Politik | 13.02.2015

Vettelhovener informierten sich im Ortsbeirat

Eine Bürgerstreife soll bald für mehr Sicherheit vor Einbrüchen sorgen

Die Initiatorin der Bürgerstreife in Esch, Elke Wolber, stellte das Projekt im Nachbarort vor

Vettelhoven. Das Thema „Einbruchschutz“ ist in Vettelhoven nach wie vor aktuell, das zeigte sich einmal mehr bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung, die erneut von knapp 100 Bürgern besucht war. Diesmal ging es nämlich um die Frage, ob es in Esch eine „Bürgerstreife“ geben soll. In der Sitzung zuvor hatte Polizeioberkommissar Manfred Berg vom Polizeipräsidium Koblenz versicherte: „Wir nehmen das Thema Einbruchschutz sehr ernst und gehen jedem Telefonat und jedem Ereignis auf den Grund.“ Gerade in der dunklen Jahreszeit sei der Höhepunkt der Einbruchs-Saison, denn drei Viertel aller Einbrüche fielen in diese Zeit. Besonders Einbrecherbanden aus Osteuropa seien nun gerne in Autobahnnähe aktiv.

Anscheinend auch in Vettelhoven, denn auch hier waren zahlreiche Bürger schon einmal Opfer eines Einbruchs. Berg wusste auch um die Problematik, dass meistens nicht das verschwundene Hab und Gut das Problem sei, sondern das verlorene Sicherheitsgefühl, „und das ist nicht versicherbar“. Immerhin gebe es beim Polizeipräsidium auch Mitarbeiter, die sich ausschließlich um die Opfer kümmerten.

Fenster und Türen sichern

Doch es gebe auch einigermaßen gute Möglichkeiten, Einbrüche zu verhindern. Das fange schon bei der Sicherung der Fenster und Türen an, die für relativ wenig Geld mit Schlössern und Riegeln nachgerüstet werden könnten. Auch eine wachsame Nachbarschaft sei von Vorteil. Dennoch solle man verdächtige Personen oder Autos so schnell wie möglich der örtlichen Polizeidienststelle melden, so Berg, allerdings nicht über die Notrufnummer, sondern über den normalen Telefonanschluss. In diesem Fall die Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler unter der Telefonnummer (0 26 41) 97 40. Besonders beliebte Einbruchzeiten seien übrigens die Einkaufszeiten der Senioren zwischen 9 und 13 Uhr sowie die Abenddämmerung zwischen 17 und 23 Uhr. Eine wichtige Faustregel sei daher: „Das Haus darf nicht verlassen aussehen, wenn sie nicht da sind.“

Doch leider ist die Aufklärungsquote der Polizei nicht berauschend, liegt sie doch bei nur 15,5 Prozent. Deshalb hat man im Nachbarort Esch bereits zur Selbsthilfe gegriffen, und das mit Erfolg. Seit einem Jahr gibt es dort eine „Bürgerstreife“, seitdem habe die Zahl der Tageswohnungseinbrüche dramatisch abgenommen, erläuterte die Initiatoren Elke Wolber den Vettelhovenern. Nun will man auch hier nachziehen, Markus Weber werde wohl die Organisation übernehmen, sagte Ortsvorsteher Dr. Franz Josef Schneider. Elke Wolber hat bereits signalisiert, beim Aufbau der Bürgerstreife zu helfen.

In kleinen Gruppen durch den Ort

Wie sieht das Ganze konkret in Esch aus? Die Teilnehmer der „Bürgerstreife“ patrouillieren in kleinen Gruppen, meist mit Hunden und starken Taschenlampen, zu immer wechselnden Zeiten durch ihr Dorf und sehen dort nach dem Rechten. Der Ort ist in mehrere Bezirke unterteilt, für die jeweils eine Gruppe zuständig ist, denn selbst ein kleines Dorf wie Esch ist für eine Gruppe allein zu groß. Auf ihrem Weg durch den Ort machen die Bürger in ihren Warnwesten die Bewohner auch auf offenstehende Fenster und Terrassentüren aufmerksam und leuchten die Gärten aus auf der Suche nach dunklen Gestalten. Vor allem in den Abendstunden machen sich die Gruppe auf dem Weg, denn statistisch gesehen werden mehr als ein Drittel aller Wohnungseinbrüche in den Abendstunden begangen.

„Bei uns sind alle sehr sensibilisiert und motiviert“, wusste Elke Wolber, denn ausgerechnet Esch sei relativ häufig von Einbrechern heimgesucht worden. Genau wie auch Vettelhoven. Deshalb habe sie über die heute weit verbreiteten Smartphones und das kleine Programm „WhatsApp“ ein Netzwerk aufgebaut, über das sich die Escher blitzschnell gegenseitig informieren können. So werden auffällige Autos mit fremden Kennzeichen, dubiose Gestalten oder unbeabsichtigte „Einladungen“ an potenzielle Einbrecher, wie offene Türen und Fenster, untereinander gemeldet. Einer pro Gruppe meldet verdächtige Erscheinungen dann so schnell wie möglich an die Polizei weiter. Doch damit wollte man es nicht bewenden lassen und beschloss, sich regelmäßig zu treffen, um Streifengänge zu organisieren.

