Allgemeine Berichte | 15.03.2016, 11:18 Uhr

Koblenzer Bürger und Nachfahren legten am Gedenkstein am Peter-Altmeier-Ufer einen Kranz nieder

Gedenken an 149 verschleppte und ermordete Sinti und Roma

Koblenzer Bürger und die Nachfahren der verschleppten und ermordeten Menschen legten einen Kranz an den Gedenkstein und würdigten die Opfer mit emotionalen Worten und musikalischen Klängen.ND
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Koblenz. Am Donnerstag, den 10. März, waren es genau 73 Jahre, seitdem über 10 000 Sinti und Roma aus dem nationalsozialistischen Reichsgebiet verschleppt und in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden. Angeordnet wurde diese, im gesamten Machtbereich der Nationalsozialisten, durchgeführte Deportation am 16. Dezember 1942 vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler. Insgesamt wurden über 22 000 Sinti und Roma aus elf europäischen Ländern direkt in das Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Die meisten von ihnen wurden in den 17 Monaten, in denen das sogenannte „Zigeunerlager“ bestand, ermordet. Grundbesitz und Vermögen der verschleppten Menschen wurden als „reichsfeindlich“ beschlagnahmt und eingezogen.

In Koblenz waren es 149 Bürgerinnen und Bürger, darunter 40 Männer, 44 Frauen und 65 Kinder, die im Morgengrauen aus ihren Häusern geholt, mit Lastwagen zum Koblenzer Hauptbahnhof gebracht und dort in die bereitstehenden Wagons hineingestoßen wurden. Ihre Ankunft im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurde mit dem 13. März 1943 im sogenannten „Zigeunerlager“, Lagerabschnitt B II E, vermerkt. Ab dem Tag fing für diese Menschen unvorstellbares Leid und Terror an.

Der erste Versuch der SS, am 16. Mai 1944, das „Zigeunerlager“ „aufzulösen“, und das bedeutete alle Insassen in den Gaskammern zu ermorden, scheiterte am Widerstand der Männer, die sich mit Spaten, Stangen und Steinen wehrten. Nachdem die SS danach alle „Arbeitsfähigen“ ausselektierte und als Arbeitssklaven nach Buchenwald, Mittelbau-Dora, Flossenbürg und Ravensbrück gebracht hatte, wurde das „Zigeunerlager“ im August 1944 endgültig „liquidiert“. Die noch im Lager verbliebenen 2897 Sinti und Roma – vor allem alte Menschen, Frauen und Kinder – wurden in den Gaskammern ermordet.

Um diesen Menschen zu gedenken, lud der Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz, zur Kranzniederlegung am Gedenkstein für die ermordeten Sinti und Roma am Peter-Altmeier-Ufer ein. Musikalisch begleitet wurde die Gedenkstunde von Marlon Reinhardt, dessen Großvater Daweli Reinhardt zu den damaligen verschleppten Menschen aus Koblenz gehörte und den Terror im Vernichtungslager überlebte.

Am Peter-Altmeier-Ufer am Deutschen Eck in Koblenz steht der Gedenkstein an die ermordeten Sinti und Roma. Seine Inschrift lautet: „Zum Gedenken an die Sinti und Roma, die hier unter uns lebten. Männer, Frauen und Kinder - Im Nationalsozialismus wurden sie aus ihrer Heimatstadt Koblenz in Konzentrationslager deportiert und ermordet.“

Am Peter-Altmeier-Ufer am Deutschen Eck in Koblenz steht der Gedenkstein an die ermordeten Sinti und Roma. Seine Inschrift lautet: „Zum Gedenken an die Sinti und Roma, die hier unter uns lebten. Männer, Frauen und Kinder - Im Nationalsozialismus wurden sie aus ihrer Heimatstadt Koblenz in Konzentrationslager deportiert und ermordet.“

Mit akustischen Gitarrenspiel wurde den verschleppten und ermordeten Menschen gedacht.

Mit akustischen Gitarrenspiel wurde den verschleppten und ermordeten Menschen gedacht.

Koblenzer Bürger und die Nachfahren der verschleppten und ermordeten Menschen legten einen Kranz an den Gedenkstein und würdigten die Opfer mit emotionalen Worten und musikalischen Klängen.Fotos: ND

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