Lokalsport | 04.05.2020

Bei der SG Niederzissen/Wehr ruht der Spielbetrieb

Schwerer Einschnitt ins Vereins- und Dorfleben

Finanzielle Einbußen durch den Ausfall von Vereinsfesten befürchtet

Auf Szenen wie diese müssen Spieler und Fans derzeit verzichten. Foto: Privat/Archiv

Niederzissen/Wehr. Das sportliche Leben in der Region liegt aufgrund den Beschränkungen der Corona-Krise weitestgehend brach. Während in der Bundesliga über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit Geisterspielen beraten wird, sind die Lokalvereine von dieser Realität weit entfernt. Das alltägliche Vereinsleben ist wie eingefroren. Auch die SG Niederzissen/Wehr ist von dieser Entwicklung betroffen. Michael Bell kümmert sich bei der Vilja Wehr 1925, einer der beiden zusammengeschlossenen Vereine um die Öffentlichkeitsarbeit und stand nun BLICK aktuell für ein Interview zur Verfügung.

BLICK aktuell: Wie erlebt der Verein die Corona-Krise?

Michael Bell: Wie wohl sämtliche Sport- und Fußballvereine hat die schlagartige Bremsung des gesellschaftlichen Lebens ohne Vorwarnung uns mit voller Wucht getroffen. Das Vereinsleben ist aktuell genauso lahmgelegt wie der komplette Spielbetrieb unserer SG Niederzissen/Wehr sowie in den Jugendabteilungen des JFV Zissen e.V., dessen Mitglied wir sind. Der regelmäßige Kontakt und das Miteinander der Vereinsmitglieder, etwa im Rahmen des Spielbetriebs, fehlen komplett. Die Corona-Krise ist ein schwerer Einschnitt für das aktive gesamte Vereins- und Dorfleben in Wehr.

BLICK aktuell: Mit welchen Schwierigkeiten hat unser Verein zu kämpfen?

Michael Bell: Wie erwähnt entfällt der Fußballspielbetrieb momentan komplett und die Chancen auf ein Nachholen der restlichen Partien erscheint angesichts der Entwicklungen unwahrscheinlich.

Darüber hinaus wird durch das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen auch der Höhepunkt des Vereinskalenders, der Volkswandertag an Christi Himmelfahrt verschoben. Dies ist unser Hauptfest und wird am Tag der Deutschen Einheit, also am 3. Oktober, nachgeholt. Da dies einen schweren Einschnitt in unsere Vereinskasse bedeutet, hoffen wir so, die finanziellen Verluste etwas zu kompensieren.

Auch die Wehrer Dorfkirmes im Sommer, eine weitere wichtige Einnahmequelle, ist von dem Verbot bedroht. Durch die Kontaktsperren ist zudem die Kommunikation innerhalb des Vorstands und der Gremien erschwert. Aktuell werden die technischen Voraussetzungen für digitale Vorstandsmeetings und -besprechungen erarbeitet.

BLICK aktuell: Gibt es alternative Sportangebote seitens des Vereins?

Michael Bell: Aufgrund der immer noch geltenden Sperre von Sportstätten besteht leider momentan keine Möglichkeit, den jungen und alten Kickern Fußballsport anzubieten.

Allerdings möchten wir die fußballfreie Zeit nutzen, um die Aufmerksamkeit auf Akteure zu legen, die noch viel gravierender von der Krise betroffen sind als die meisten Sportvereine: Die lokalen Firmen, Betriebe und Gaststätten, die als Werbepartner und Bandensponsor unseren Verein massiv unterstützen und mitfinanzieren. Auf unserer FB-Seite möchten wir daher alle unsere Werbepartner porträtieren und unsere Anhänger animieren, die lokale Wirtschaft nach Kräften zu unterstützen, soweit es möglich ist.

Das Interview führte Daniel Robbel

-ROB-

Auf Szenen wie diese müssen Spieler und Fans derzeit verzichten. Foto: Privat/Archiv

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