Lokalsport | 09.04.2018, 08:33 Uhr

„Late Entry“-Reitturnier beim Reitverein Kurtscheid

Reiter vom Rhein dominierten die schweren Prüfungen

Edgar Langen (Remagen) und Christian Alsdorf (Neuwied) holten sich den Sieg

Vereinsvorsitzende Jutta Spies (Mitte) und Richterin Anja Liliental gratulierten der Siegerin des A-Zweisterne-Springens, Katharina Schestak vom RV Kurtscheid auf der quirligen Stute Dicarla. - KER -
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Bonefeld/Kurtscheid. „Später Eingang“ heißt übersetzt die Turnierform, die am vergangenen Wochenende beim Reitverein Kurtscheid praktiziert wurde. Beim „Late Entry“-Turnier haben die Reiter die Möglichkeit, bis kurz vor Beginn der Veranstaltung ihre Teilnahme anzumelden, abhängig von der Trainingsform und dem Gesundheitszustand ihrer vierbeinigen Sportpartner. Der Samstag war komplett für die Springreiter reserviert, am Sonntag präsentierten sich elegant und schick herausgeputzt die Dressur-Cracks im Viereck. Geritten wurde in der sonnendurchfluteten großen Panorama-Halle der Reitanlage Gut Birkenhof.

Bei den Springreitern hatte - wieder einmal - der Remagener Edgar Langen die Nase vorn und gewann mit seinem imposanten, zehn Jahre alten Rapphengst Chanteur de noir die schwerste Prüfung dieses Turniers, ein M-Springen. Ganze vier Sekunden schneller als der nächstplatzierte Marvin Engels war das Paar vom Rhein. Ebenfalls in die Platzierung ritt der Dierdorfer Maxime-Louis Frenkel-Bade mit dem zwölfjährigen Schimmelhengst Checky.

Langen gewann auch die Prüfung für Nachwuchspferde in der Kl. L mit einem sechsjährigen Holsteiner Wallach. In dieser Prüfung konnte der Kurtscheider Spitzenreiter und Ausbilder Kai Schaffner gleich zwei Pferde vorne platzieren, zwei ebenfalls Sechsjährige, einen Wallach im Besitz von Dr. Rainer Zurmaar und eine Stute der Züchtergemeinschaft Heinrich und Elke Engelbach. Schaffner gewann die Springpferde-Nachwuchsprüfung Kl. A mit der Oldenburger Stute Carla, Frenkel-Bade wurde hier Zweiter mit dem sechsjährigen französischen Hengst Capital.

In der Dressur zogen die Richter und das Publikum den Hut vor Christian Alsdorf aus Neuwied, der hier die schwerste Prüfung gewann, eine S-Dressur. Alsdorf hatte seinen im Familienbesitz befindlichen 14-jährigen Oldenburger Wallach His Heini gesattelt. Macel Kanz (Gestüt Rosenhof), Katharina Hannes (ZRV Baldenberg) und Angelika Kruft (RV Krahnenberg) folgten auf den Plätzen zwei, drei und vier.

Gelungenes Turnier

Thomas Peters, der zusammen mit Anlagen-Besitzer Helmut Ewenz die Turnierleitung übernommen hatte, war sehr zufrieden mit der Akzeptanz der Veranstaltung bei Besuchern und Teilnehmern sowie dem Ablauf: „Die Dressurprüfungen waren vom Moment der Veröffentlichung der Ausschreibung komplett ausgebucht und es gab eine Warteliste für die Gastreiterlizenzen. Die Springreiter haben teilweise die Möglichkeit genutzt und noch am Tag der Veranstaltung ihre Startbereitschaft bekundet, bis zu 90 Minuten vor Beginn der Prüfung.“ Teilnehmen durften Reiterinnen und Reiter aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Luxemburg sowie zehn ausgesuchte Gastreiter.

