Porträt „Der Modelleisenbahn-Club Rhein-Lahn e.V.“
Ein facettenreiches Hobby
Lahnstein. Das jüngste Projekt des Modelleisenbahn-Club Rhein-Lahn e.V., der im Jahr 1977 gegründet wurde, ist die Rhein-Lahn Bahn, eine Personen befördernde Gartenbahn. Der Club hat rund 55 Mitglieder und Mitgliederinnen. Der Verein betreibt auch eine stationäre H0-Anlage im Keller des ehemaligen Niederlahnsteiner Bahnhofes.
Im Jahr 2011 beschlossen mehrere Mitglieder des MEC Rhein-Lahn e.V. das Hobby Modelleisenbahn aus dem Keller an die frische Luft zu verlagern – und den Maßstab der Modelle von 1:87 (H0) auf 1:11 (Spur 5 Zoll) zu vergrößern.
Der Besitz einer Gartenbahn ist nicht Voraussetzung, um beim Verein mitzuspielen. Das Hobby „Gartenbahn“ bedeutet nicht nur, dass man sich im Freien aufhält, sondern beinhaltet auch Generationen-übergreifend eine Vielzahl von Facetten dieses Themas. So ist der eigentliche Fahrbetrieb natürlich bei Groß und Klein beliebt, während das Schrauben, Sägen, Bohren und Schweißen eher den Großen entgegenkommt. Auch kniffelige elektronische Probleme sind zu lösen. Und die Königsklasse der Echtdampfloks birgt dann nochmals ihre eigenen Herausforderungen und Erfolgserlebnisse.
Zahlreiche Arbeitsstunden wurden geleistet. Rückblickend sind mehrere Bauabschnitte erkennbar.
Passendes Gelände war gefunden
Nachdem ein passendes Gelände gefunden war, waren die Jahre 2011 und 2012 geprägt von einer Planungsphase. Der Gleisverlauf und der Gleisaufbau wurde ausführlich diskutiert und das Ergebnis umgesetzt. Auch musste das Gelände so umgestaltet werden, dass auf einem Kleinspielfeld eine Trainingsmöglichkeit für eine Fußballmannschaft erhalten blieb.
Im Bauabschnitt 2012 /2013 wurde der vorhandene Untergrund im Bereich des Schotterbettes gereinigt und mit PE-Folie ausgelegt. Das anfängliche Perforieren hat sich nicht als zweckmäßig erwiesen, da das Unkraut durch die Löcher einen Weg durch das Schotterbett fand. Aus feinem Basalt-Split, über lange Stahlrohre links und rechts der Trasse ausgebracht, wurde ein Planum hergestellt, auf diesem Gehwegplatten unter jede Schwelle ausgelegt und diese mit einer Schraube gegen Verrutschen gesichert. Im ersten Schritt konnten so etwa 300 m Gleis verlegt werden und ein erster Probebetrieb wurde aufgenommen. Auch wurde das Fundament eines Wasserturms und einer Drehscheibe erstellt, und eine Zisterne angelegt. Der Aushub diente der Geländegestaltung, so wurden vier „Berge“ angelegt, die in den folgenden Bauabschnitten noch gestaltet wurden und werden. Gestaltungsideen hierzu gibt es reichlich.
Im Bauabschnitt 2014 erfolgte eine Verdoppelung der Gleislänge auf ca. 600 m. Die Gleise 2 und 3 des Bahnhofes wurden so ergänzt, dass hier Züge bis zu 12 m Länge Passagiere aufnehmen können und noch ein Durchfahrgleis für einen Güterzug oder eine Dampflok vorhanden ist. Die Abstellgruppe wurde gestaltet. Es stehen 6 Gleise mit ca. 75 Meter Schienenlänge zum Abstellen von bis zu 12 Wagengarnituren bereit. Wir freuen uns bereits jetzt auf die Rangiertätigkeiten und die gestressten (!) Weichenwärter. Als Nächstes soll die Abstellgruppe über die Drehscheibe angebunden werden. Das wird die Rangiertätigkeiten und damit die Spielmöglichkeiten erhöhen.
