Allgemeine Berichte | 07.08.2017

Oberwinter feierte den neuen Hahnenkönig

Peter Orbonz holte sich die Königswürde mit dem dritten Schlag

Am Montagabend endete mit dem Königsball die viertägige Kirmes der Wölle Junggesellen

Der Jubel war groß, als der neue Hahnenkönig feststand: Bene Kauert und Frank Gilles nahmen ihren Freund Peter Orbonz kurzerhand auf die Schultern.  AB

Oberwinter. Nach dreitägiger Hochstimmung bei der Kirmes in Oberwinter und einer Menge Arbeit für die Junggesellen um Vorsitzenden Heinz Holthoff stand am Kirmesmontag, dem Hochtag für die Junggesellen, das traditionelle Hahnenköpfen an. Proppenvoll präsentierte sich das Festzelt beim Einzug der Junggesellen, und auch auf dem Festplatz vor den Toren des Festzeltes herrschte Hochbetrieb.

Mit Spannung erwartet wurde allseits das Hahnenköpfen der Junggesellen und das Hahnenköpfen um die Bürgerhahnenkönigswürde, die im diesjährigen 170. Jubiläumsjahr als Preishahnenkönigswürde bezeichnet wurde.

Zuvor waren die Junggesellen bereits bei einem Festzug durch Oberwinter aktiv gewesen. Stationen des Festzugs waren das Haus von Ortsvorsteher Norbert Matthias und das Franziskushaus, wo zu Ehren des Ortsvorstehers und der Senioren die Junggesellenfahne geschwenkt worden war.

Im Festzelt angekommen herrschte bereits beste Stimmung. Dirk Assenmacher bereitete den Korb mit Hahn vor und sperrte den Bereich zum Hahnenköpfen ab. Das Tuch zum Verbinden der Augen lag bereit, und Fred Jonen hatte das „Zielwasser“ bereits fest im Griff. Vor Beginn des Wettkampfs wurden aber erst alle ehemaligen Hahnenkönige von Oberwinter auf die Bühne gebeten, um mit den Junggesellen ein Schlückchen des „Zielwassers“ zu genießen. Gerd Engels, Hahnenkönig von 1958, hatte im Anschluss die Aufgabe, die Reihenfolge der acht Aspiranten zu ermitteln. Der erste Ehrenschlag galt dann dem letztjährigen Hahnenkönig Carsten Monjau, der zweite Präses Pfarrer Frank Klupsch und der dritte dem Präsidenten und Vorsitzenden der Junggesellen, Heinz Holthoff.

Inzwischen hatte Moderator Fred Jonen das Mikrofon übernommen und startete eine Attacke nach der anderen auf die Lachmuskeln der Gäste. So meinte er, dass sich Präses Klupsch beim früheren Pastor und Präses Herbert Lonquich informiert habe. Lonquich sei es 1974 gelungen, als Präses die Hahnenkönigswürde zu erlangen, so der internationale Hahnenkönig-Kommentator, der sich angesichts des Wettbewerbs hochmotiviert präsentierte. Das Publikum lachte immer wieder hellauf nach seinen Kommentaren. Eine ganz andere Rechnung machte Jonen beim Ehrenschlag von Präsident Heinz Holthoff auf. „Wir feiern 170. Geburtstag der Junggesellen. Vor 30 Jahren warst du Hahnekönig. Wenn du es jetzt wieder wirst, können wir den 200. feiern“, so Jonens Logik. Zwischendurch hatte er allerdings an der Treffsicherheit bei den Ehrenschlägen ein wenig Angst, dass es zu wenig „Zielwasser“ geben könnte. Bei jedem Schlag auf den Hahn gibt es zuvor für den Akteur sowie den Moderator ein Schnäpschen. „Die Gläser könnten ruhig etwas größer sein“, unterstrich Jonen seine Bedenken, und das Publikum brüllte vor Vergnügen.

Und der bestens gelaunte Kommentator im Hawaiihemd sollte recht behalten. Schon beim dritten Schlag nach den drei Ehrenschlägen gelang nach kaum 25 Minuten des Hahnenköpfens Peter Orbonz der Clou: Er wurde als neuer Hahnenkönig der Oberwinterer Junggesellen auf den Schultern seiner Kameraden mächtig gefeiert. Das Publikum applaudierte begeistert, und schon folgte der Ehrentanz von Peter Orbonz mit seiner Königin Angela Dossmann unter der Junggesellenfahne. Zu den ersten Gratulanten zählten neben dem Vorsitzenden Heinz Holthoff und Präses Pfarrer Frank Klupsch die Kameraden und vor allem Ehefrau Angela Dossmann. Das Besondere am neuen Hahnenkönigspaar ist, dass Peter Orbonz gleichzeitig Schützenkönig der St. Sebastianus Bruderschaft ist und seine Frau die Altkönigin der Schützenbruderschaft.

Etwas länger dauerte es dann bei der Ermittlung des Bürgerhahnenkönigs, in diesem Jahr Preishahnenkönig genannt. Mit dem 24. Schlag auf den ebenfalls eines natürlichen Todes gestorbenen Hahns gelang es „Ferdi“ Jonen, die Königswürde zu erlangen. Das Publikum tobte vor Vergnügen, und Vergnügen hatte Kommentator Fred Jonen nun auch genug, durfte er doch nicht nur 24 Mal am Zielwasser nippen, sondern sich auch noch freuen über die neue Majestät, seinen Sohn Ferdi.

Gemeinsamer Königsball

Zum Abschluss der viertägigen Laurentius-Kirmes feierten die Junggesellen am Montagabend gemeinsam mit der Schützenbruderschaft St. Sebastianus um Präsident Martin Schlimpen den Königsball im Festzelt. Mit einem Festzug wurden das Hahnenkönigspaar Peter Orbonz und Angela Dossmann, gleichzeitig auch Schützenkönig und Altkönigin der Schützenbruderschaft, ins Festzelt geleitet. Nach der offiziellen Vorstellung der Majestäten durch den Vorsitzenden der Junggesellen Heinz Holthoff und den Präsidenten der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Martin Schlimpen gratulierten Bürgermeister Herbert Georgi und Ortsvorsteher Norbert Matthias den Majestäten, bevor die Kapelle „Wahnsinn Total“ zum Tanz aufspielte, um gemeinsam mit den Majestäten, den Junggesellen und der Bevölkerung den Königsball und den Abschluss der traditionellen Laurentius-Pfarrkirmes zu feiern. AB

Pfarrer Frank Klupsch hob das Glas mit den ehemaligen Hahnenkönigen.

Pfarrer Frank Klupsch hob das Glas mit den ehemaligen Hahnenkönigen.

Preishahnenkönig Fred Jonen war wieder ganz in seinem Element: Bei seiner Moderation blieb kein Auge trocken.

Preishahnenkönig Fred Jonen war wieder ganz in seinem Element: Bei seiner Moderation blieb kein Auge trocken.

Der Jubel war groß, als der neue Hahnenkönig feststand: Bene Kauert und Frank Gilles nahmen ihren Freund Peter Orbonz kurzerhand auf die Schultern. Fotos: AB

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