Karneval in Nievern
Kolpingball bringt Sporthalle zum Kochen
Fünfstündiges Top-Programm lässt Publikum in ausverkaufter Halle auf den Tischen tanzen
Nievern. „Auf jeden Fall zum Kolpingball“ - wer diesen eingängigen Slogan bis zum vergangenen Samstagabend nicht verinnerlicht hatte, hat Pech gehabt! So lässt sich das Fazit des diesjährigen Kolpingballs kurz und bündig ziehen. Naja, allerdings könnte man in diesem Fall auch schon mal den Terminkalender für 2017 herausziehen und den Samstag VOR dem Karnevalssamstag markieren, denn da findet der nächste Kolpingball statt.
Nievern hat keinen Karnevalsverein, aber mit dem Kolpingball eine der karnevalistischen Granaten in der Region. Na gut, es lässt sich darüber streiten, ob es denn der Kultbeitrag der Lahnochsen, tolle Showtanzeinlagen, eindrucksvolle Gardetänze , „echte“ Büttenreden oder „Ganzjahres-Knaller“ wie Hejel Rainer Zufall sind, die den Kolpingball ausmachen. Aber eines ist Fakt: Die Stimmung beim Kolpingball in der Nieverner Turnhalle ist kaum zu toppen und sucht ihres Gleichen. Und die oben zitierte Abwechslung im Programm führt eben auch dazu, dass die unterschiedlichen Besucher ihre Highlights ganz unterschiedlich definieren. Der Kolpingball bietet aber sicherlich jedem mindestens einen solchen Höhepunkt.
Büttenreden und Wortbeiträge fanden sich überwiegend in der ersten Hälfte des Abends. Armin Roth als der Meenzer-Jung und Lars Hilgert als die lokal beheimatete Variante sowie Anja Hewer als die Braut vom Westerwald bedienten dabei fulminant die Fans der klassischen karnevalistischen Unterhaltung mit Tiefgang, Rainer Zufall hatte den Saal in seiner ganzjahrestauglichen Rolle des „Kowwelenzer Hejel`s“ voll und ganz im Griff.
Sitzungspräsident Marco Hermann führte schwungvoll durch den abwechslungsreichen Abend. Gardetanz zum Beispiel präsentierten die „Lahngarde“ des SV Fachbach und das „2. Amazonenkorps“ des KV Arzbach. Der Bereich Showtanz ist beim Kolpingball traditionell stärker besetzt, „Dance Emotion“ aus Welschneudorf, „die Palettis“ aus Lahnstein, die „New generation of dufty movies“ aus Bad Ems, „Hot Chocolate“, das NCV Showtanzballett, die Früchter „Urban5“ und die „Kentucky Fright Ladies“ aus Nievern wurden allesamt nicht ohne Zugabe aus dem Saal gelassen. Ohne die Beiträge der anderen abwerten zu wollen, hatten die Kentucky Fright Ladies in dieser Kategorie wohl in der Publikumsgunst die Nase hauchdünn vorne, wenn man die Lautstärke des Applauses und die Zahl der Gäste auf den Tischen als Maßstab nimmt. Allerdings waren die Ladies dabei sehr knapp gefolgt von den „Urban 5“ aus Frücht, deren sexy Tanzshow zu satten Beats vor allem die Männer im Saal nach einer Zugabe rufen ließ. In welche Kategorie dann der traditionelle Beitrag der Nieverner Lahnochsen fällt, bleibt offen. Eindeutig sind sie aber der Dauer-Liebling der Kolpingball-Fangemeinde. Sie brachten die Halle mit ihrer Nummer „Herzblatt-Show – das könnte dein Ochse sein“ zum Toben!
Überraschung des Abends war ein weiteres Heimspiel: Julia Schmidt brach mit der Schlagerparty den (genreübergreifenden) Stimmungsrekord des Abends. Zum ersten und einzigen Male am Abend standen auch die vorderen Reihen komplett und forderten gleich mehrere Zugaben. Julia Schmitt begeisterte in dieser Session schon bei mehreren Sitzungen im Programm – beim Heimspiel war die Stimmung im Publikum aber eindeutig nicht mehr zu toppen. Mit der durch „Andy sing a song“ verstärkten Partyband Perplex ging die Party im Saal nach Programmende noch bis in die frühen Morgenstunden.
/Willi Willig
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