Einsatzplan wird akribisch geführt

Mittlerweile laufen 26 Personen in zwei Gruppen jeden Tag durch das Dorf und achten dabei besonders auf die Ortsrandlagen. Denn die sind erfahrungsgemäß besonders gefährdet. Jeden Abend läuft die Streife durch das Dorf, sogar an Heiligabend und an Silvester. Den dafür notwendigen Einsatzplan führt die Büroangestellte mit großer Akribie und Sorgfalt. Dort wird auch vermerkt, wer sich gerade in Urlaub oder im Krankenhaus befindet, um deren Anwesen besonders im Auge zu behalten.

Mit der Polizei in Ahrweiler sowie der Kripo in Mayen gebe es einen guten Kontakt, im Bedarfsfalle werden die Beamten um Hilfe gebeten. Nötig war das bislang nicht, denn die „Bürgerstreife“ scheint Einbrecher abzuschrecken. Vermutlich auch deshalb, weil mittlerweile gleich mehrere Fernsehstationen und Radiosender über die Aktion berichtet haben und potenzielle Einbrecher deshalb wissen, dass hier nichts zu holen ist.

Zusammenhalt im Dorf wird besser

„Wenn viele mitmachen, bleibt es nicht an ein paar Leuten hängen“, warb sie dafür, gleich eine große Gruppe zusammenzustellen. Dabei sei man aber keine selbst ernannte Polizei, sondern lediglich eine Gruppe, die Präventivarbeit leiste. Einen weiteren erfreulichen Nebeneffekt habe es durch die „Bürgerstreife“ gegeben, denn mittlerweile seit dadurch der Zusammenhalt im Dorf besser geworden. „Die Escher passen wieder aufeinander auf und achten darauf, was in der Nachbarschaft vorgehe“, wusste sie.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
Holz Loth-Entsorgung
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Kirmes in Polch
neue Heizung?
Rund ums Haus Daueranzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Dachdecker (m/w/d)
Blumen Meyer Neueröffnung
Anzeige Jaadeporz 2026
Empfohlene Artikel
Die neue Baulagerfläche in Bad Neuenahr
39

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Aufgrund der anhaltend intensiven Bautätigkeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler besteht derzeit in der gesamten Stadt ein hoher Bedarf nach sogenannten Baulagerflächen, auf denen Materialien oder auch Gerätschaften baustellennah und schnell verfügbar zwischengelagert werden können.

Weiterlesen

Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler
36

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Donnerstag, 30. April, findet eine interne Veranstaltung der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler statt. Aus diesem Grund schließt das Rathaus einschließlich des Bürgerbüros an diesem Tag bereits um 12 Uhr. Dies betrifft auch die Stadtbibliothek und das „Öffentliche Wohnzimmer“ (Café) im Haus der Familie/Mehrgenerationenhaus.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
136

Hammerstein. Am Freitagnachmittag, 17. April, befuhr die 59-jährige Fahrzeugführerin eines PKW die B42 aus Neuwied kommend in Fahrtrichtung Bonn. Im Verlauf einer langgezogenen Rechtskurve in Höhe der Ortschaft Hammerstein verlor diese aus bislang unklarer Ursache die Kontrolle über ihr Fahrzeug und geriet hierbei auf die Gegenfahrbahn, wo sie anschließend mit der Leitplanke kollidierte und mit dem PKW einer entgegenkommenden weiteren Fahrzeugführerin (66) frontal zusammenprallte.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
8

Ingesamt drei Personen ins Krankenhaus eingeliefert

16.04.: Kaffee mit Holzkohle im Haus zubereitet: Eine Person wird schwer verletzt

Schleiden/Dahlem. Bereits in den frühen Morgenstunden kam es am Donnerstag (16. April) gegen 5.48 Uhr in der Uferstraße in Dahlem zu einem Einsatz aufgrund einer Kohlenmonoxid-Vergiftung in einem Wohnhaus. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde am Vorabend in dem Wohnhaus mit Holzkohle Kaffee zubereitet. Anschließend legten sich die Bewohner schlafen, ohne dass Fenster geöffnet wurden. Im Verlauf der Nacht kam es dadurch zu einer gefährlichen Anreicherung von Kohlenmonoxid.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige - Dauerauftrag
Anzeige "Rund ums Haus"
Rund ums Haus "Baustellen / Wertstoffhöfe"
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Werksverkauf Anhausen
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
Anzeige Beratertage Schlafexperte
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür
Kirmes Polch
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Suchen Auslieferungsfahrer
Schulhausmeister
Genusstage 17./18.04.
Handwerkerhaus
Kirmes in Löhndorf