Politik | 04.03.2013, 13:59 Uhr

Historikerin Bettina Oesl referierte über Adolf Wamper

Der Künstler schuf im Rheinwiesenlager die „Schwarze Madonna von Remagen“

Werner Unkelbach (l.) und Hans Peter Kürten mit der Referentin über Adolf Wamper, Bettina Oesl. AB

Remagen. Auf Einladung der Kolpingsfamilie Remagen um Werner Unkelbach und des Vereins „Friedensmuseum Brücke von Remagen“ um Vorsitzenden Hans Peter Kürten referierte die Historikerin Bettina Oesl vor gut zwei Dutzend Gästen im Pfarrzentrum Remagen erneut über den Künstler Adolf Wamper, der im Rheinwiesenlager die „Schwarze Madonna von Remagen“ geschaffen hatte. Bereits beim Veteranentreffen im vergangenen Jahr hatte die Historikerin Bettina Oesl über den Künstler referiert und sein Leben beleuchtet.

Dem Künstler Adolf Wamper sei kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, kein politisches Engagement in der Nazizeit nachzuweisen. Er sei als politischer Mitläufer, als ein Angepasster wie viele andere auch, einzuschätzen. Oesl hatte vom Friedensmuseum über das Projekt „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“, ein Programm des Familienministeriums des Bundes, den Auftrag erhalten, das Leben und Wirken des Erschaffers der „Schwarzen Madonna“ im „Rheinlager“ wissenschaftlich aufzuarbeiten. In der Essener Folkwangschule, an der Wamper eine Lehrtätigkeit gehabt hatte, habe sie seinen Nachlass sortiert. Mit zahlreichen Familienmitgliedern hat die Historikerin gesprochen, Wampers künstlerische Werke ins Licht gerückt. Wamper sei ein leidenschaftlicher Künstler gewesen, so das Ergebnis, dessen Werke heute noch in Berlin, München aber vor allem in Essen zu bewundern seien. Sein Weg führte über die Technische Hochschule in Aachen 1926 zur Kunstakademie in Düsseldorf. Danach war er als freischaffender Künstler in Münster tätig. Über ein politisches Engagement gibt es keinen Nachweis. Nachweislich trat er aber am 1. Mai 1933 in die Partei ein. „Er gilt“, so die Dozentin, „als so genannter ‹Märzgefallener›, als einer derjenigen, die aus opportunistischen Gründen zur Partei gingen“. Wenig später sprachen die NAZIS eben deswegen für solche Bürger einen Eintrittsstopp aus. Irgendwelche Funktionen innerhalb der Partei hatte Wamper laut Mitgliederkartei nicht. „Wamper hat es dennoch 1944 erwischt“, erläuterte Oesl. Es wurde alles eingezogen, was laufen konnte, so die Erklärung. Am 17. März 1945 musste auch Wamper noch in den Kriegsdienst. Am 15. April geriet er in Gefangenschaft. Und kam ins Remagener Lager. Am 5. Juli konnte er heim nach Heepen bei Bielefeld. Wamper bewarb sich zur Folkwang-Werkschule in Essen, betrieb sein Entnazifizierungsverfahren. Er wurde in die Kategorie V eingestuft, galt als „Entlasteter“ und nahm seine Lehrtätigkeit auf. Bei seinem Abschied 1970 verlieh ihm das Land NRW den Professorentitel.

Werner Unkelbach (l.) und Hans Peter Kürten mit der Referentin über Adolf Wamper, Bettina Oesl. Foto: AB

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