Am Wasserturm wird natürlich weiter gearbeitet. In einem gemeinsamen Kraftakt wird der hölzernen Aufsatz auf den gemauerten Turm gesetzt. Auch im Inneren des Turmes tat sich was zur künftigen Versorgung der Dampfloks mit Wasser. Drei je 200 Liter fassende Fässer sind eingesetzt und untereinander verbunden. Aufbereitetes Wasser steht bald über den Wasserkran zur Verfügung.
Die Pflasterarbeiten in der Drehscheiben-Grube sind fertig gestellt, die Gleisbrücke wurde probeweise einmal eingesetzt.
Landschaftsgestaltung machte Fortschritte
Die Landschaftsgestaltung machte auch Fortschritte. Der im Herbst 2014 angelegte Weinberg entwickelt sich weiter, die Pflegearbeiten wie Hochbinden der Triebe, Spritzen stehen jetzt jährlich an. Die Pflege und Gestaltung dieser Berge liegt, obliegt den Mitgliederinnen, die bereits den Weinberg und auch den einen Blumen- und den Gemüseberg pflegen. Die Pflege des vierten Berges obliegt den Jugendlichen. Die ersten Trauben konnten 2015 gekeltert und der erste Wein probiert werden. Auch die anderen - natürlich bepflanzten - Berge entwickeln sich, und ziehen die Blicke der Besucher auf sich.
Auch im Jahr 2015 und in der ersten Hälfte 2016 wuchs die Anlage weiter, das Wetter erlaubte im November 2015, Januar und Februar 2016 einen zweiten Außenkreis zu bauen und Doppelkreuzungsweichen einzubauen. Parallelfahrten und ggfs. Gegenverkehr unter Berücksichtigung von Sicherungsmaßnahmen werden möglich sein. Die ersten Arbeiten an einem neuen zusätzlichen Haltepunkt „Rheinquartier“ begannen. Die Anlage ist trotz umfangreichen Bauarbeiten für den Fahrbetrieb an den öffentlichen Fahrtagen vorbereitet. Schotter und Bruchsteine liegen bereit, um eine ca. 50 cm hohe und ca. 50m lange Brückenrampe zu gestalten. Arbeitsschwerpunkte bis zum Jahresende 2016 sind, die Fertigstellung des Haltepunktes „Rheinquartier“, das Einsetzen der Drehscheibenbrücke und die Ausgestaltung des Wasserturms. Nicht zu vergessen die Pflegearbeiten im Garten, wichtiger Bestandteil jeder Gartenbahn.
Viel Freunde machen die Fahrtage. Alljährlicher Höhepunkt ist der Fahrtag an „Rhein in Flammen“ mit Gastfahrern aus dem In – und Ausland: Schweizer mit der BR 44, Niederländer mit englischen Modellen usw. selbst der Bärchenexpress, gezogen von einer BR E94, dem deutschen Krokodil, drehten hier ihre Kreise und nicht zu vergessen die ALASKA 1500 bestens bekannt aus Gartenbahnen 02/2016 weilt des öfteren auf der Anlage der RLB. .
Die positive Resonanz der Besucher an den Fahrtagen zeigt den Mitgliedern des Vereins, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Unsere Gäste staunen immer, welche Ideen bereits umgesetzt wurden und wollen gerne wiederkommen. Wir können stolz sein auf das Erreichte. Aber damit geben wir uns noch nicht zufrieden. In der Schublade liegen unter anderem die Pläne für ein Stellwerk, dessen Original im Rahmen der Umgestaltung des ehemaligen Güterbahnhofes Oberlahnstein schon dem Abrissbagger zum Opfer gefallen ist.
Die auf dem Gelände entstandene Anlage steht nicht nur den Vereinsmitgliedern zur Verfügung, sondern ist auch im Rahmen von Fahrtagen - immer am 2. Wochenende von Mai bis September - der Öffentlichkeit zugänglich.
Wer den MEC Rhein-Lahn e.V. kennlernen möchte, findet weitere Informationen unter www.rhein-lahn.de oder kommt dienstags ab 16.30 Uhr oder an einem der Fahrtage von Mai bis September immer am 2. Wochenende im Monat zu einem Besuch vorbei: Rhein-Lahn Bahn, Max-Schwarz Straße in Lahnstein.
Pressemitteilung
Modelleisenbahn-Club
Rhein-Lahn e.V.
