll, um die Bomben besser zu sichern, ein weiterer Zaun gebaut werden. Die Kosten sind mit 18 Millionen Euro veranschlagt. Die Rahmenbedingungen haben sich aktuell weiter verschlechtert: Während es im Koalitionsvertrag von 2009 noch hieß, die Bundesregierung werde sich für den Abzug dieser Atomwaffen einsetzen, hat dies in der jetzigen Regierungskoalition keine Priorität mehr. Jeder bekenne sich zwar zum Ziel einer „Welt ohne Kernwaffen“, das seien aber leere Phrasen. Deutschland bewies dies bei der Abstimmung über eine Resolution für ein weltweites Verbot von Atomwaffen in der UN und stieg aus den Verhandlungen gegen den Verbotsvertragsentwurf aus.

Es ist noch weiter zu toppen: Bereits im Mai 2012 hat die Deutsche Regierung dem US-amerikanischen Verlangen nach Modernisierung und Aufrüstung der in Büchel gelagerten Atomwaffen zugestimmt. Zielgenauere Atombomben, die Präzisionsschläge ermöglichen, Anschaffung dafür geeigneter Trägerfluggeräte, Weiterentwicklung der militärischen Fähigkeiten.

Investitionen ungeheuren Ausmaßes werden den Steuerzahler belasten. Und nicht zuletzt droht angesichts der jüngsten Aufkündigung des INF-Vertrags ein erneuter atomarer Rüstungswettlauf, was zwangsläufig mit einer erhöhten Kriegsgefahr einhergeht. Gewinner in diesem Spiel sind Banken und die Rüstungsindustrie solange, bis nicht sprichwörtlich die Bombe platzt.

Viele Friedensinitiativen, zu denen der Kreis in Büchel zählt, fordern mit Aktionen deutschland- und weltweit die Abschaffung der verheerenden Waffen. Kürzlich setzte der Landtag Rheinland-Pfalz ein Zeichen: Auf Antrag der regierenden Fraktionen von Grünen, SPD, und FDP wurde die Landesregierung aufgefordert, sich auf Bundesebene für eine deutsche Unterzeichnung und Ratifizierung des UN-Vertrags über das Verbot von Atomwaffen einzusetzen. Diesem Vertrag stimmten im Juli 122 Staaten zu, Deutschland war nicht dabei.

Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen,

Kreisverband Cochem-Zell

Die Aachener Friedenspreisträgerin Dr. Elke Koller in Cochem.Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rund um´s Haus
Schleuter Gebäudetechnik
Dorffest Bad Bodendorf
Anzeige AW-Bike / Winzerfest in Dernau
Empfohlene Artikel
24

Westerwaldkreis. Der Kreisausschuss des Westerwaldkreises hat in seiner vergangenen Sitzung mehrere Vorhaben in den Bereichen Radverkehr, Bevölkerungsschutz und öffentlicher Nahverkehr auf den Weg gebracht. So hat er im Rahmen der Radwegeförderrichtlinie des Kreises beschlossen, zwei Baumaßnahmen jeweils mit der Maximalförderung zu unterstützen und in das Alltagsradwegekonzept des Westerwaldkreises aufzunehmen.

Weiterlesen

19

VG Wirges. Die Entscheidung über das Bürgerbegehren gegen den Windpark „Drei Eichen“ ist in Leuterod gefallen. Getroffen hat sie ein Ortsgemeinderat, der sich seit 2024 mit dem Vorhaben befasst und beide Rechtsauffassungen kannte.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
986

Ankt Augustin. Am Montag, dem 21. September, verhinderten aufmerksame Bankmitarbeiter in Sankt Augustin zwei Betrugsversuche, die sich gegen ältere Menschen richteten. Der erste Vorfall ereignete sich gegen 17:00 Uhr, als ein 88-jähriger Mann einen Anruf von einem ihm unbekannten Mann erhielt, der behauptete, der Sohn des Seniors habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Frau gestorben sei.

Weiterlesen