Wirtschaft | 24.05.2023

- Anzeige - St. Nikolaus-Stiftshospital bietet Anpassungslehrgänge an

Im Ausland erworbenen Abschluss in der Pflege jetzt schnell noch anerkennen lassen

Ausländische Pflegefachkräfte benötigen Anerkennung ihres Abschlusses - St. Nikolaus-Stiftshospital bietet Anpassungslehrgänge - Bewerbungen bis Ende 2023 noch möglich - Weiterführung unklar aufgrund gesetzlicher Änderungen

Natalia Kaczmarczyk mit Praxisanleiter Kai Kister auf Station Innere 3 am St. Nikolaus-Stiftshospital. Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Sophie Runkel

Andernach. „Als ich aus Polen nach Deutschland kam, dachte ich, dass meine Universitätsausbildung zur Krankenschwester in einem EU-Staat anerkannt wird“, erzählt Natalia Kaczmarczyk. Jung, lebenslustig und ehrgeizig wollte die 26-Jährige in Deutschland ihren Horizont erweitern. Doch so einfach ist das nicht. Mit dem bestandenen Abschluss zur Pflegefachkraft fing sie nämlich zunächst in der Gastronomie an zu arbeiten. „Mir war klar, dass ich erst Deutsch lernen musste. Und das klappt am besten, wenn man mit vielen Menschen zusammenkommt.“ Zusätzlich besuchte sie Deutschkurse an der Volkshochschule und erlangte so das notwendige B2-Sprachzertifikat. Dennoch durfte das Arbeitsamt ihr nur eine Stelle als Pflegehilfskraft vermitteln.

Anpassungslehrgang notwendig

Jürgen Birkenheier, Leiter des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe am Andernacher St. Niklolaus-Stiftshospital, erklärt: „Damit ausländische Pflegefachkräfte in Deutschland arbeiten dürfen, müssen sie einen sechs- bis neunmonatigen Anpassungslehrgang zur Anerkennung absolvieren.“ Je nach Vorbildung werden die ausländischen Pflegekräfte auf zwei unterschiedlichen Station eingesetzt und fortgebildet. Natalia macht diesen Lehrgang seit Januar am Andernacher Bildungszentrum. „Ich bin drei Monate auf einer internistischen und drei Monate auf einer chirurgischen Station“, erzählt Natalia in erstaunlich gutem Deutsch. Die Arbeit auf Station macht der ausgebildeten Polin Spaß. Ist es ja das, was sie auch jahrelang erlernt hat. „Nur Kleinigkeiten sind hier anders“, sagt Natalia. „So wurde mir hier das erste Mal gezeigt, wie man bei Männern einen Katheter anlegt. In Polen machen das nämlich ausschließlich die Ärzte.“ Neben den Kolleginnen und Kollegen steht ihr eine Praxisanleiterin tatkräftig zur Seite, die ihr individuell und gezielt praktisches Wissen vermittelt. „Frau Kaczmarcyk macht ihre Arbeit hervorragend“, schwärmt die stellvertretende Pflegemanagerin Sarah Niederprüm. „Sie ist eine engagierte Mitarbeiterin, die sich sehr gut ins Team einbringt. Sie wird den Anpassungslehrgang nach den sechs Monaten mit Sicherheit erfolgreich bestehen.“

