Lokalsport | 29.06.2020

GTRV Neuwied

Zweier eröffnet die Wanderfahrtssaison

Blick auf Ludwigshafen. Fotos: privat

Neuwied. Das Frühjahr mit seinen zahlreichen langen Wochenenden ist normalerweise die Hochphase des Wanderruderns in allen breitensportorientierten Rudervereinen. In diesem Jahr mussten im GTRVN wegen der Coronapandemie sämtliche Ein- und Mehrtagestouren von Ostern bis Mitte Juni abgesagt werden. Einen zaghaften Start in die Wanderfahrtssaison 2020 unternahmen Martin und Bettina Grzembke. Die beiden ruderten im Zweier von Germersheim über Mannheim, Nackenheim und Bacharach nach Neuwied. Los ging es in Germersheim bei Stromkilometer 384. Die Einblicke in zahlreiche Altrheinarme des Oberrheins ließ Neugierde aufkommen. Im Vergleich zu der autobahnähnlich anmutenden Bundeswasserstraße „Rhein“ wirkten diese Abzweige in weitestgehend unberührte Natur wie romantische Seitengassen in einer mittelalterlichen Altstadt. Der unterhalb von Speyer gelegene „Ketscher Altrhein“ wurde als Altrhein-Teststrecke befahren und im wahrsten Sinne des Wortes in „vollen (Ruder)Zügen genossen“. Als krasser Gegensatz zu dieser kleinen Natureinlage zeigten sich im Anschluss die weniger schönen Industrie- und Hafenanlagen von Mannheim und Ludwigshafen. Um das Etappenziel zu erreichen, mussten die beiden Ruderer noch fünf km auf dem Neckar rudern.

Tags drauf herrschte Kaiserwetter. Die 5 km auf dem Neckar, die in der Morgensonne zurücklegt wurden, sollten sich im Nachhinein als die besten Ruderkilometer des Tages herausstellen. Ab Worms nahm die Anzahl der auf dem Rhein befindlichen Motorboote schlagartig zu. Der ohnehin durch die Berufsschifffahrt unruhige Strom verwandelte sich durch die zusätzlichen Wellen zu einem brodelnden und lärmenden Hexenkessel. Der letzte Kilometer des Tages, der auf dem Nackenheimer Altrhein bei spiegelglattem Wasser gerudert wurde, brachte endlich wieder Ruhe ins Boot.

Der nächste Morgen ließ sich zunächst unbeschwert an. Die rheinland-pfälzischen Metropole Mainz wurde von der Wasserseite aus „besichtigt“. Das durch eine Insel vom Hauptstrom abgetrennte „Mombacher Fahrwasser“ war am Morgen noch wenig befahren, sodass ein angenehmes Rudern auf glattem Wasser möglich war. Zurück auf dem Hauptstrom wurde es naturgemäß wieder etwas welliger. Auch das Aufkommen an Motorbooten erhöhte sich, wie schon am Vortag, und begleitete die beiden Ruderer von Schierstein bis Bingen. Hinter dem Mäuseturm wurde es zwar nicht „mäuschenstill“, aber erheblich ruhiger. Die nächsten Stromkilometer bis Bacharach wurden aufgrund der ab Bingen erhöhten Fließgeschwindigkeit schnell zurückgelegt.

Am Sonntag stand die letzte Etappe von Bacharach nach Neuwied an. Die Loreley passierte das Neuwieder Boot unter optimalen Bedingungen ohne jeglichen Schiffsverkehr. In Lahnstein zweigte man kurzzeitig in die Lahn ab, um die ruderbootgerechte Anlegemöglichkeit der dortigen Rudergesellschaft für die Mittagspause zu nutzen. Anschließend ging es zurück auf den Rhein. Nachdem das Deutsche Eck passiert war, entschieden sich die beiden, in den Vallendarer Rheinarm abzubiegen und eine kurze Weile in ruhigem Wasser zu rudern, wobei das Motorbootaufkommen an diesem letzten Tag wetterbedingt ohnehin nicht mit dem der Vortage zu vergleichen war. Pünktlich um 15 Uhr wurde der heimatliche Bootssteg am Neuwieder Pegelturm bei Stromkilometer 608 erreicht.

So ist der Anfang für weitere Ruderwanderfahrten im Jahr 2020 mit einiger Verspätung endlich gemacht. Nachdem man inzwischen wieder mit maximal 10 Personen unterwegs sein darf, sind die Weichen für Wanderfahrten in der kleinen Gruppe gestellt. Was die Wellenhäufigkeit auf dieser ersten Tour 2020 angeht, so war es sicherlich besser, die durch Schiffs- und Bootsverkehr verursachten Wellen zu bewältigen als sich von einer zweiten Coronawelle ausbremsen zu lassen.

Unterwegs im Ketscher Altrhein.

Unterwegs im Ketscher Altrhein.

Blick auf Ludwigshafen. Fotos: privat

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