Allgemeine Berichte | 16.05.2013, 16:42 Uhr

8. Rolandseck-Festival in Remagen

Das „Künstler-Ich“ im Dialog von Musik & Kunst

Das Arp Museum am Bahnhof Rolandseck in Remagen steht ganz im Zeichen der Kammermusik

Remagen. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit im vergangenen Jahr laden dieses Mal wieder zwei künstlerische Leiter an den Rhein, zum 8. Rolandseck-Festival am Arp Museum Bahnhof Rolandseck, vom 8. bis 16. Juli, ein: Der scheidende erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, Guy Braunstein und Pianist Ohad Ben-Ari. Unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert werden auch in diesem Jahr rund 25 hochrangige Musikerinnen und Musiker erwartet, unter ihnen die weltbekannte Cellistin Sol Gabetta, Chen Halevi, Gili Schwarzmann, Isabel Karajan, Amihai Grosz, Ria Ideta und Nabil Shehata. Als neue Gäste konnten unter anderem die temperamentvolle Barock-Sopranistin Simone Kermes, Harfinistin Marie Pierre Langlamet, Violinist John Storgards sowie der israelische Mandolinen-Virtuose Avi Avital gewonnen werden.

„Seit seiner Wiederbelebung im Jahr 2006 hat das Rolandseck-Festival eine einzigartige Entwicklung zwischen Tradition und Innovation erfahren und ist so zu einem musikalischen Ausnahmeereignis in der internationalen Festivallandschaft geworden“, würdigt der Kulturstaatssekretär von Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Landes-Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Walter Schumacher, die Arbeit der Programmverantwortlichen. „Auftragsarrangements, große Kammermusikbesetzungen, eigene Musiktheaterproduktionen, musisch-literarische Formate und Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern zeugen von einer kreativen Kraft, die von Rolandseck seit Jahrzehnten über die Landesgrenzen hinaus in die Welt strahlt.“

Im Lauf der letzten Jahre ist die Bedeutung des Arp Museums mit seinem außergewöhnlichen architektonischen Rahmen des Richard Meier-Neubaus sowie des historischen Bahnhofs Rolandseck für das Rolandseck-Festival immer größer geworden und längst über die Funktion als Probenraum und Spielstätte hinausgewachsen. Museumsdirektor Dr. Oliver Kornhoff hebt hervor: „Ich glaube, was diesen Ort hier einzigartig und zu einem veritablen Ort der Künste macht, ist, dass wir hier nicht nur ein Musikprogramm neben unseren Ausstellungen anbieten. Wir haben es vielmehr geschafft, die Musiker zu begeistern, indem sie bei uns Konzerte in einem Kontext geben können, der durch die bildende Kunst ganz besondere Angebote ermöglicht. Die Musiker sind immer sehr angetan von der Idee, vor den Kunstwerken inmitten der Ausstellungen zu konzertieren und sich dabei auch an den Jahresthemen zu orientieren.“

So haben die künstlerischen Leiter Ben-Ari und Braunstein das Jahres-Thema 2013 „Künstler-Ich“ in ihr musikalisches Konzept integriert. Die insgesamt sechs Konzerte bieten nicht nur einen breiten Überblick über die Musik des 18. bis 21. Jahrhunderts in (fast) jeder denkbaren Besetzung, sondern stellen in je einem Solostück pro Konzert einen der Musiker ganz besonders heraus.

Neu sind in diesem Jahr drei Künstlergespräche, die den Konzerten am 13., 14. und 16. Juli vorgeschaltet sind und die in den aktuellen Ausstellungen „Sehr schön. C.O. Paeffgen“ und „Schau mich an! Porträts seit 1500“ stattfinden. In diesem Rahmen bekommt das Publikum die Möglichkeit, den Mandolinisten Avi Avital, die Marimba-Spielerin Ria Ideta und die Sopranistin Simone Kermes, die sich mit Walter Schumacher austauschen wird, im Gespräch zum Thema „Künstler-Ich“ und im Dialog mit den bildenden Künsten zu erleben.

Doch die Veranstalter des 8. Rolandseck-Festivals begnügen sich nicht nur mit dem Zwiegespräch zwischen Musik und bildender Kunst. Nach der begeistert aufgenommenen halbszenischen Umsetzung von Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“ unter anderem mit Isabel Karajan unter der Regie von Klaus Ortner im letzten Jahr wird auch die Einbindung der darstellenden Kunst in der Kammeroper „8 Songs for a Mad King“ von P. Maxwell Davis eine Fortsetzung finden. In einem weiteren Konzert mit dem Thema „Kreutzersonaten“ (Beethoven und Janáèek) hält sogar die Literatur Einzug in das Festivalprogramm, so wird die Schauspielerin Isabel Karajan Texte von Leo Tolstoi und seiner Gattin Sofja lesen.

Über die vielfältigen Weiterentwicklungen des Rolandseck-Festivals kommen aber auch die tief gehenden Traditionen nicht zu kurz. Wichtiger Bestandteil ist seit mehreren Jahren die Kooperation mit dem West-Eastern Divan Orchestra, das sich dem Aspekt des interkulturellen Dialogs unter jungen Musikern verschrieben hat. Auch in diesem Jahr wird es sechs Stipendiaten aus der Türkei, Algerien und Israel geben, die eingeladen sind, im Rahmen des Festivals mit Weltklasse-Künstlern zu musizieren und das Abschlusskonzert gemeinsam mit ihnen zu gestalten. Somit setzt Guy Braunstein, der selber gemeinsam mit anderen heute hochrangigen Musikern des Festivals in den 1980er Jahren als Schüler von Chaim Taub nach Rolandseck kam, diese Tradition fort.

Das Festival findet in Kooperation mit SWR2, Deutschlandradio Kultur, der Barenboim-Said-Foundation sowie der freundlichen Unterstützung der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Arp Museums Bahnhof Rolandseck statt.

Aktuelle Programminformationen unter www.rolandseck-festival.de. Künstlerinnen und Künstler des 8. Rolandseck-Festivals: Simone Kermes (Sopran), Isabel von Karajan (Sprecherin), Klaus Ortner (Regie), Gili Schwarzman, Susanne Barner (Flöte), Chen Halevi (Klarinette), Gilbert Audin (Fagott), Chezy Nir (Waldhorn), Marie Pierre Langlamet (Harfe), Guy Braunstein, John Storgards, Boris Brovtsyn (Violine), Amihai Grosz (Viola), Sol Gabetta, Zvi Plesser (Violoncello), Nabil Shehata (Kontrabass), Ohad Ben-Ari (Klavier), Ria Ideta (Marimbaphon), Avi Avital (Mandoline), Jürgen Karle (Schlaginstrumente) sowie Mitglieder des West-Eastern Divan Orchestra

Tickets und Preise: Abonnementkonzerte, Abonnement für sechs Konzerte und für fünf Konzerte. Karten, die innerhalb eines Abonnements erworben wurden, sind übertragbar.

Informationen und Karten sind erhältlich unter der Tel. (0 22 28) 94 25 16, an der Museumskasse des Arp Museums und bei den Vorverkaufsstellen von Bonnticket.

Veranstaltungsort: Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Hans-Arp-Allee 1, 53424 Remagen.

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