Allgemeine Berichte | 18.02.2020

Katholische Kirchengemeinde Vallendar

Orgelmusik passend zur Fastenzeit

Erster regulärer Konzertabend im Rahmen der Marzellinus-Reihe am Sonntag, 1. März, um 18 Uhr

Johann Schmelzer.Foto: privat

Vallendar. Orgelmusik zur Fastenzeit steht auf dem Programm des ersten regulären Konzertabends im Rahmen der Marzellinus-Musik-Reihe in diesem Jahr, der am ersten Fastensonntag, 1. März, um 18 Uhr in der Vallendarer Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus stattfinden wird.

Obschon das bunte und laute Karnevalstreiben ja noch vor der Tür steht, ist die Fastenzeit mit ihrem eher ruhigen, nachdenklichen und leisen Charakter nicht mehr weit – und so soll sich das auch in der Musik des Konzerts niederschlagen. Zu Gehör gebracht wird mit Orgelwerken von Buxtehude, Zachow, Bach, Mendelssohn Bartholdy und de Wolf Musik, die dem Wesen der Fastenzeit entspricht.

Der Bogen wird dabei von Barock bis zum Übergang von Spätromantik und Moderne gespannt. Der Ausführende des Konzerts ist der Kantor und Organist der Pfarreiengemeinschaft Vallendar, der 1969 geborene Johann Schmelzer. Der Eintritt zur Marzellinus-Musik ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.

Der Konzertabend wird eröffnet mit Praeludium in d (BuxWv 140) von Dietrich Buxtehude (1637-1707). Er war Kantor an St. Marien in Lübeck und gilt als Hauptrepräsentant der norddeutschen barocken Schule. Das dargebrachte Werk weist alle charakteristischen Züge seines Kompositionsstils auf: Orgelpunktpassagen wechseln mit virtuosem Laufwerk und Pedalsoli ebenso ab wie fugierte und akkordische Episoden.

„Jesu, meine Freude“

Zweites Werk des Abends sind die Variationen über „Jesu, meine Freude“ des Leipziger Barock-Komponisten Friedrich Wilhelm Zachow (1663-1712), der auch Lehrer Georg Friedrich Händels war. Zu diesem Choral, dessen Text auf Johann Franck und dessen Melodie auf Johann Krüger zurückgehen, komponierte Zachow zwölf Variationen, die den Choral in unterschiedlichen Satztechniken und Registrierungen reflektieren.

Mit Johann Sebastian Bachs (1685-1750) „Triosonate Nr. 4 in e moll“ (BWV 528) wird der Abend fortgesetzt. Bach komponierte insgesamt sechs Sonaten in Triosatz für die Orgel, die im Prinzip das kammermusikalische Trio, bestehend aus zwei Melodieinstrumenten und Basso continuo, nachahmen.

Auf der Orgel werden diese Sätze auf zwei unterschiedlich registrierten Manualen und Pedal realisiert, so dass am Ende nicht nur drei satztechnisch gegeneinander emanzipierte, sondern auch für den Hörer farblich differenzierte Melodiestimmen erklingen.

Es wird melancholisch

Zudem werden von Schmelzer „Grave“ und „Adagio“ aus der „Sonate Nr. 2 in c-moll“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) zu Gehör gebracht. Nach einem wuchtig-elegischen Grave mit rhythmisch prägnantem Duktus in großen Akkorden folgt ein melancholisch wehmütiges Adagio, das eine Solomelodie über einem begleitenden Unterstimmengeflecht etabliert.

Mit Cornelis de Wolfs (1880-1935) „Passacaglia, Koraal en Fuga over Gezang Nr. 17“ endet der Konzertabend. De Wolf war ein niederländischer Organist, Komponist und Musikpädagoge und stand mit seinem musikalischen Schaffen am Übergang von der Spätromantik zur Moderne, wobei der Schwerpunkt eher auf dem Fundament der romantischen Tradition besteht. Die dreiteilige Form von „Passacaglia, Choral und Fuge“ nimmt Bezug auf den Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, dessen erste Melodiezeile das Thema für die Passacaglia bildet, über dem insgesamt 16 Variationen entwickelt werden. Sodann erklingt quasi als Mittelsatz in eher schlichtem Manualsatz der Choral, bevor die Fuge zunächst ein neues Thema exponiert und ausführt. Schließlich tritt der eigentliche Choral in einer großen Schlusssteigerung zum Fugenthema hinzu und beendet dieses Werk eindrucksvoll. Die Konzerte der Marzellinus-Musik-Reihe finden jeweils am ersten Sonntag im Monat statt und widmen sich verschiedenen kirchenmusikalischen Themen. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, sich Zeit für Musik und Besinnung zu nehmen.

Johann Schmelzer.Foto: privat

Johann Schmelzer.Foto: privat

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