Lokalsport | 05.12.2018

SV Rot Weiß Queckenberg

Klemm – der Garant zum Sieg

Gier nach Toren machte sich mit 5:1 beim FC Pech II bemerkbar

Queckenberg. Am vergangenen Sonntag fanden sich die rot-weißen Kreisliga-Titanen von der Madbach nacheinander am Treffpunkt ein. Man begrüßte sich, flachste und scherzte, war gut drauf. Und doch sah man in den Augen eines jeden Einzelnen die große Anspannung, die extreme Konzentration und die totale Überzeugung für die nächste Aufgabe. Der SV Rot Weiß Queckenberg atmete aus jeder Pore puren Siegeswillen und bereitete sich seelisch, moralisch und gedanklich auf den nächsten Brocken vor – den FC Pech II, seines Zeichens Tabellendritter, gerade mal sechs Punkte hinter dem RWQ. Als dann die Karawane entschwand, war die Luft testosterongeschwängert und man konnte die unbedingte Gier nach Toren, Punkten und Siegen förmlich einatmen.

Zunächst versuchte man, den Gastgeber mit einer etwas pomadigen und behäbigen Spielweise zu umgarnen und einzulullen. So wurde das Tempo bewusst gedrosselt und mit angezogener Handbremse gespielt. Doch nach einer Viertelstunde wäre diese Einschläferungstaktik beinahe schiefgegangen. Tatsächlich sickerte einmal das Bällchen durch in den Claßen-Gefahrenbereich, aber die sichtlich überraschten Einheimischen verdattelten diese einzigartige Chance zur Führung. Damit waren nun die Köpfe aller Queckies freigepustet. Durch deren Arterien wurden rote und weiße Blutkörperchen in alle Endzonen getrieben, und der Koloss aus der Voreifel berauschte sich selbst mit einem Offensivspektakel. Dabei wurde sowohl gewandt und galant als auch intensiv und emotional Angriff um Angriff eingefädelt. Während der FC gar nicht mehr stattfand, rumpelte, donnerte und schäumte der Riese vom Mount Queck pausenlos drohend gen Pech-Kasten. So haderte unter anderem Declair mit dem Fußballgott, denn sein Geschoss schepperte nach 25 Minuten hörbar gegen Pfosten und Latte, um dann ins Spielfeld zurückzuspringen. Es wurden aber auch zu viele Standardsituationen etwas überhastet und somit ungenutzt vorgetragen. Doch als der Gastgeber bereits glaubte, sich mit einem 0:0 in die Halbzeit zittern zu können, glänzten und grinsten mal wieder Herr Schabernack und Frau Fußballlist aus den verschmitzten Augenwinkeln der Queckies. So schlenzte Döring einen Freistoß nicht mitten ins Pecher Fußballherz, sondern schickte Bures auf Reisen. Dessen Flanke von der rechten Grundlinie übertölpelte den völlig überforderten Schlussmann, und in dessen Rücken rauschte Cipera heran und schädelte ein zur völlig verdienten Gästeführung (45.).

Im Gegensatz zum ersten Durchgang stürmten die Voreifeler jetzt direkt aus der Kabine und zerlegten den FC Pech in seine Fußballatome. Bis zur 58. Spielminute wankten die Einheimischen bedenklich im RWQ-Orkan, ohne jedoch umzufallen. Doch dann wurde auch das letzte Lichtlein bereits am ersten Advent ausgepustet. Der seit Wochen bärenstarke Uygur schlug eine ganz feine Klinge auf Stürmerstar Ring. Dieser lief durch die FC-Abwehr wie der berühmte Mann durch die Wand und stellte mit 2:0 alle Zeichen auf Auswärtssieg. Wer sich jetzt fix ein Bierchen oder Würstchen gönnen wollte, verpasste die Vorentscheidung. Denn der Sekundenzeiger hatte noch keine volle Umrundung hinter sich, da klaubte der Schlussmann von Pech abermals das Leder aus seinem Kasten. Diesmal behielt Klemm die Übersicht, antizipierte den einschussbereiten Bures im Strafraum, legte diesem mustergültig den Ball auf den Schlappen, und der Mittelfeldmotor lohnte es mit dem 3:0. Jetzt befanden sich Gegner und Spielgeschehen vollends in rot-weißer Hand. Doch eine etwas unglückliche Schiedsrichterentscheidung ließ den Gastgeber per Handelfmeter ins Spiel zurückkommen (77.). Und tatsächlich war das Spiel der Gäste jetzt geprägt von Unordnung und Unsicherheit. In dieser Phase hielt Claßen mit einer Glanzparade die Döring-Bures-Buben auf Siegkurs, indem er dreihundert Sekunden vor Ultimo den bereits verkündeten Torschrei mit Geisterhand wieder von den Lippen wischte. In der Nachspielzeit setzten schließlich A. Watty und Düsentrieb Wappenschmidt das berühmte Tüpfelchen auf das I (92., 93.). Beide Male profitierten die Torschützen von Klemm’s Spielintelligenz. Der Sechser krönte seinen Galaauftritt somit mit zwei weiteren Torvorlagen. Darüber hinaus glänzte er mit einer gefühlten 99-prozentigen Zweikampfquote sowie fehlerfreien, jederzeit fairen Tacklings und blitzsauberen Grätschen, für die er neben dem verdienten Trainerlob auch recht unappetitliche Reibekuchen auf seinen Oberschenkeln sammeln durfte. Gäbe es in diesen Niederungen des Amateurfußballs eine Wahl zum Spieler des Monats, müssten Raphael Klemm und Irfan Uygur wahrscheinlich den Gewinner untereinander ausboxen…! Daneben gefiel einmal mehr der unauffällige, bescheidene Breuer, der seine linke Furche eindrucksvoll und unwiderstehlich zu No Man’s Land erklärte. Ebenfalls ist bemerkenswert, wie Übungsleiter Döring als RWQ-Oldie vom Dienst voranging, das eigene Halbfeld beherrschte wie einst Bastian Schweinsteiger, dabei zwar hart aber stets als Sportsmann sich keiner Drecksarbeit zu schade war, um Schaden für seine Truppe abzuwenden. Schlussendlich muss man den Rittern von der Madbach einmal mehr zu einer bravourösen Mannschaftsleistung und einem hoch verdienten Auswärtssieg gratulieren. Damit werden die penetranten Verfolger aus Niederbachem, Flerzheim sowie der Namensvetter Lessenich auf Distanz gehalten. Dabei bietet sich im nächsten Heimspiel die Chance, gegen die Letztgenannten den Vorsprung auszubauen: am Sonntag, 9. Dezember, gastiert die vierte Vertretung von Rot Weiß Lessenich ab 15 Uhr auf dem Mount Queck.

Aufstellung: Claßen – von Sturm, Uygur, Breuer – Wappenschmidt, Klemm, Döring, Declair, Bures, Cipera – Ring

Verstärkung: Becker, Savas, A. Watty

Eiserne Reserve: Jörger, P. Watty, Fahrenbruch, Mücklich, Erol

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