Allgemeine Berichte | 15.03.2017, 10:33 Uhr

BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler

Metallhandwerker sorgen für Weitblick

Zwei Berufsschulklassen im Berufsfeld Metallhandwerk bauten in Eigenregie ein Teleskop für die Aussichtsplattform auf der Landskrone

Die angehenden Handwerker waren mit Eifer bei der Sache- auch im Schweissraum. BBS

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Holger Waldecker und Guido Höfer sind Lehrer an der Berufsbildenden Schule in Bad Neuenahr und für ihre außergewöhnlichen Projekte bekannt, die sie gemeinsam mit ihren Schülern realisieren. So bastelte man zunächst an einer Bank; das nächste Projekt war eine Lore für ein Bergwerk. Vor knapp zwei Jahren wollte man ein neues Projekt starten und da stellte sich die schwierige Frage, wie die Vorherigen noch zu „toppen“ seien.

Die Antwort kam schneller als gedacht und die Schüler zweier Metallhandwerkklassen hatten eine zündende Idee. Ein Teleskop sollte es sein und auch ein passender Ort war schnell gefunden: Auf dem Aussichtsplateau der Landskrone soll das stationäre Fernrohr bald interessierten Wanderern einen Fernblick in das Ahrtal ermöglichen.

Schnell machten sich Schüler und Lehrer an die Umsetzung und der Startschuss fiel im Herbst 2015. „Wir haben uns am Anfang gar keine Gedanken gemacht, was alles dahinter steckt,“ erklärt Holger Waldecker. Denn die größte Schwierigkeit war es zunächst , an die optischen Bauteile, also die Vergrößerungslinsen, zu gelangen. Gespräche mit einem großen deutschen Linsenhersteller waren wenig erfolgreich. Die Freude war jedoch umso größer als man schließlich mit der Firma „Schneider Optische Werke“ aus Bad Kreuznach einen Partner fand, der sich ebenso für das Projekt begeisterte wie die Schüler und Lehrer aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Sommer 2016 besuchte man schließlich die Firma und dort bereitete man der BBS-Delegation aus der Kreisstadt eine herzlichen Empfang. „Die Mitarbeiter der Firma haben uns enorm geholfen und uns mit hochwertigen Bauteilen ausgestattet“, resümmiert Guido Höfer. Tatsächlich hat es das Teleskop in sich. Eine 16fache Vergrößerung ist mit sieben Linsenpaaren möglich und dank einer Dioptrien-Einstellung kommen auch Brillenträger in den Genuß des Weitblicks. „Die Linsen wurden in dem Werk ebenfalls von Auszubildenden gefertigt, also von Azubis für Azubis. Das finden wir natürlich richtig klasse,“ so Waldecker und Höfer.

Bauteilbeschaffung als pädagogische Maßnahme

Neben den optischen Bauteilen musste natürlich dem Fachbereich entsprechend jede Menge Metall her. Diese Baumaterialien wurden von den Ausbilderbetrieben zur Verfügung gestellt. „Manches was in den Werkstätten herumliegt, ist für den Betrieb Schrott und für uns ein wertvolles Bauteil,“ erklären die Lehrer. Außerdem hab das einen pädagogischen Lerneffekt. So musste der Azubi gezielt seinen Chef ansprechen und das Projekt vorstellen. Dies sorge für eine weitere Identifikation mit dem Gemeinschaftsprojekt.

Alles in allem hat der Bau des Teleskops einige Zeit gebraucht, aber im Februar 2016 waren die Schüler fast fertig. Unterstützt wurden die Schüler von einer dritten Fachkraft des Lehrerkollegiums: Dirk Schneider ging den Schülern im Werkstattbereich kompetent zur Hand.

Zahlreiche Behördengänge

Nun mussten nur noch die rechtlichen Fragen geklärt werden. „Dass soviel zu beachten ist, hätten wir nicht gedacht“, erinnert sich Waldecker. „Und das war für uns Lehrer auch sehr lehrreich“, fügt Höfer hinzu. und meint damit besonders die behördlichen Abläufe, die im Vorfeld nötig waren. Nach einer Ortsbegehung mit einem Vertreter der SGD Nord, Gesprächen mit den Grundstücksbesitzern und entsprechenden Anträgen bei der Stadtverwaltung waren die Rahmenbedingungen jedoch zügig geklärt. Fast alle Ideen können nun umgesetzt werden- mit Ausnahme einer Edelstahltafel, auf der die Namen der mitarbeitenden Schüler eingraviert werden. Diese könnte nämlich je nach Sonnenstand die Menschen im Tal und insbesondere Autofahrer blenden. Nun suchen Schüler und Lehrer nach einem anderen Material für die Erinnerungstafel.

Feierliche Eröffnung

Im Mai soll das Fernrohr schließlich den Weg auf die Landskrone finden und natürlich findet dann auch ein kleiner Festakt statt. Guido Höfer und Holger Waldecker planen ein kleines Grillfest mit einigen Ehrengästen, Schülern, Eltern und Lehrern.

ROB

Stolze Schüler am Teleskop.

Stolze Schüler am Teleskop.

Holger Waldecker (l.) war für den theorethischen Teil verantwortlich. Guido Höfer (r.) betreute den fachpraktischen Part. ROB

Holger Waldecker (l.) war für den theorethischen Teil verantwortlich. Guido Höfer (r.) betreute den fachpraktischen Part. Foto: ROB

Die angehenden Handwerker waren mit Eifer bei der Sache- auch im Schweissraum. Foto: BBS

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