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Fußballer der Carl-Orff-Schule erspielen beim Bundesfinale in Berlin die erste paralympische Medaille für Rheinland-Pfalz

Ein ganz großer Traum wurde wahr

Ein ganz großer Traum wurde wahr

Das erfolgreiche Team der Carl-Orff-Schule.Foto: privat

05.11.2018 - 09:53

Neuwied. Das Team der Carl-Orff-Schule (COS) legte beim Sieg im Landesfinale den Grundstein für die Qualifikation zum Bundesfinale von „Jugend trainiert für Paralympics“. Im Landesentscheid setzte sich die COS damals souverän durch. Zuvor siegte die COS bei mehreren Turnieren im regionalen Bereich, ehe der abermalige Traum von Berlin erneut in Erfüllung ging. Das Team durfte als rheinland-pfälzischer Landessieger zum Bundesfinale von „Jugend trainiert für Paralympics“. Die Mannschaft der COS startete mit viel Euphorie und der Hoffnung auf fünf tolle Tage in die Hauptstadt. Bei den drei Teilnahmen zuvor wurden die Plätze 14, neun und sechs erreicht. Diesmal sollte es noch besser werden.

Mit dem großen Ziel vor Augen traf das Team am späten Sonntagnachmittag im Berliner Hauptbahnhof ein. Die ersten Eindrücke waren für das Team beeindruckend. Auf dem riesigen Bahnhof ging es zur Mannschaftsakkreditierung, anschließend wurden die Sportler per Shuttlebus ins Hotel gefahren. Dort trafen sie auf weitere Mannschaften.

Mit etwas Sonnenschein startete am frühen Morgen das paralympische Fußballturnier. Teams aus 16 Bundesländern machten sich bereit, um den Titel zu gewinnen. Um die Mannschaften nach Stärken eingruppieren zu können, wurde zuerst eine Klassifizierungsrunde gespielt.

Das Team der COS startete mit einem 1:1 gegen Schleswig-Holstein ins Turnier. Thomas Haxhaj traf dabei aus gut 25 Metern per Freistoß. Der jüngste Akteur hatte kurz danach die Entscheidung auf dem Fuß, verzog jedoch denkbar knapp. Schleswig-Holstein schlug nun postwendend zurück. Im zweiten Spiel trafen Tim Lenz und Co. auf die saarländischen Dauerrivalen. Am Ende der 15-minütigen Spielzeit stand ein unglückliches 0:0 zu Buche. Gegen Sachsen-Anhalt kam die Mannschaft zu einem ungefährdeten 1:0-Erfolg. Torschütze war Leon Kempf. Das vierte Spiel des Tages konnten die Vertreter der COS mit 2:0 gegen Mecklenburg-Vorpommern gewinnen. Justin Kaiser und Kenneth Drothen zeigten sich treffsicher. In der fünften Partie erkämpfte sich das Team aus Rheinland-Pfalz ein 1:0 gegen die starken Bayern. Thomas Haxhaj neckte die gesamte bayrische Hintermannschaft und markierte den Siegtreffer. Vor dem abschließenden Klassifizierungsspiel gegen Hessen war das Team der COS somit ungeschlagen und mit elf Punkten bereits für das Hauptturnier qualifiziert. Gegen Hessen gab es trotz des Tors von Ben Krasniqi eine 1:2-Niederlage. Aber das interne Ziel war erreicht: Platz fünf in der Tabelle bedeutete die sichere Qualifikation für die A-Gruppe. Die Freude darüber war verständlicherweise riesengroß.

Am zweiten Turniertag trat das COS-Team in der Zwischenrunde in einer der zwei Vierergruppen an. Der Fußballgott war Leann Oswald und den Jungs an diesem Tag treu. In der Auftaktpartie besiegte die Mannschaft das Team aus Sachsen-Anhalt verdient mit 3:1. Die Tore markierten Thomas Haxhaj (2) und Justin Kaiser. Ein gelungener Start in die Hauptrunde. Die zweite Partie stand auf des Messers Schneide. Sowohl Baden-Württemberg als auch die COS war dem Sieg nahe. Letztlich blieb es bei einem gerechten 0:0. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Hessen musste mindestens ein Punkt her. Ein starkes Solo von Justin Kaiser ebnete den Weg ins Halbfinale. Er trieb das Spielgerät über das halbe Feld und ließ dem gegnerischen Torwart mit seinem sehenswerten Schuss keine Abwehrchance. „Wahnsinn, wir stehen im Halbfinale von Berlin“, rief der überglückliche Mit-Kapitän Nico Kornrumpf.

