Spannender Sport und knappe Entscheidungen im Rhein-Wied-Stadion

Kai Kazmirek und Carolin Schäfer gewinnen Deichmeeting

Kai Kazmirek und Carolin Schäfer gewinnen Deichmeeting

Packende Sprints bei den Männern und Frauen zogen die Zuschauer in ihren Bann. Fotos: FF

Kai Kazmirek und Carolin Schäfer gewinnen Deichmeeting

Vier Stunden packenden Sport bot die LG Rhein-Wied den 250 maximal zugelassenen Zuschauern.

Kai Kazmirek und Carolin Schäfer gewinnen Deichmeeting

Die WM Zweite von 2017, Carolin Schäfer, gewann unter anderem den Speerwurf und entschied das Deichmeeting für sich.

Kai Kazmirek und Carolin Schäfer gewinnen Deichmeeting

Lokalmatador Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) übersprang die 4,90 Meter locker und entschied das Deichmeeting für sich.

Neuwied. Spannender hätte es Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) seinen Fans nicht machen können. Beim 9. Deichmeeting lag er nach drei von vier Disziplinen mit einem Wimpernschlag von nur zwei Punkten hinter dem Führenden Mathias Brugger (SSV Ulm 1846). Auf der ungewöhnlichen 300 Meter Distanz wendete sich das Blatt. Der Neuwieder absolvierte die dreiviertel Runde im Rhein-Wied-Stadion in 34,05 Sekunden, der Ulmer landete in 35,34 nur auf Rang drei. In der Gesamtwertung schob sich Kai Kazmirek dadurch mit 3.393 Punkten an Mathias Brugger (3.312 Punkten) vorbei. Über vier Stunden packenden Sport hatte die LG Rhein-Wied den Leichtathletik Freunden geboten. Zu Beginn standen bei den Männern die 110 Meter Hürden auf dem Programm. In 14,36 Sekunden ließ Kai Kazmirek Mathias Brugger (14,49 Sek.) und den Frankfurter Andreas Bechmann (15,11 Sek.) knapp hinter sich. Nicht so gut für den WM-Dritten von 1997 lief es im anschließenden Diskuswurf. Seine 38,79 Meter reichten nur für den vierten Platz. Mit 46,43 stellte Jan Ruhrmann (LAV Bayer Uerdingen) die Bestmarke auf. Der Diskus von Mathias Brugger flog 44,14 Meter weit. Für Andreas Bechmann standen 41,16 Meter zu Buche. Die Spezialdisziplin von Kai Kazmirek ist der Stabhochsprung. Die ersten Konkurrenten waren an ihren Höhen schon gescheitert, als der Neuwieder nicht mal in den Wettbewerb eingestiegen war. Mit 4,90 Meter lag er am Ende um dreißig Zentimeter vor Niklas Ransiek (TSV 04 Bayer Leverkusen) und Mathias Brugger. Zwar staunten die Besucher, wie locker Kai Kazmirek die 4,90 Meter übersprang, trotzdem verzichtete der Neuwieder darauf, die Latte noch höher auflegen zu lassen. 5,20 Meter ist seine persönliche Bestmarke. Der Stabhochsprung war für die Zuschauer wieder einmal eine der spannendsten Disziplinen. Mit rhythmischem Klatschen sorgten sie förmlich für Anschub. Schade nur, dass trotz besten Wetters nur 250 Leichtathletikfans wegen der Corona-Krise dabei sein durften. Mehr hatte das von der Stadt Neuwied abgesegnete Hygienekonzept mit acht Zonen für die Zuschauer nicht zugelassen. Für die LG Rhein-Wied bedeutete das viel zusätzlichen Aufwand und weniger Einnahmen. Auf den Verkauf von Speisen musste ebenfalls verzichtet werden. Die Besucher stellten sich darauf ein und machten es sich im Stadion mit mitgebrachter Stärkung gemütlich. „Organisatorisch ist alles rund gelaufen. Wir sind froh, das Meeting ausgetragen zu haben. Dazu trugen alle bei, indem sie kräftig angepackt haben: „Unsere Vereinsmitglieder als eifrige Helfer, die Sponsoren und natürlich nicht zuletzt die Athleten selbst“, resümierte Achim Bersch von der LG Rhein-Wied.

Wiedersehen bei den Frauen

Ein Wiedersehen mit vertrauten Gesichtern feierten die Sportfreunde bei den Frauen. Unter anderem am Start war Mareike Arndt, die in den Vorjahren jeweils gewann bzw. zweite wurde. Besondere Aufmerksamkeit galt Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt), der derzeit besten deutschen Siebenkämpferin. Bei schlechtem Wetter im Vorjahr schied sie noch aus. Dieses Mal lief für die WM-Zweite von 2017 und EM-Dritte von 2018 alles perfekt. Nur in einer von vier Disziplinen konnte ihr eine der Konkurrentinnen das Wasser reichen. Anna Maiwald (TSV Bayer 04 Leverkusen), deutsche Siebenkampfmeisterin von 2019, gewann die 200 Meter in 23,85 Sekunden vor Carolin Schäfer (24,18 Sek.) und der Leverkusenerin Sophie Weißenberger (24,40 Sek). Was den Männern der Diskus, war zur Abwechslung für die Zuschauer, der Speer bei den Frauen. Mit 50,33 Meter flog das Sportgerät von Carolin Schäfer über vier Meter weiter als das von Sophie Weißenberg (46,27 Meter) und Anna Maiwald (41,67 Meter). Beim Hochsprung war jeweils bei 1,73 Meter für Sophie Weißenberg, Lilian Tösmann (BV Teutonia Lanstrop) und Anna Maiwald Schluss. Carolin Schäfer übersprang dagegen die 1,79 Meter. In der Endabrechnung kam die Frankfurterin auf 3.807 Punkte, Sophie Weißenberger auf 3.598 Punkte und Anna Maiwald auf 3.575 Punkte. Gar nicht gut ließ es bei Mareike Arndt. Ohne gültigen Versuch im Speerwurf landete die Deutsche Meisterin im Siebenkampf von 2016 und 2017 nur auf Rang sieben.