Politik | 21.04.2015

Stellungnahme der Polizei Adenau zum Leserbrief „Kein Verständnis fürs Brauchtum?“ des JGV Rech

„Unzählige Gefahrenpotentiale“

Der Verfasser des Leserbriefes listet die polizeilich festgestellten Mängel auf:

  Überlanges Transportgut,

 nicht ordnungsgemäß zugelassenes Transportfahrzeug,

 nicht ausreichend gesicherte Ladung,

 Personentransport auf einem Anhänger.

Auch ohne große Phantasie lassen sich hier unzählige Gefahrenpotentiale erkennen, Gefahren, die sich in der Vergangenheit leider oft genug realisiert haben.

Vornehmste Aufgabe der Polizei ist es aber gerade, Gefahrensituationen zu erkennen und erforderlichenfalls abzustellen. Das Verbringen eines Maibaumes aus dem Wald über eine vielbefahrene Bundesstraße hat nicht nichts mit Brauchtum zu tun, es handelt sich um einen gefahrenträchtigen Verkehrsvorgang im öffentlichen Verkehrsraum. Hier gelten Regeln und Gesetze, deren Einhaltung die Polizei zu überwachen hat.

Der Verfasser hat den richtigen Weg über die Genehmigungsbehörden für die Zukunft skizziert. Anderenorts wird dies seit Jahren praktiziert. In diesen Fällen hilft die Polizei auch gerne im Rahmen der dienstlichen Möglichkeiten.

Gerd Knechtges

Stv. Dienststellenleiter

Polizeiinspektion Adenau

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Kommentare
01.05.201512:54 Uhr
H.M.Lüpschen

Es gibt den Ermessensspielraum, das erst Recht bei Brauchtum gilt und überall Verständnis bekommt. Solches Verhalten untergräbt den Ruf unserer Polizei, die meist eine sehr gute Arbeit macht. Diese 2 Polizisten sollten sich schämen, so unsere 400 jährige Tradition zu untergraben. Eine Fortbildung über Ermessensspielraum kann jeder erlernen. Das Recht ist für uns alle da, dazu zählen auch Traditionen und nicht ihre Zerstörung. Ein Recht ist für die Menschen da und nicht umgekehrt, sonst hat er die Basis unserer Rechtsprechung nicht verstanden, was sehr traurig wäre.

24.04.201508:17 Uhr
I.Rritiert

Auch hier der Hinweis auf ein Radio-Interview (RPR1) mit einem der Junggesellen: Demnach haben die Polizisten gar nicht das sofortige Durchsägen gefordert, sondern nur gesagt was an Rechtsverstößen vorliegt und was das für Folgen haben könnte, und sind dann weiter gefahren mit dem Hinweis, wenn sie in einer halben Stunde wieder an dieser Stelle vorbei kommen würden, wollten sie die Gespanne so nicht wieder sehen.
Ich würde das als Einladung verstehen, dass die Polizisten eben die Augen zugedrückt haben, und der in den letzten Tage von vielen geforderte "Brauchtumsbonus" absolut gewährt wurde. Ich wäre dann auch weiter gefahren, ohne die Säge anzuwerfen, und stimmungsmachende Texte und Bilder (auf denen ich im übrigen weder Polizisten noch Streifenwagen sehe, was zu der Aussage im Radio passt) in die Medien zu bringen.

22.04.201515:54 Uhr
Werner

@ Julia:
Man lese den Text:
Es saß niemand auf dem Baum, sondern auf einem Anhänger eines 2. Traktors, der den Baumtransport nach hinten absicherte. Der Baum war auch nicht größer als andere.

Ja, es war richtig, den Transport anzuhalten. Man darf nicht ohne Genehmigung ungesichert auf einem Anhänger mitfahren. Darüber hat sich der JGV ja auch nicht beschwert.

Das schlimmere Übel ist, dass sie den Baum in kleine Stücke zersägen mussten, da die Beamten mit einer Anzeige und Führerscheinentzug drohten.

Wäre es nicht auch möglich gewesen, den Baum abzulegen, eine Genehmigung zu besorgen und dann weiter zu fahren?

21.04.201522:07 Uhr
Julia

Der JGV ist es doch selber schuld.

Wieso musste der MaiBaum mit einem Fahrzeug transportiert werden was nicht zugelassen ist?
Wieso musste der Baum größer sein als die der anderen?

Wieso sitzen etliche Personen ungesichert auf einen MaiBaum über mehrere mehrere Kilometer? es war kein Transport mal kurz um die Ecke.seit Jahren ist bekannt,dass dies nicht erlaubt ist.Wer Glück hatte wurde nicht gesehen.
Diesmal hatte ein JGV mal kein Glück.kein Grund sich so aufzuregen.Wir alle kennen die regeln,keiner hält sich dran,aber wer erwischt wird hat halt Pech gehabt und darf sich nicht noch beschweren,dass man aufgefallen ist.

Man sollte immer ein Tatsachen betrachten.Sicherheit und Menschenleben gehen vor. Der Maibaum braucht keine abgelaufenen Tüvs und zig Leute die auf ihm drauf sitzen um Brauchtumspflege einzuhalten.

21.04.201521:27 Uhr
Hans

Was wäre die Welt ohne unsere Erbsenzähler!
Früher hieß es: "Nach alter Väter Sitte" - und es gab noch nie ein Massensterben beim "Maibaumstellen".
Früher waren es die strengen Preußen, die im Rheinland ihren Ordnungswahn durchsetzten. Von welcher Couleur wird der "heilige Bürokratismus" eigentlich heute gegängelt?

Ach, übrigens, wann wird eigentlich das Essen mit Stäbchen verboten, oder zu Fuß gehen ohne Rollator? Schwimmen ohne Schwimmärmchen ist auch sehr gefährlich!

Es wird endlich Zeit, dass man den Menschen für die Benutzung eines Küchenmessers eine Sicherheitseinweisung abverlangt, am besten beim TÜV...

Schon Heinrich Heine hatte es erkannt: Denk' ich an Deutschland in der Nacht, Dann bin ich um den Schlaf gebracht.

21.04.201519:47 Uhr
Guido

Mehr pragmatisch veranlagte Beamte hätten das Blaulicht eingeschaltet und den Transport nach hinten abgesichert.

21.04.201517:02 Uhr
christian perl

Und der Vorgesetzte hätte also die möglichen Regressansprüche aus nettigkeit übernehmen sollen?
Sorry, aber langsam wirds lächerlich.

21.04.201513:05 Uhr
Ulrich Büttner

Herr Knetchtges, sie als stellv. Dienststellenleiter sagen genau das richtige.
Auch daß die Polizei imRahmen ihrer Möglichkeiten hilft.

Und jetzt meine Kritik, wenn es stimmt daß ihre beiden Beamten
" befürchteten" , später in Regress genommen zu werden wenn sie helfen, zeigt, daß sie keine Rücksprache über Funk genommen haben mit einem Vorgesetzten.
Mit dessem OK wären sie aus dem Schneider gewesen, und hätten nicht aus eigenem Gutdünken gehandelt. Gerade weil auch einer dies in seiner Junggesellenzeit tat, wußte er was Brachtum auszuüber für Vereine bedeutet.
Ein kurzer Anruf und der Käse wäre gegessen gewesen. Ich wette der Maibaum hätte komplett seinen Standplatz erreicht. Natürlich ist es nicht richtig, wahrscheinlich sogar ungesichert, Personen auf einem Anhänger zu transportieren, die hätten ja den weiteren Weg mitlaufen können.

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