Nach einer „unruhigen Nacht“ standen nun am dritten Turniertag die Halbfinals an. Sollte etwa der Traum von einer Medaille wahr werden? Die COS musste sich im ersten Halbfinale mit dem Landessieger aus Berlin messen. Die Akteure um Spielmacher Thomas Haxhaj legten furios los, verpassten jedoch die Führung denkbar knapp. Zweimal klärte ein Berliner auf der Linie. So kam es, wie es so oft im Fußball kommen muss, Berlin erzielte mit seiner ersten Chance das 1:0. Nun verlor das Team der COS den Faden. Chancen waren Mangelware, am Ende unterlag die COS dem späteren Vizemeister aus Berlin. Nach kurzer Trauer rappelten sich Mannschaft und Betreuer wieder auf und nahmen ein neues Ziel in den Blick: Platz drei musste unter allen Umständen her,

Im „kleinen Finale“ um Platz drei hieß der Gegner erneut Hessen, das zuvor dem späteren Sieger aus Bayern mit 0:2 unterlegen gewesen war. Das COS-Team, mit leicht veränderter Taktik ausgerichtet, kam gut ins Spiel und belohnte sich frühzeitig mit dem Führungstor. Hessen-Schreck Justin Kaiser traf auf Vorlage von Kenneth Drothen zur frühen Führung. Es dauerte bis weit in die zweite Hälfte, ehe Thomas Haxhaj mit einem Distanzschuss auf das erlösende 2:0 stellen konnte. Das Team aus Hessen warf nun alles bedingungslos nach vorn, jedoch hatten Abwehrchef Kenneth Drothen und seine Mitspieler alles im Griff. Nach dem Abpfiff jubelte Raphael Jäger: „Unfassbar, wir sind Dritter. Wir haben das Ding.“ Die Feierlichkeiten auf dem Platz starteten umgehend. Spieler und Betreuer lagen sich mit Freudentränen in den Armen. „Unser Traum ist tatsächlich wahr geworden. Wir haben unsere Medaille. Ich bin überglücklich“, so die strahlenden Kapitäne Thomas Haxhaj und Nico Kornrumpf.

Haxhaj und Kornrumpf durften dann am Abend stellvertretend für ihr Team auf das Siegerpodest und den Pokal in Empfang nehmen. 4000 Schülerinnen und Schüler jubelten und applaudierten ihnen bei der Siegerehrung in der Max-Schmeling-Halle zu. Es war für alle Beteiligten ein Gänsehaut-Gefühl. Nun war es tatsächlich fix: Die Carl-Orff-Schule Neuwied belegte sensationell den dritten Platz im Bundesfinale von „Jugend trainiert für Paralympics“ in Berlin. Ein Traum ist wahr geworden. Mit diesem unglaublichen Erfolg im Gepäck ging es am Donnerstagmittag auf die Heimreise. Erschöpft, aber überglücklich kam der COS-Tross am frühen Abend in Koblenz an. Diese tolle Mannschaft hat in den Tagen von Berlin einen unglaublichen Teamgeist entwickelt, zu keiner Zeit aufgegeben und auf und neben dem Spielfeld die „mannschaftliche Geschlossenheit“ verinnerlicht.


Die Aufstellung


Nico Kornrumpf (Tor), Kenneth Drothen, Alican Erdogan, Thomas Haxhaj, Raphael Jäger, Justin Kaiser, Leon Kempf, Ben Krasniqi, Tim Lenz und Leann Oswald.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Dazu passend ein Bericht in der "Jüdischen Rundschau": Wieder auf gepackten Koffern - Wegen des zunehmenden Antisemitismus fürchten junge Juden um ihre Zukunft in Deutschland. [Link v. d. Redaktion entfernt]
juergen mueller:
Ob Konrad-Adenauer-Ufer oder Kornpfortstraße - alles ist - und noch mehr - sanierungsbedürftig.Sich immer wieder als Kümmerer darzustellen und auf seinen Spaziergängen Probleme, die wir zuhauf in Koblenz haben, aufzuzählen, sollte man mit offenen Karten spielen, was heisst, wer soll das bezahlen. Es hapert überall, dazu brauchen wir keine Spaziergänger, die anscheinend nichts anderes u tun haben, Defizite aufzudecken, die lange bekannt sind u.nur darauf bedacht sind,sich immer wieder selbst in den Fokus zu setzen, was keine löst.Wer Forderungen stellt u. selbst im Stadtrat sitzt (oder dahin will, gell Herr Blank) sollte sich bei seinen Forderungen erst einmal Gedanken darüber machen, wie das bezahlt werden soll. Diese immerwährende Selbstdarstellung ist scheinheilig und täuscht über den wahren Hintergrund hinweg.
juergen mueller:
Das ist ja in der Politik nichts neues u. gehört einfach zu der Mentalität eines jeden Politikers, Dinge für sich in Anspruch zu nehmen, auch wenn sie nicht auf dem eigenen Mist gewachsen sind u.sich wohldurchdacht in den Vordergrund zu stellen. Das gehört neben Reden ohne wirklichen Inhalt einfach zum Handwerkszeug. Jeder Politiker sollte ein Präsent mit auf seinen Weg bekommen - ein LABER-Glas.Wenn ihm keiner zuhört: Deckel öffnen,reinlabern,Deckel schließen.Wenn keiner mit ihm spricht: Deckel öffnen,sein altes Gelaber anhören.Und das Ding mit den hygienischen Argumenten ist wirklich zweitrangig u.vorgeschoben.Da gibt es Beispiele,bei denen das Wort "Schwein" schon eine Beleidigung dieser Tiergattung darstellt.Und was die Grundwerte betrifft,so dürften gerade diejenigen,die sich damit gerne idendifizieren,erst einmal in Klausur gehen um zu verinnerlichen,was sie selbst damit verbindet.Denn Detailkenntnisse gehören ja nicht unbedingt zu einem Muss eines jeden Politikers.
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