Noch bis Ende des Jahres Anerkennungsplatz sichern

Davon ist auch Jürgen Birkenheier überzeugt, der die Prüfung abnehmen wird. Jedoch wird dies vielleicht eine der letzten sein. Das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe darf nämlich - wie alle anderen Bildungseinrichtungen in Deutschland auch - nur noch in diesem Jahr Anpassungslehrgänge in der bisherigen Form anbieten. „Der Grund sind neue gesetzliche Regelungen, die ab Januar 2024 greifen. Dann wird die Gleichwertigkeitsprüfung mit dem neuen Pflegeberufsgesetz verglichen. Lehrgänge wie wir sie jetzt noch anbieten können, sind dann nicht mehr möglich.“ Hintergrund: In Deutschland gilt fortan die generalisierte Ausbildung zur Pflegefachkraft. Das heißt, die Ausbildung findet nicht nur im Krankenhaus, sondern auch in Altenheimen und in Kinderkrankenhäusern statt. „Diese umfassende Ausbildung haben die ausländischen Kollegen nicht“, sagt Birkenheier. „Deshalb müssten sie zusätzlich noch Hunderte von Stunden in unterschiedlichen Abteilungen und Häusern arbeiten und auch die entsprechende Theorie nachholen.“ Zusätzliche Komplexität ergibt sich daraus, dass künftig für jede Bildungseinrichtung im Ausland individuell ermittelt wird, welche Inhalte die betreffende Pflegekraft dort erlernt hat und was noch fehlt. Bislang wurden diese Erhebungen je Herkunftsland zusammengefasst. „Aus diesen Änderungen ergibt sich für jede ausländische Pflegekraft ein einzigartiger Prüfungsplan, der komplett individuell zugeschnitten ist. Ein Unterricht im Klassenverband ist dann nicht mehr möglich. Uns fehlen aber die Kapazitäten für eine Vielzahl individueller Einzelunterrichte“, skizziert Jürgen Birkenheier die sich abzeichnenden Herausforderungen. „Wir wissen noch nicht, wie wir Anerkennungen ab dem kommenden Jahr praktikabel umsetzen können - und so geht es den meisten Pflegeschulen in Deutschland.“

Pflegekräfte aus dem Ausland sind willkommen

Auch Cornelia Kaltenborn, Geschäftsführerin des St. Nikolaus-Stiftshospitals, ist mit dem neuen Gesetz nicht glücklich. „Die Mitarbeiterinnen, die bis jetzt den Anpassungskurs bei uns gemacht haben, waren alle hoch motiviert und fachlich gut ausgebildet. Unser Gesundheitssystem hat von der Integration dieser kompetenten Fachkräfte sehr profitiert. Wir hätten dies gerne so weitergeführt.“ Bis Ende dieses Jahres besteht noch die Möglichkeit für ausländische Fachkräfte, im Bildungszentrum den Anpassungslehrgang zu besuchen. Geschäftsführerin Kaltenborn empfiehlt, sich zeitnah um die notwendigen Unterlagen für die Anmeldung zu kümmern. Ganz wichtig: der Feststellungsbescheid vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung. „Den zu bekommen, das dauert lange“, weiß Natalia Kaczmarcyk. „Ich habe Monate gewartet, weil ich alle Dokumente übersetzen lassen musste.“

Pressemitteilung

St. Nikolaus-Stiftshospital

Natalia Kaczmarczyk mit Praxisanleiter Kai Kister auf Station Innere 3 am St. Nikolaus-Stiftshospital. Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Sophie Runkel

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Fahrer gesucht (m/w/d)
Kleinanzeigen
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Im Mittelpunkt stehen die beiden Künstler Ute Möller und Stephan Maria Glöckner aus dem Marienthaler Atelier.  Foto: privat
33

Dernau. Am 09. April 2026 laden wir Sie ganz herzlich in unsere Vinothek Dernau ein. Unter dem Motto „Dagernova & Kunst“ erwartet Sie ein besonderer Abend, an dem Wein, Kunst und persönliche Begegnungen auf genussvolle Weise zusammenfinden.

Weiterlesen

Am vergangenen Samstag und Sonntag fand bei BMG Wohnmobile im Kräwerweg wieder die große traditionelle Frühjahrsmesse statt. Foto: WAMFO.DE
18

Andernach. Am vergangenen Samstag und Sonntag fand bei BMG Wohnmobile im Kräwerweg wieder die große traditionelle Frühjahrsmesse statt. Gleichzeitig wurde auch das 10-jährige Jubiläum gefeiert. Liebhaber von Wohnwagen und Wohnmobilen kamen voll auf ihre Kosten. Auf dem großzügigen Firmengelände gab es neben den gebrauchten Fahrzeugen, auch die Palette der Mietfahrzeuge 2026 von den Marken LMC und Forster zu sehen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2267

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Daueranzeige
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Holz Loth-Entsorgung
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Doppelseite PR/Anzeigen
Osterangebot
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Anzeige KW 14
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Osteraktion
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige