Allgemeine Berichte | 26.09.2017

Wehrer Watzmänner

Auf Hochtour in den Ötztaler Alpen

Die Watzmänner in der Ötztaler Alpen: (v.li.) Helmut Seiwert, Wehr; Michael Füllmann, Ehlingen; Robert Füllmann, Ehlingen; Gerd Münz, Glees; Bergführer Christian Treimer; Siggi Nelles, Bad Breisig; Winfried Eulenbruch, Wehr; Werner Nuppeney, Oberdürenbach und Reiner Gasper, Niederzissen. Helmut Seiwert

Wehr. Die Ötztaler Alpen zählen zu den eindrucksvollsten und höchsten Gebirgsgruppen Österreichs mit der größten zusammenhängenden Vergletscherung der Ostalpen. Bei bestem Wetter startete die Hochtour der acht Bergsteiger um Bergführer Christian Treimer in Obergurgl (1.907 m). Hier begann ein vierstündiger Aufstieg zum ersten Übernachtungsziel, dem auf 3.006 m Höhe exponiert und traumhaft gelegenen Ramolhaus.

Am nächsten Morgen führte der Weg über den Ramolferner Richtung Ramolkogel (3.505 m). Die zunehmende Gletscherschmelze macht den Übergang von Eis auf Fels immer ausgesetzter und gefahrvoller, deshalb kehrten die Watzmänner auf einer Höhe von 3.400 m um, damit der weitere Weg über das Ramoljoch (3.189 m), mit dem Ziel Martin-Busch-Hütte (2.501 m), fortgesetzt werden konnte. Die Tagesetappe betrug 10,5 Std.

Der dritte Tag begann bei Sonnenaufgang und war der längste Tag für die Bergsteiger. Er führte zunächst zur Similaunhütte (3.019 m). Von dort über den ausgeaperten, nur mit wenigen, gut sichtbaren Spalten bestückten Niederjochferner zur höchsten Erhebung der diesjährigen Bergtour, dem Similaun (3.606 m).

Der Abstieg erfolgte auf dem gleichen Weg zurück zur Similaunhütte.

Nach einer Rast stiegen die Watzmänner auf zur Ötzi-Fundstelle. Dem 1991 gefundenen „Mannes vom Similaun“ hat man am Tilsenjoch (3.210 m) ein Denkmal gesetzt. Von dort ging es, über das Hauslabjoch (3.279 m) und dem Hochjochferner, zum dritten Etappenziel dem Hochjoch-Hospiz (2.412 m). Mit 12 Stunden, 1.600 Höhenmetern im Aufstieg und 1.700 Höhenmetern im Abstieg, war es eine überaus anstrengende Etappe.

Da sich am nächsten Morgen das Wetter zunehmend verschlechterte, wurde die ursprünglich geplante Route über die höchstgelegenste DAV-Hütte, dem Brandenburger Haus (3.277 m) und Fluchtkogel (3.500 m), fallen gelassen. Stattdessen ging es über die Mittlere Guslarspitze (3.128 m) auf direktem Weg, ständig die grandiose Berg- und Gletscherwelt im Blick, hinunter zur Vernagthütte (2.768 m). Die Hütte erreichten die Watzmänner noch rechtzeitig, bevor es nachmittags anfing zu regnen.

Der für den fünften und letzten Tag der Hochtour geplante Aufstieg zur Wildspitze 3.774 m musste aufgegeben werden, da die anhaltend schlechte Wetterlage dies nicht zuließ.

Es blieb der Bergsteigergruppe nur übrig abzusteigen. Der Weg führte zu den Rofenhöfen (2.000 m), kurz vor Vent. Rofen ist die höchstgelegenste, ständig bewohnte Ortschaft Österreichs. Hier kehrte man im Bergasthof Rofenhof ein. Die Watzmänner erlebten einen überaus gastfreundlichen Wirt. Überall hingen die nassen Regensachen auf den Stühlen herum. Damit die Sachen schneller trocknen konnten, drehte er sogar die Heizkörper an.

Die 27. Bergtour ließ man dort mit einem Umtrunk und Kaiserschmarrn zünftig ausklingen.

Die Watzmänner in der Ötztaler Alpen: (v.li.) Helmut Seiwert, Wehr; Michael Füllmann, Ehlingen; Robert Füllmann, Ehlingen; Gerd Münz, Glees; Bergführer Christian Treimer; Siggi Nelles, Bad Breisig; Winfried Eulenbruch, Wehr; Werner Nuppeney, Oberdürenbach und Reiner Gasper, Niederzissen. Foto: Helmut Seiwert

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