Peters: „Die Dressurreiter sind da ganz anders als die Springreiter. Sobald die Dressurreiter eine Ausschreibung sehen, wird gemeldet. Das hat auch mit den Startplatzbegrenzungen zu tun und weil es nicht so viele Anlage wie die unsere gibt, die bis zu S-Dressuren anbieten können.“

Erfolgreich in der Ponyklasse

Thomas Peters wird in den nächsten Monaten nicht nur als Veranstalter, sonder als Teilnehmer-Betreuer auf vielen Turnieren unterwegs sein. Seine Tochter Lisa-Marie reitet seit einiger Zeit sehr erfolgreich Dressur in der Ponyklasse (bis Stockmaß 1,48 Meter Größe des Pferdes). Peters: „Für Lisa-Marie ist es dieses Jahr das letzte Ponyjahr. Wir streben wieder eine Teilnahme bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft an, die dieses Jahr in München-Riem ausgetragen wird. Letztes Jahr ritt Lisa-Marie mit ihrem Pony Toledo in Aachen im berühmten Deutsche-Bank-Stadion der Aachener Soers, was ein absolutes Highlight in ihrer bisherigen Karriere war. Ich glaube, das ist ein Traum für jeden Dressurreiter.“ Die Zweisterne-Pony-L-Dressur in Kurtscheid am Sonntag gewann übrigens, wer hätte anderes erwartet, Lisa-Marie Peters auf Toledo. Alle drei unabhängig voneinander urteilenden Richter sahen das Paar auf Platz 1.

Lisa wird dieses Jahr 16 Jahre alt und macht jetzt ihren Abschluss auf einer Realschule. Danach ist ein weiterführender Schulbesuch auf der Alice-Salomon-Schule in Linz geplant, mit gleichzeitigen Praxistagen im Neuwieder Elisabeth-Krankenhaus. Nach dem bestandenen Abitur ist dann ein Medizinstudium geplant. Das Reiten soll weiter ein fester Bestandteil im Leben der jungen Amazone bleiben, auch mit Pony Toledo. Vater Thomas sagt: „Die Qualität des Ponys ist unserer Meinung nach gut genug für M- und S-Niveau im Großpferdebereich.“

Das Late Entry-Turnier war für den RV Kurtscheid der Auftakt für ein ereignisreiches Jahr. Vereinsvorsitzende Jutta Spies sagt: „In diesem Jahr haben wir wieder ein volles Programm. In vierzehn Tagen geht es schon weiter mit einem Voltigierturnier. Dann sind wir in diesem Jahr zum ersten Mal Ausrichter der Landesmeisterschaften Dressur, Springen und Vierkampf Mitte Juli. Dafür wird noch der Außenspringplatz vergrößert. Anschließend haben wir noch einige Tagesveranstaltungen und im Oktober noch das Verbandsjugendturnier.“ Der Verein hat immer noch über 300 Mitglieder, obwohl es 2017 aufgrund von vom Verband geforderten Mitgliedsbeitragserhöhungen einige Austritte gab. Jutta Spies: „Ohne diese Anpassungen hätten wir keine Zuschüsse mehr bekommen.“

Viele junge Reiterinnen und Reiter, aber auch erfahrene Pferdesportler mit Nachwuchsvierbeinern nutzten die Gelegenheit, ihren Trainingsstand nach der langen Winterpause auf die Probe zu stellen.

Viele junge Reiterinnen und Reiter, aber auch erfahrene Pferdesportler mit Nachwuchsvierbeinern nutzten die Gelegenheit, ihren Trainingsstand nach der langen Winterpause auf die Probe zu stellen.

Konzentriert über Oxer und Steilsprung: Beim Late Entry-Turnier des RV Kurtscheid hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, bis 90 Minuten vor Beginn der Prüfung ihre Startbereitschaft zu erklären. Viele machten davon Gebrauch.

Konzentriert über Oxer und Steilsprung: Beim Late Entry-Turnier des RV Kurtscheid hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, bis 90 Minuten vor Beginn der Prüfung ihre Startbereitschaft zu erklären. Viele machten davon Gebrauch.

Vereinsvorsitzende Jutta Spies (Mitte) und Richterin Anja Liliental gratulierten der Siegerin des A-Zweisterne-Springens, Katharina Schestak vom RV Kurtscheid auf der quirligen Stute Dicarla. Fotos: - KER -

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