Allgemeine Berichte | 29.01.2014

„Wir für Sinzig - Sinzig für alle“

Bürgerforum Sinzig: Mitmacher für schönere Kernstadt gesucht

Über 100 Besucher bei erstem Treffen im Freiwegheim

Ortsvorsteherin Silvia Mühl betonte nochmals, dass man Mitmacher und Lösungen sucht! -RÜ-

Sinzig. Mit einem solchen Besucheransturm hätte im Freiwegheim keiner der Initiatoren gerechnet. Über 100 Besucher waren zum ersten Treffen von „Wir für Sinzig - Sinzig für alle“ gekommen. Denn so heißt der „Arbeitstitel“ für die neue Bürgerinitiative, die die Sinziger Kernstadt attraktiver, schöner machen und sie weiterentwickeln will.

Am Dienstagabend hatte sie ins Freiwegheim zu einer ersten Versammlung geladen. Dabei wurden keine Patentrezepte präsentiert. Es war ein erster, lockerer Austausch mit vielen Ideen, Vorschlägen und Ansätzen.

Klar machten die Initiatoren, dass es sich um eine überparteiliche Initiative handele, die auch nicht in Konkurrenz zu bestehenden Vereinen und Einrichtungen treten will.

Die Initiative, hinter der zwölf Ursinziger und Zugezogene stehen, will zudem ausdrücklich kein Kummerkasten sein für Beschwerden.

Moderiert wurde die Veranstaltung übrigens von Nikolaus Wilhelmy, der Fragen und Anregungen geschickt in die richtigen Kanäle zu lenken wusste.

„Wir suchen Lösungen und auch keine Mitstreiter, sondern Mitmacher“, wie Ortsvorsteherin Silvia Mühl sagte, die auch zu den Gründern gehört: „Wir wollen zusammen etwas bewegen, die Dinge anpacken und nicht lamentieren,“ so Mühl weiter.

Die neue Bewegung versteht sich dabei als bürgerschaftliche Initiative von unten. Auch deshalb fehlte Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger laut Mühl im Freiwegheim. Einige Bürger hatten sein Fernbleiben harsch kritisiert. Mühl: „Herr Kroeger unterstützt die Initiative, und die Stadtverwaltung wird auch mitmachen.

Erste Themenbereiche wurden allerdings vorgestellt. Wie „belebte Häuser“, wo etwas gegen die Leerstände getan werden soll, „Verschönerung von Sinzig“, „Bibliothek in Sinzig“, die nach Ansicht von Anisa El-Battahi von ihrem „umzäunten“ Platz im Rhein-Gymnasium ins Zentrum ziehen sollte; „Kultur, Freizeit und Feste“, wo auch schon eine große Feier zu „750 Jahre Stadtrechte“ 2017, wo man in der „historischen Stadt“ Zuspruch finden will. Daneben gibt es den Bereich „Allgemeine Interessen“. Neu entstanden ist am Dienstag das Themenfeld Wasser auf Vorschlag von Spitzenkoch und Kräuterguru Jean-Marie Dumaine: „Sinzig liegt an Rhein und Ahr, es gibt mehrere kleine Bäche. Es könnte ein kleines Venedig des Ahrkreises werden.“ Petra Klein Chefin des auch international auf europäischer Ebene arbeitenden Hot sprach die fehlenden Übernachtungsmöglichkeiten für Jugendliche an. Rund 500 Leute kämen jährlich durch die internationalen Projekte des HoT nach Sinzig - aus Europa und der Welt. Doch die Gruppen von 20 bis 30 Jugendlichen müssten immer in Remagen, Bad Breisig und Bad Neuenahr übernachten.

Einen Anreiz zur Diskussion hatte zu Beginn der Veranstaltung Ar-chitektin Jana Reichenbach-Behnisch gegeben. Ihre Studie hat die Kleinstädte Sinzig und Rochlitz (Sachsen) untersucht. Ihr Fazit: „Bürgerschaftliches Engagement kann einer der besten Motoren für die Entwicklung einer Kleinstadt sein.“ Es gebe in Sinzig gute Voraussetzungen: Ihre Empfehlung „Sinzig braucht dringend einen runden Tisch. Die aktiven Bürger müssen auch miteinander reden, sonst passiert wenig.

Genau dazu will die neue Initiative Gelegenheit geben. Dort wird zurzeit überlegt, wie es rein organisatorisch weitergeht. Denn immerhin haben sich fast 70 Sinziger in den ausgelegten Mitmachlisten eingetragen und auch ganz speziell zu den Themenfeldern angemeldet. Eine zweite Zusammenkunft ist für den 19. März geplant.

Hinter der Initiative steckt übrigens folgender Personenkreis: Ingo Binnewerg (Berater für tropische Landwirtschaft), Hans Jüchtern (Pensionär), Ansia El-Battahi (Fachangestellte für Kommunikation) Andrea Schraaf-Wilhelmy (kaufmännische Angestellte) Silvia Mühl (Ortsvorsteherin), Benno Schneider (lesezeit), Natalie Plum, Guido Hagel, Bernd Linnarz (Journalist und Stadtführer), Claudia Thelen (Bioladen) und Manfred Ruch (Journalist).

Weitere Info gibt es bei Ingo Binnewerg contact@consultbinnewerg und Silvia Mühl silviamuehl@web.de.

Architektin Jana Reichenbach-Behnisch gab einen Anreiz zur Diskussion. Ihre Studie hat die Kleinstädte Sinzig und Rochlitz (Sachsen) untersucht.

Architektin Jana Reichenbach-Behnisch gab einen Anreiz zur Diskussion. Ihre Studie hat die Kleinstädte Sinzig und Rochlitz (Sachsen) untersucht.

Ortsvorsteherin Silvia Mühl betonte nochmals, dass man Mitmacher und Lösungen sucht! Fotos: -RÜ-

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