Allgemeine Berichte | 09.03.2018

Vorsicht auf den Straßen wegen Amphibienwanderung

Kröten und Frösche gehen auf Wanderschaft

Fotos: SGD Nord

Region. Die eiskalten Nächte sind vorüber. Die wärmer werdenden Temperaturen locken jetzt zahlreiche Frösche und Kröten aus ihren Winterquartieren. Daher bittet die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als Obere Naturschutzbehörde alle Autofahrer, in den nächsten Wochen besonders aufmerksam zu sein. Im Schutz der Nacht begeben sich die frühlaichenden Arten, wie zum Beispiel die Erdkröte auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Molche, Salamander und weitere Froschlurcharten folgen ihnen bald. Auch der Grasfrosch, der in diesem Jahr Amphibie des Jahres ist, macht sich auf den Weg.

Oft kreuzen Straßen den Weg ihrer Wanderroute und der Autoverkehr wird ihnen zum Verhängnis. Etwa 15 Minuten benötigt die Erdkröte für das Passieren einer Straße. Kein Wunder, dass der Weg zu den Gewässern für die Tiere lebensbedrohlich ist. Autofahrer können zum Beispiel durch Drosseln der Geschwindigkeit zum Überleben der Tiere beitragen. Nicht nur durch „Plattfahren“ können die Tiere sterben. Selbst das Überfahren löst bei einer Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometern die Stunde einen derartigen Luftdruck aus, dass dieser zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann. Wenn es möglich ist, trägt natürlich eine alternative Fahrstrecke am besten zum Überleben der Tiere bei.

Die SGD Nord unterstützt den Amphibienschutz in vielfältiger Weise. Neben der Förderung des ehrenamtlichen Amphibienschutzes werden beispielsweise durch Artenschutzprojekte die unterschiedlichsten Artenschutzmaßnahmen für heimische Amphibien durchgeführt. Aktuell laufen Planungen zu einem größeren Amphibienschutzprojekt im Westerwald im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA-2000. Zielarten sind dabei die stark gefährdeten Amphibien wie beispielsweise die Gelbbauchunke, der Kammmolch oder auch der Laubfrosch. Weitere Informationen unter: www.sgdnord.rlp.de

Allgemeine Infos zum Grasfrosch

Allgemeines: Der zu den Braunfröschen gehörende Grasfrosch (Rana temporaria) galt früher als „Allerweltsart“. Bis ins 20. Jahrhundert hinein landete er bevorzugt in der Fastenzeit hin- und wieder auf heimischen Tellern. Er ist fast überall in Deutschland anzutreffen. Dennoch sind auch bei dieser häufig vorkommenden Amphibienart in den letzten Jahren sehr starke Bestandsrückgänge festzustellen. In bestimmten Regionen ist er bereits ganz verschwunden, sodass er in Rheinland-Pfalz auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten aufgeführt ist.

Größe: Grasfrösche haben eine Größe zwischen ca. 6 und 11 cm.

Alter: Die Tiere können bis zu 12 Jahre alt werden.

Besondere Merkmale: Der Grasfrosch zeichnet sich durch eine variable braune Farbgebung, oft mit dunklen Flecken aus. Die Tiere haben hinter den Augen, im Trommelfellbereich, eine auffällige, dunkle Zeichnung. Die runde Schnauze und der plumpe Körperbau unterscheiden ihn von anderen Braunfröschen.

Ernährung: Die Tiere ernähren sich von Insekten, Würmern, Nacktschnecken etc..

Jahresrhythmus: Grasfrösche sind Ende Februar / Anfang März die ersten Amphibien, die an den Gewässern auftauchen. Unmittelbar nach dem Ablaichen wandern die ersten Tiere in die entfernt liegenden Sommerlebensräume (Wälder, Weideflächen, Gebüsche) ab, in denen sie sich die meiste Zeit aufhalten. Ab Oktober suchen die Tiere in die Winterquartiere auf. Teilweise überwintern sie auch im Gewässer.

Fortpflanzung: Die Fortpflanzungszeit dauert nur wenige Tage, man spricht daher vom „Explosivlaicher“. Während des Ablaichens werden die Weibchen von den Männchen umklammert und die frisch abgesetzten Eier werden direkt befruchtet.

Laich: Der Laichballen besteht aus mehreren hundert, manchmal auch mehreren tausend Eiern, die oft als sogenannter Laichteppich ausgebildet sind.

Larven: Nach ca. 7 – 10 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern. Bei kühler Witterung kann dies etwas länger dauern. Die dann einsetzende Metamorphose erstreckt sich über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten.

Gefährdungen: Der Rückgang ist vor allem auf die immer stärkeren Verkehrsaufkommen zurückzuführen. Hinzu kommt die ansteigende Zerstörung und Zerschneidung der Lebensräume, der Verlust von Laichgewässern und der Einsatz von Pestiziden in der Agrarlandschaft. Letztendlich wird auch das Insektensterben Konsequenzen für den Grasfrosch haben, denn Insekten sind seine Hauptnahrungsquelle.

Kröten und Frösche gehen auf Wanderschaft

Fotos: SGD Nord

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Es ist doch mittlerweile allgemein bekannt das in Koblenz nichts wichtiger ist als Radwege, am besten in Autobahnbreite.

Neulich als Einzige(r)

von Gregor Schürer

  • Werner Bergmann: "Gut gebrüllt Löwe"
  • Ein CDU-Mitglied aus Koblenz: Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Wahl! Ich wünsche Ihnen viel Kraft für diese neue Herausforderung! Sie haben uns heute auf dem CDU-Kreistag mit Ihrem „Feuer in den Augen“ voll überzeugt!
Betriebselektriker
Imageanzeige
Umbau Vulkan-Brauerei
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Imageanzeige
Empfohlene Artikel

Region. „Helau, Alaaf und Olau!“: Bald startet die Zeit der Karnevalssitzungen und Straßenumzüge. Für viele Jeckinnen und Jecken stellt sich nun wieder die Frage: Welche Verkleidung soll es dieses Jahr werden? Weshalb bei der Kostüm-Wahl nicht nur auf die Optik geachtet werden sollte und worauf es speziell beim Online-Kauf ankommt – die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord verrät hilfreiche Kauf-Tipps.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Reinigungskraft gewaltsam zu Boden gebracht

27.01.: Maskierte Räuber überfallen Wohnhaus in Alfter

Alfter. Am Dienstagmittag, den 27. Januar 2026, ereignete sich ein Raubüberfall in einem Wohnhaus auf einem Hofgelände am Buschdorfer Weg in Alfter, zu dem die Bonner Polizei alarmiert wurde. Nach bisherigen Ermittlungen klopften gegen 11:55 Uhr zwei maskierte Männer an die Tür des Hauses.

Weiterlesen

Pastoraler Raum Koblenz

Exerzitien im Alltag für Frauen

Koblenz. In der Fastenzeit bietet der Pastorale Raum Koblenz vom 19. Februar bis 30. März Exerzitien im Alltag für interessierte Frauen jeden Alters an.

Weiterlesen

Helfende Hände gesucht
Aushilfe gesucht
Titel
Daueranzeige (Januar 26)
Kostenfreie Anzeige Stephan Schneider
Kostenfreie Anzeige Helene Theis
Handwerkerhaus
Currywurst&verkaufsoffener Sonntag
Integrationskraft
Umbau Vulkan Brauerei
Umbau der Vulkan Brauerei in Mendig
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement
Anzeige Deko Sale
Stellenanzeige Sachbearbeiterin
Stellenanzeige Bereich Bezirksleitung Mayen