Politik | 25.04.2014

Stadtplaner missachten ökologischen Aspekt in Weißenthurm

Wieder verschwinden große Bäume aus dem Stadtbild

Naturfreunde empören sich über die Darstellung „unheilbar“ kranker Bäume

Weißenthurm. Bei der Bürgerinformationsveranstaltung zur Neugestaltung des Rheinufers in Weißenthurm wurden den interessierten Besuchern leider sehr einseitige Argumente für eine Neugestaltung und gegen die Bäume aufgezeigt. Hierbei wurde deutlich, dass die Stadtplaner offensichtlich nicht daran interessiert sind, auch an die Umwelt und den ökologischen Aspekt zu denken. Seit Jahren verschwinden in Weißenthurm immer mehr große alte Bäume aus dem Stadtbild (Grabenstraße, Becherstraße, Hauptstraße). Immer wieder mit der fadenscheinigen Begründung, diese seien „unheilbar“ krank oder beschädigt, wird die Bevölkerung so einseitig informiert. Dabei ist es kein Ersatz, wenn junge Bäume nachgepflanzt werden, denn diese können weder den Tieren entsprechenden Unterschlupf bieten, noch das positive Klima erhalten und fördern und die Leistungen für den Sauerstoffgehalt sowie der Filterung von Schadstoffen erbringen, wie es ihre alten Vorgänger getan haben. So entstehen in Weißenthurm immer mehr sogenannte „Steinwüsten“ die mit Grün oder Natur nichts mehr zu tun haben. Das löste in den letzten Monaten viel Unmut bei den Bürgern aus und führte zu diversen Protesten und Unterschriftenaktionen. In der Bürgerinformationsveranstaltung sowie auch bei den vorher veröffentlichten Pressemitteilungen wurde vonseiten der Stadt mehrmals betont, wie schwer krank die 25 Platanen am Rheinufer seien. Leider wurde nicht erwähnt, dass sie mit entsprechendem Aufwand und vor allem fachgerechter Pflege sanierungsfähig und auf lange Sicht zu erhalten wären. Wie die NaturFreunde Kettig meinen, eine sehr einseitige Darstellung über den Zustand der Bäume. Außerdem wurde verschwiegen, dass die Schäden hauptsächlich von nicht fachgerechter Pflege und Beschneidung zurückzuführen sind, laut dem Gutachten der Firma Fischer. Dass die Stadt in Sachen Rückschnitt offensichtlich kein glückliches Händchen hat, beweist die aktuelle Welle der Empörung über diverse „Verstümmelungen“ an Hecken und Bäumen in Weißenthurm. Da mutet es an, dass es den Planern „nur“ ums Geld geht, was sicher auch eine wichtige Rolle spielen muss. Aber da kommt die Frage auf, warum nur ein Antrag zur Bezuschussung für eine Neugestaltung ohne Platanen gestellt wurde? In Nachbarstädten wie z.B. Leutesdorf wurde gezeigt, dass es auch anders geht. Ebenfalls interessant wäre eine Alternative zu diesem Plan der Stadt gewesen, doch da müssen sich die Planer schon die Frage gefallen lassen, ob nicht doch die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Leider wird in Weißenthurm immer noch eine umweltfeindliche Politik wie in den 60er und 70er Jahren betrieben, dabei hat man in den Nachbargemeinden durchaus positive Beispiele, dass es auch anders gehen kann. Siehe Andernach - mit dem Projekt „Essbare Stadt Andernach“ wurde sie „ökologischste Stadt Deutschlands.“ Schade ist auch, dass keinerlei Rücksicht bei den Planungen zur Neugestaltung auf Alte, Behinderte, oder Kinder genommen wurde. Da gibt es in Zukunft eine „große“ Straße, wo alle (Fußgänger, Fahrräder und Autos) fahren bzw. laufen sollen. Wie steht es da mit der Sicherheit der Kinder und wo können diese spielen? Auch wurden zwar Rampen geplant, aber in nicht ausreichender Zahl und erreichbarer Entfernung für alte und behinderte Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen. Die Naturfreunde fordern die Stadtplaner auf, diese Aspekte und Anmerkungen in ihre Planung mit aufzunehmen und für die Kinder eine natürliche, gesunde und ökologische wertvolle Stadt zu hinterlassen.

Pressemitteilung der

NaturFreunde Kettig

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