Allgemeine Berichte | 17.06.2015

Die Mayener St. Matthiasbruderschaft feierte ihren 375. Gründungstag

Abt hielt als „oberster Hüter“ des Apostelgrabes die Festrede

Abt hielt als „oberster Hüter“ des Apostelgrabes die Festrede

Mayen. Die Gebeine des Apostels Matthias sollen im Auftrag der Kaiserin Helena, Mutter des römischen Kaisers Konstantin I., vom Trierer Bischof Agritius nach Trier überführt worden sein. Seit 1127 werden die Reliquien in der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier von Pilgern verehrt. Vor allem im Mittelalter war der Matthias-Kult sehr lebendig und es entstanden viele St. Matthiasbruderschaften, die die Wallfahrten organisierten und betreuten. So auch in Mayen und Namensgebungen wie „Trierer Weg“ oder die Matthiaskapelle, die im Volksmund auch „Trierer Heiligenhäuschen“ genannt wird, zeugen davon.

Erster urkundlicher Nachweis der Bruderschaft bereits 1640

1640 ist der erste urkundliche Nachweis über die hiesige Bruderschaft zu finden und eine solche Tatsache wird in vielen Bereichen zum Anlass genommen, das Bestehen mit Jubiläumsfeiern zu begehen. Dies selbst dann, wenn die Einrichtungen lange Zeit ruhten und wie die hiesige Bruderschaft am 24. Februar, dem Namenstag des Patrons der Bruderschaft und des Bistums Trier, im Jahr 1999 neu gegründet wurde. Schon bei der ersten Wallfahrt am 24. April des Jahres erfolgte die Aufnahme in die Erzbruderschaft Trier. Den 375. Jahrestag ihrer Gründung feiert die Mayener St. Matthiasbruderschaft in diesem Jahr und hatte dazu rechtzeitig Abt Ignatius Maaß von der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier geladen, der sozusagen „oberster Hüter“ vom Grab des Hl. Matthias ist. Der Abt hatte die Einladung spontan angenommen, um am vergangenen Sonntag mit der Bruderschaft zu feiern und dabei die Festansprache zu halten. Die Feierlichkeiten starteten mit einer Festmesse, die Abt Ignatius Maaß zelebrierte, zusammen mit dem Präses der Bruderschaft Dechant Matthias Veit und Pfarrer Ludwig Müller als ehemaligem Präses und heutigem Ehrenmitglied. Viele Fahnenabordnungen sorgten für einen feierlichen Rahmen. Die Messe begann musikalisch durch den Chor der Bruderschaft, der im Jahr 2009 auf Anregung des Mitgliedes Lorenz Harig gegründet wurde, der in Mayener Musikerkreisen wahrlich kein Unbekannter ist und den Matthias-Chor seitdem leitet. Als Erstes erklang das Matthias-Lied „Zu der Apostel Zahl (GL 880 1,2,5). Strittig ist aber nach wie vor, ob Matthias als zwölfter Apostel hinzu gefügt wurde, um Judas Ischariot nach dessen Verrat zu ersetzen oder ob Paulus von Tarsus die Gruppe der Jünger wieder vollendet hatte.

Name Matthias bedeutet „Geschenk Gottes“

Matthias wird daher manchmal auch als der dreizehnte Apostel bezeichnet. Sein Name bedeutet „Geschenk Gottes“. Die Sopranistin Friederike Assion unterstützte den Chor. Im Verlauf der Messe wurden auch drei Ehrungen vollzogen, für zehnmalige Teilnahme an den Wallfahrten nach Trier. Nach dem Ende der Messe wurden alle Anwesenden eingeladen zur weiteren Feier, für die die Stadt der Bruderschaft den Ratssaal zur Verfügung gestellt hatte. Eine lange Gästeschlange zog sich daraufhin von St. Clemens zum neuen Rathaus und füllte den Ratssaal sowie die Empore bis auf den letzten Platz. Der festliche Akt im Rathaus wurde vom städtischen Orchester eingeleitet, bevor Brudermeister Heinz Schäfer, der gleich 1999 in diese Aufgabe gewählt wurde, die zahlreichen Gäste begrüßte, darunter mit Rolf Keuser und Hermann Schuster zwei verbliebene Mitstreiter der Wiederbelebung. Landrat Dr. Saftig, der zwar noch nicht zu den Pilgern gehört hat und Wolfgang Treis, der vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister die Finanzen der Bruderschaft betreute und sich danach trotzdem als Pilger in den letzten Jahren an den Fußwallfahrten beteiligte, sprachen Grußworte. Oberbürgermeister Treis bekundete, sich schon auf die nächste Wallfahrt zu freuen und sprach in diesem Zusammenhang von Luxuswallfahrten, weil wirklich für alles gesorgt ist.

Viele Aktivitäten und eigenes Liederbuch der Bruderschaft

Der Stadtchef erinnerte aber gleichzeitig an die jährliche Kapellenwanderung sowie die Kulturreisen und, was kaum jemand weiß, an das eigene Liederbuch der Bruderschaft. Dr. Saftig ging in seinen Worten besonders auf die 2006 begonnene Nachforschung der Bruderschaft von Pilgerbewegungen in Mayen-Koblenz ein, was letztlich zur Einrichtung des Jakobsweges Eifel-Camino führte, der heute als einer der bestmarkierten Jakobswege in Deutschland gilt. Aber auch für viele weitere Aktivitäten steht die St. Matthiasbruderschaft, wie nur auszugsweise Sanierungen der Matthias-Kappelle, der Schafstallkapelle oder der sieben Fußfälle im St. Veit-Park. Restaurierungen der Matthias-Statue in der Clemenskirche, des großen Karfreitagskreuzes oder der Fußfälle von Heinrich Alken. Aufstellung von diversen zwei Meter hohen Basalt-Pilgersteinen, der Genoveva-Figur im Mayener Burgfrieden oder der fünf Meter hohen Jakobussäule zwischen Mayen und Monreal. Die Festansprache zum Thema „Pilgern heute“ hielt Abt Ignatius Maaß. Der Weg ist das Ziel gilt dabei nicht für Matthias-Pilger, die immer in Gruppen pilgern, dabei das Gefühl der Gemeinschaft vermitteln wollen und nicht wie es den Jakobus-Pilgern erlaubt ist allein. Das Ziel aller Pilger sei letztlich Gott befand der Festredner. „Was schenkt man einem Abt?“ stellte Brudermeister Heinz Schäfer nach der Festrede eine Frage in den Raum, die er sehr elegant mit einem seltenen Kupferstich beantwortete, der einen Hof in der heutigen Stadt Polch zeigte, der früher zu den Besitzungen der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier gehörte. Mit einem Musikstück des städtischen Orchesters endete die offizielle Programmfolge. Anschließend lud die Bruderschaft zum Umtrunk ein und zu einem Pilger-Imbiss der gehobenen Art. - WE -

Abt hielt als „oberster Hüter“ des Apostelgrabes die Festrede

Abt hielt als „oberster Hüter“ des Apostelgrabes die Festrede

Was schenkt man einem Abt zum Dank? Brudermeister Heinz Schäfer (l.) wusste es. Abt Ignatius Maaß von der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier bekam für seine Festrede einen Kupferstich von einem Polcher Hof, der früher einmal zu den Besitzungen der Abtei gehörte. Fotos: WE

Was schenkt man einem Abt zum Dank? Brudermeister Heinz Schäfer (l.) wusste es. Abt Ignatius Maaß von der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier bekam für seine Festrede einen Kupferstich von einem Polcher Hof, der früher einmal zu den Besitzungen der Abtei gehörte. Fotos: WE

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