Politik | 08.05.2017

Der Westerwaldkreis hat gewählt

Fast 90 Prozent Zustimmung für Landrat Achim Schwickert

Amtsinhaber gewinnt die Wahl mit einem beeindruckenden Ergebnis – „Lage des Westerwaldkreises ist seine Stärke“

Schüler gratuliert dem neuen „alten“ Landrat zur Wiederwahl.Foto: Pressestelle der Kreisverwaltung

Westerwaldkreis. Besser hätte es für den amtierenden Landrat und einzigen Kandidaten für die neue achtjährige Amtsperiode in der Montabaurer Kreisverwaltung nicht laufen können. Wenige Stunden vor Schließung der Wahllokale am Sonntag sagte Achim Schwickert zu BLICK aktuell: „Ein Wahlergebnis ist immer dann schön, wenn es eine ordentliche Wahlbeteiligung gegeben hat, womit heute eher nicht zu rechnen ist. Wenn man dann als einziger Kandidat antritt, ist das ein bisschen wie ein Spiel gegen sich selbst. Sollte ich die Chance bekommen für eine zweite Amtsperiode, würde ich mich sehr freuen. Ich stecke in der Arbeit mittendrin, bin noch nicht fertig und kann noch einiges machen!“

Wahlbeteiligung: Nur knapp über 30 Prozent

Er sollte die zweite Chance bekommen. Zwar war die Wahlbeteiligung wie vom Amtsinhaber vermutet, nicht allzu hoch - knapp über 30 Prozent, was für eine Wahl ohne Gegenkandidaten allerdings schon recht viel ist. Doch von den rund 50.000 Westerwäldern, die an diesem regnerischen Sonntag zur Wahl gegangen waren, stimmten immerhin 45.000 für Achim Schwickert als erneuten Landrat für den Westerwaldkreis. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis von fast 90 Prozent Ja-Stimmen.

Dörfer sollen im Wettbewerb gegen Städte gestärkt werden

Im Gespräch mit BLICK aktuell hatte Achim Schwickert am Sonntagnachmittag gesagt: „Für den Fall, dass die Wählerinnen und Wähler mir einen Auftrag geben sollten für die nächsten acht Jahre, wofür ich mich als Landrat beworben habe, steht sicherlich noch einiges zu tun an. Die bisherigen Investitionsschwerpunkte lagen in den Bereichen Bildung, Kindertagesstätten, Infrastruktur und dies alles unter der großen Klammer, weiterhin Schulden abzubauen. Diese Themen werden bleiben. Neue Themen werden hinzukommen. Es geht um die Zukunft unserer Dörfer im Wettbewerb mit den Städten. Dabei wird wichtig sein die Breitbandversorgung, der weitere Ausbau der Infrastruktur, die haus- und notärztliche Versorgung - beides große Herausforderungen. Also man merkt an dem Programm, dass viel zu tun bleibt. Man braucht allerdings dafür auch eine ordentliche Finanzausstattung. Die müssen wir von oben bekommen. Und wir können viel investieren, wenn die heimische Wirtschaft gut läuft. Aber dazu braucht sie vernünftige Rahmenbedingungen von Europa, aus der Welt und von der Bundesrepublik Deutschland.“

Höhere Leistung ist gefragt

Die Bevölkerungsentwicklung im Westerwaldkreis sieht Landrat Schwickert positiv. Die vorher rückläufige Zahl sei wieder ansteigend. Zu beachten gebe es aber die Veränderung in der Bevölkerungspyramide: „Wir haben mehr ältere und weniger jüngere Menschen. Das heißt, die wirtschaftliche Leistung derer, die im Arbeitsleben stecken, muss technikunterstützt höhere Leistungen bringen, damit die Bevölkerung insgesamt noch ordentlich versorgt werden kann.“

Starker Wirtschaftsstandort dank guter Infrastruktur

Das größte Potenzial des Westerwaldkreises ist für Achim Schwickert die Lage genau in der Mitte zwischen den Ballungszentren Rhein-Main und Köln/Bonn: „Daraus gilt es für die Zukunft weitere wirtschaftliche Vorteile zu ziehen. Aufgrund der neuen Verkehrstechniken und -mittel rücken die Regionen sowieso immer näher zusammen. Der ICE-Bahnhof ist in dem Zusammenhang eine Erklärung nach außen, dass der Westerwaldkreis genau zwischen den Ballungszentren liegt und dass es hoch interessant ist, in beide Richtungen fahren zu können. Das hat für die Berufspendler eine große Bedeutung und spielt auch eine Rolle als Anziehungsmagnet für die Wirtschaft. Wir haben viele Unternehmen nach Montabaur holen können, die Funktionen in den Wirtschaftszentren haben und sich hier bei uns auf der grünen Wiese gut ausdehnen können. Sie haben hier nicht so hohe Mieten zu zahlen und sind trotzdem in beide Richtungen schnell unterwegs.“

Der eine braucht die öffentliche Aufmerksamkeit wie die Luft zum atmen,der andere steht nicht so gerne im Rampenlicht: Am Wahlsonntag, wenige Stunden vor Ende der Landratswahl, traf Achim Schwickert (li.)beim Hüter-Happy-Family-Day auf den Entertainer Dieter Bohlen. Fotos: KER

Der eine braucht die öffentliche Aufmerksamkeit wie die Luft zum atmen, der andere steht nicht so gerne im Rampenlicht: Am Wahlsonntag, wenige Stunden vor Ende der Landratswahl, traf Achim Schwickert (li.) beim Hüter-Happy-Family-Day auf den Entertainer Dieter Bohlen. Fotos: KER

Achim Schwickert am Wahlsonntag mit Ex-Fußball-Nationalspieler Jens Nowotny und Frank Fohr von der Fohr-Brauerei (von links) auf der Bühne vor dem Hüter-Einkaufszentrum.

Achim Schwickert am Wahlsonntag mit Ex-Fußball-Nationalspieler Jens Nowotny und Frank Fohr von der Fohr-Brauerei (von links) auf der Bühne vor dem Hüter-Einkaufszentrum.

Fast 90 Prozent Zustimmung für Landrat Achim Schwickert

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